Heimliche Aufnahmen auf Uni-Toilette: Warum der Täter nicht ins Gefängnis muss
- Ein 26-Jähriger filmte laut Gericht Frauen in einer Mannheimer Uni-Toilette bei der Notdurft, griff eine Joggerin an und entblößte sich vor Frauen und Kindern. (Symbolbild)
- Foto: Leonie Asendorpf/dpa
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Mannheim. Nach heimlichen Videoaufnahmen auf einer Uni-Toilette in Mannheim ist ein 26 Jahre alter Mann zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht ordnete jedoch seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, weil der Angeklagte als schuldunfähig gilt.
Nach Angaben einer Gerichtssprecherin sprach das Gericht den Mann unter anderem vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Grund ist seine festgestellte Unzurechnungsfähigkeit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Laut Anklage filmte der Mann im Mai 2025 in sieben Fällen Frauen auf einer Toilette der Universität Mannheim. Die Aufnahmen speicherte er auf seinem Mobiltelefon.
Weitere Angriffe in Mainz und Mannheim
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann zudem mehrere weitere Taten vor. Im Juni soll er nachts in Mainz eine Frau verfolgt und auf einen Parkplatz gezerrt haben. Die Frau konnte laut Anklage um Hilfe rufen und fliehen.
Nur wenige Tage später soll er in Mannheim eine Joggerin angegriffen und gewürgt haben, um sie zu vergewaltigen. Eine zufällig vorbeikommende Zeugin griff ein. Dadurch ließ der Mann von seinem Opfer ab.
Mehrere Fälle von Exhibitionismus
Anfang August soll der Angeklagte außerdem in mehreren Orten Frauen und Kinder belästigt haben. Die Staatsanwaltschaft nennt vier Fälle im Neckar Odenwald Kreis, im Rhein Neckar Kreis sowie in Heidelberg und in einer S Bahn.
Dabei soll er sein Geschlechtsteil gezeigt und daran manipuliert haben. In einem Fall ejakulierte er laut Anklage in Gesicht und Haare einer Geschädigten sowie auf einen Sitzplatz in der Bahn.
Der Mann hatte die Vorwürfe zum Prozessauftakt eingeräumt.
Ähnlicher Fall sorgt in Freiburg für Proteste
Parallel sorgt ein anderer Fall im Südwesten für Diskussionen. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Universität Freiburg hatte über Jahre heimlich Frauen in intimen Situationen gefilmt.
Das Amtsgericht Freiburg verurteilte ihn Anfang März zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und fordert zweieinhalb Jahre Haft. Nach dem Urteil kam es zu mehreren Demonstrationen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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