FIM Motorrad Langstrecken-WM EWC
BMW verliert den WM-Titel kurz vor Schluss
- Der Augenblick der die WM entschied - die BMW mit Markus Reiterberger kommt mit Motorschaden an die Box und muss aufgeben
- Foto: moto - foto
- hochgeladen von Hartmut Reuschel
Beim Bol d´Or, dem legendären 24 Stundenrennen auf dem Circuit Paul Ricard im Süden Frankreichs fiel dieses Wochenende die Entscheidung um den Titel bei der Langstreckenrennen Weltmeisterschaft EWC der Motorradfahrer. Sind es bei den Rennwagen Porsche die die deutschen Fahnen in der Langstrecke vertreten übernimmt bei den Motorrädern seit Jahren BMW diese Rolle. Tatsächlich hatte die Marke mit dem Propeller im Firmenlogo beim Saisonfinale 2 Eisen im Feuer - sprich im Kampf um die Weltmeisterschaft. Da war das World Endurance Team mit Markus Reiterberger, Sylvain Guintoli und Steven Odendaal die mit ihrer M1000RR vor dem Start den zweiten Platz im Gesamtklassement hinter dem Yamaha-Team von YART belegten. Und da war die private ERC - Truppe aus Karlsruhe, ebenfalls mit einer M1000RR am Start und mit Illya Mykhalchyk, Kenny Foray und David Checa einem starken Fahrertrio. Neben den beiden BMW´s waren noch Yamaha mit YART, für die u. a. Marvin Fritz aus Mosbach an den Start geht, das Suzuki Team Yoshimaura SERT Motul und die Webike Kawasaki aus Frankreich im WM-Kampf mit guten Chancen vertreten. Insgesamt waren 53 Teams gemeldet die am Samstag Nachmittag um 15:00 Uhr mit dem Le Mans Start auf die Reise einmal rund um die Uhr geschickt wurden. Bereits in der Anfangsphase konnten sich die Werksmotorräder von YART, SERT Yoshimura, F.C.C.Honda und World Endurance BMW leicht vom Feld absetzen, nur die ERC-BMW und das japanische AutoRace Ube Racing Team konnten folgen. Nachdem die Webike Kawasaki frühzeitig technische Probleme hatte und den Speed nicht mitgehen konnte etablierten sich an der Spitze F.C.C. Honda und SERT Suzuki, ca. 1 MInute zurück YART und dann die Werks-BMW. Dem hohen Tempo in der
Führungsgruppe musste dann Honda Tribut zollen - Motorschaden und Ausfall in der Nacht! Auch die ERC-BMW überstand die Nacht nicht - Davide Checa hatte einen heftigen Einschlag in die Streckenbegrenzung bei der das Motorrad in Flammen aufging, der Pilot blieb nahezu unverletzt. Als die Sonne über dem Circuit Paul Ricard aufging lag die Suzuki souverän in Front, mit einer Runde Rückstand kämpften YART und BMW um Rang 2 vor dem erstaunlich starken Team von Ube Racing die mittlerweile bis auf Platz 4 vorfahren konnten. Sollte BMW den zweiten Platz behalten und sich an der Reihenfolge vom Sonntagmorgen nichts mehr ändern wären Reiterberger/Odendaal und Guintoli mit der BMW M1000RR Langstreckenweltmeister. Aber zu diesem Zeitpunkt waren immer noch 8 Stunden zu fahren! Während die Yoshimura SERT Suzuki mit Black/Masson/Linfoot abgeklärt und sicher Runde um Runde drehten und Richtung Rennsieg steuerten ging es zwischen BMW und Yamaha um die Weltmeisterschaft. Beide Teams lagen je nach Boxenstrategie zwischen Minimum 40 und Maximum 100 Sekunden ausseinander und lieferten sich einen spannenden Kampf um Platz 2 der für beide Teams den WM - Gewinn bedeutet hätte. Als die Maschinen dann ca. 45 Minuten vor Rennende zu ihren letzten Boxenstopps kamen waren die Entscheidungen - so schien es zumindest - gefallen. Suzuki fuhr einem ungefährdeten Sieg bei der 88. Ausgabe des Bol d´Or entgegen und BMW wird zum erstenmal in ihrer Firmengeschichte Langstreckenweltmeister , können sie doch die YART Yamaha sicher auf Distanz halten und den Vorsprung kontrollieren. Doch nach 23 Stunden 40 Minuten - 20 Minuten (!) vor Rennende - dann die große Ernüchterung in der Box vom BMW World Endurance Team - Markus Reiterberger kam mit rauchendem
- Strahlemann Marvin Fritz freut sich über seinen 2. WM-Titel als Langstreckenweltmeister
- Foto: moto - foto
- hochgeladen von Hartmut Reuschel
Auspuff und einem Motorschaden in die Box, stellte die M1000RR ab und verschwand wortlos im Motorhome. Wenige Meter weiter unten in der Boxengasse schauten die YART Mechaniker ungläubig auf den Monitor, trauten ihren Augen nicht und brauchten ein paar Augenblicke um zu registrieren dass der Langstreckenweltmeister 2025 nicht BMW sondern YART Yamaha heisst. Für Marvin Fritz und Karel Hanika ist es nach 2023 der 2. WM-Titel in der EWC, Teamkollege Jason O´Halloran gewinnt die WM zum ersten mal. Wieder einmal hat sich das alte Gesetz der Langstrecke bestätigt: If you finish first - you first have to finish !
Text: Hartmut Reuschel
Bilder: moto-foto
Autor:Hartmut Reuschel aus Mannheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.