Care-Arbeit sichtbar machen - Aktionswochen der Mannheimer Abendakademie
- Auch wenn immer mehr Männer im Haushalt mithelfen - ein Großteil der Care-Arbeit wird von Frauen geleistet.
- Foto: Prostock-studio/stock.adobe.com
- hochgeladen von Kristin Hätterich
Mannheim. Den Haushalt in Ordnung halten und organisieren, Angehörige pflegen, Kinder großziehen - quasi alle Aufgaben des Sorgens und Sich-Kümmerns werden als Care-Arbeit bezeichnet. Ohne diese könnte unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Allerdings ist Care-Arbeit oft unsichtbar und schlecht oder (meistens) gar nicht bezahlt. Sie ist ungleich verteilt und wird überwiegend von Frauen übernommen.
Darauf weist der bundesweiten „Equal Care Day“ hin, der dieses Jahr auf den ersten März fällt. Dabei soll Care-Arbeit sichtbar gemacht werden, Ziel ist eine faire Bezahlung und eine gerechte Verteilung.
Rund um diesen Tag hat die Abendakademie mit verschiedenen Kooperationspartnern ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Dabei steht nicht nur die Sorge um andere Menschen im Mittelpunkt, sondern auch das Sich-Kümmern um Umwelt, um Natur und auch um sich selbst.
Bei der Mitmach-Veranstaltung „Drag Bingo“ am Freitag, 27. Februar, heißt es von 20 bis 21.30 Uhr „Bingo!“, wenn man fünf Zahlen in einer Reihe ankreuzen konnt - außerdem gibt es Preise vom QZM. Wer nebenbei Fragen rund um das Thema Care-Arbeit richtig beantwortet, erhält einen Preis von der Abendakademie.
Im Vortrag „Mikrofarming als Care-Raum“ am Dienstag, 3. März, von 18 bis 19.30 Uhr erfährt man einiges über die solidarische Vielfaltsgärtnerei und Marktgärtnerei in Heidelberg-Handschuhsheim. Dort werden Gemüse, Salate, Kräuter, Blumen und vieles mehr angebaut - in Handarbeit, ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel. Der Vortrag stellt vor, was die Idee, die Chancen und die Herausforderungen eines solchen Anbaus sind.
In der Teezeit am Mittwoch, 4. März, von 16 bis 18 Uhr geht es darum, die unsichtbare Arbeit sichtbar zu machen. Obwohl Care-Arbeit unverzichtbar ist und eine große Bedeutung hat, wird sie oft als selbstverständlich angesehen. Im Vortrag werden Lösungsansätze und Visionen vorgestellt, wie man Care-Arbeit gerechter aufteilen und für eine bessere Anerkennung sorgen kann.
Am Samstag, 7. März, gibt es von 10 bis 14 Uhr einen kritisch-hoffnungsvollen Blick auf die Sorgestrukturen unserer Stadt, denn Stadt ist mehr als Beton, Verkehr und Verwaltung. Stadt ist auch Beziehung, Zeit Nachbarschaft, Unsichtbares. Beim Walkshop bewegen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam durch die Innenstadt und schauen mit anderen Augen auf den Stadtraum. Wer sorgt hier und wer nicht? Welche Orte stoßen eher ab, welche laden zum Bleiben ein?
Auch in der Stadt Mannheim gibt es ein wildes Leben, das auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. Ein Spaziergang am Freitag, 6. März, führt von 16 bis 18 Uhr zu Wildtieren und Wildpflanzen am Neckar, eine Begegnung mit einer Tier- und Pflanzenwelt direkt vor der eigenen Haustür.
Literarisch wird es unter anderem bei einem Besuch des Frauenbuchladens Xanthippe, der gleichzeitig Auftakt der Reihe: „Einfach vorbeikommen – Begegnungsorte in Mannheim“ ist. Am Samstag, 7. März, geht es von 15.30 bis 17.30 Uhr in einer Gesprächsrunde über damalige und heutige Frauenbewegungen in der Region und die Bedeutung feministischer Räume.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Lesung der bekannten Autorin Mia Raben aus ihrem Buch: „Unter Dojczen“. Diese findet am Donnerstag, 12. März, von 19 bis 21 Uhr statt. red/bas
Weitere Informationen: www.abendakademie-mannheim.de/carewochen
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.