Die Bakchen
- Tanz, Modern Dance, Symbolbild
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Mannheim. Dass die U-Halle für Tanz-Performances geeignet ist, hat das Live Art Festival „Wunder der Prärie“ eindrücklich gezeigt – die ehemalige Militärhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Mit Philipp Scholtysiks Tanz-Performance Die Bakchen kehrt zeitraumexit für zwei Tage in den außergewöhnlichen Leerstand auf Spinelli zurück.
Am Freitag, 14. und Samstag, 15. November, jeweils um 19.30 Uhr zeigt zeitraumexit die partizipative Tanz-Performance Die Bakchen von Philipp Scholtyssik in der U-Halle auf Spinelli. Damit wird der außergewöhnliche Leerstand – eine ehemalige Militärhalle, die zuletzt während der Bundesgartenschau über einen längeren Zeitraum genutzt wurde – erneut zum Kunstort.
Die Bakchen beschäftigt sich mit einem bis heute ungeklärten Phänomen: Am Übergang des Mittelalters zur Neuzeit tanzen hunderte Menschen exzessiv über Wochen auf den Plätzen von Straßburg. Für viele endet die Tanzwut erst mit dem Tod. Aber was geschah damals? Eine Krankheit? Dämonische Besessenheit? Massenhysterie? Eine Gegengesellschaft? Was unterschiedliche
Perspektiven in der Tanzwut sehen, zeigt auch, wie sie die Welt sehen. Was ist mit Rausch und Ekstase? Der Titel Die Bakchen stammt von einem antiken Drama, in dem Dionysos alle grausam bestraft, die ihm die Verehrung durch Tanz verweigern.
Diese Performance unternimmt den abenteuerlichen Versuch, sich in das mittelalterliche Geschehen einzufühlen. Das Publikum kann diese Übung in der Fantasie oder mit dem eigenen Körper machen. Zu erahnen, was damals geschah, rückt zugleich die Gegenwart in den Blick. Unvermittelt wird die Raving Society eine plausiblere Lebensform, als der Wunsch, in einer Gesellschaft zu funktionieren, die bald sowieso zusammenbricht. Jetzt ist die Frage nur noch, ob der Beat kickt. red
Autor:Kristin Hätterich aus Mannheim |
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