WEC Langstreckenweltmeisterschaft
Doppelsieg für BMW bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps

Start der 6 Stunden von Spa-Francorchamps | Foto: Reuschel ( moto-foto )
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Spa-Francorchamps war am Wochenende Schauplatz der Langstreckenweltmeisterschaft WEC. In der Topklasse der Hypercars, Rennprototypen mit einem Mindestgewicht von 1030 KG, einem Hybrid-Antrieb aus Verbrenner und Elektromotor mit einer Gesamtleistung von 680 PS, standen 17 Fahrzeuge in der Startaufstellung die von 8 Herstellern genannt wurden. Alpine, Aston Martin, BMW, Cadillac, Ferrari, Genesis, Toyota und Peugeot gehen so auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten konsequent den Weg über den Motorsport mit dem Ziel Erfolge auf der Rennstrecke einzufahren. Dabei ist Ferrari mit dem 499P eindeutig der Branchenprimus. Nachdem Toyota und Porsche viele Jahre die WEC dominierten ist Ferrari seit 3 Jahren in Le Mans beim Saisonhöhepunkt ungeschlagen und 2025 wurden zudem Fahrer, Marken und Teamweltmeisterschaft nach Maranello geholt. Nachdem Porsche werksseitig aus der WEC ausgestiegen ist liegt es nun an den verbliebenen Teams diese Vorherrschaft zu brechen. Beim Saisonauftakt Mitte April im italienischen Imola ist dies auch schon zum Teil geglückt. Toyota konnte mit dem Fahrertrio Buemi/Hartley/Hirakawa Ferrari bei deren Heimspiel schlagen und die Weltmeister Guidi/Calado/Giovinazzi auf Rang 2 verweisen.
18 weitere Fahrzeuge starteten in der schwächeren LMGT3 Kategorie. Hier sind es in erster Linie die Premiumhersteller von Sportwagen die sich, ähnlich wie die Hersteller der Hypercars, dem Negativtrend in der Automobilbranche mit dem Engagement auf der Rennstrecke entgegenstellen. Aston Martin, BMW, Corvette, Ferrari, Ford, Lexus, Mclaren, Mercedes und Porsche kämpfen also nicht nur auf der Strecke um Siege und WM-Punkte sondern auch um Käufer ihrer Supersportwagen die im Gegensatz zu den Hypercars als zulassungsfähige Strassenversionen beim Händler im Schaufenster stehen. In Imola war es BMW die vor Corvette und Porsche mit dem Sieg in der kleinen Kategorie beste Werbung in eigener Sache machten.

Toyota hatte in Spa nicht den Speed für ganz nach vorn | Foto: Reuschel ( moto-foto )
  • Toyota hatte in Spa nicht den Speed für ganz nach vorn
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Das Qualifikationstraining auf der Berg und Talbahn zwischen Spa und Francorchamps endete dann mit einer dicken Überraschung. Keiner der Ferrari und auch keiner der Toyotapiloten konnte sein Fahrzeug in eine der vorderen Startreihen bringen. Stattdessen stellte Malte Jakobsen den Peugeot mit der #94 auf Startplatz 1, die erste Pole Position für Peugeot seitdem deren Wiedereinstieg in die WEC im Jahr 2022. Der Cadillac #12 folgte auf Platz 2 vor den beiden Alpine #35 und # 36. Auch die Plätze 7 und 8 für die beiden Aston Martin waren so nicht zu erwarten. Vor über 100.000 Zuschauern wurden pünktlich um 14:00 Uhr die 35 Boliden mit einem rolling Start auf die 6 Stunden Distanz geschickt und sofort entwickelte sich ein faszinierendes Langstreckenrennen. Egal auf welcher Taktik die Teams unterwegs waren, entweder Vollgas mit der Konsequenz eines zusätzlichen Boxenstopps oder Spritsparen um genau diesen Fall zu vermeiden - es konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Und doch waren es der WRT BMW #20, der Cadillac #12 und Polesetter Peugeot # 94, die sich je nach Boxenstoppstrategie in der Führungsarbeit abwechselten. Auffällig war dass sich sowohl Ferrari als auch Toyota sehr schwer taten die Pace der Führenden mitzugehen. Die oft zitierte Balanceregel BoP, mit der die Organisatoren der WEC das Feld durch technische Maßnahmen annähernd ausgeglichen gestalten, sorgte in Spa für ein extrem enges Rennen. Nach 4 Rennstunden lagen die ersten 10 Fahrzeuge der Hypercar Klasse innerhalb von lediglich 15 Sekunden. Die Vorentscheidung dann kurz nach Anbruch des letzten Renndrittels. Der Peugeot #94 hatte nach der langen bergauf Geraden in Les Combes eine Kollision mit einem langsameren LMGT3 Fahrzeug das sich von der Strecke drehte und damit war für Duval/Jakobsen/ Pourchaire das Rennen gelaufen. Der führende BMW #20 bekam dadurch etwas Luft zudem auch der Cadillac #12 mit einem Boxenstopp etwas zurückfiel. Dagegen schaffte es der zweite WRT-BMW mit Marciello/ Magnussen/D.Vanthoor durch gleichmässige schnelle Rundenzeiten bis auf Platz 2 vorzufahren. Dramatik pur dann in der letzten Rennstunde. Zunächst gab es einen heftigen Abflug vom Aston Martin #009 der auf der langen Kemmel Geraden von Felix Da Costa im Peugeot #35 von der Strecke gedrängt wurde und hart in die Leitplanken einschlug. Pilot Alex Riberas blieb glücklicherweise bei der Aktion unverletzt. Und nur wenig später erwischte es Da Costa selbst, der fast an gleicher Stelle die Kontrolle über den Peugeot verlor und ebefalls in die Leitschienen einschlug. Auch Da Costa blieb dabei unverletzt. Die letzten Rennminuten waren dann vom Dreikampf BMW #15, Ferrari #50 und Toyota #7 gekennzeichnet während Robin Frijns mit dem BMW #20 an der Spitze mit 3 Sekunden Vorsprung lag. Doch trotz aller Angriffe der Konkurrenz konnte auch Kevin Magnusson im BMW #15 seinen Platz halten.

Das Siegerfahrzeug -  BMW M Hybrid V8 mit Frijns/Rast/Van Der Linde | Foto: Reuschel ( moto - foto )
  • Das Siegerfahrzeug - BMW M Hybrid V8 mit Frijns/Rast/Van Der Linde
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Frijns/Rast/ Van Der Linde brachten den BMW M Hybrid V8 sicher über die verbleibende Renndistanz und sorgten im 3.Jahr der Teilnahme an der Langstreckenweltmeisterschaft WEC für den Premierensieg der Münchner. Der Erfolg wurde durch das Schwesterfahrzeug # 15 zu einem Doppelsieg  abgerundet.  Für Ferrari blieb für das Fahrzeug #50 mit Fuoco/Molina/Nielsen Platz 3. Nur 2,9 Sekunden Abstand im Ziel zwischen den ersten 3 Fahrzeugen nach 6 Stunden Renndauer - mehr Spannung geht nicht.

Text: Hartmut Reuschel
Bilder: moto-foto

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Toyota hatte in Spa nicht den Speed für ganz nach vorn | Foto: Reuschel ( moto-foto )
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Autor:

Hartmut Reuschel aus Mannheim

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