Kreis bestätigt hochanstreckende Chinaseuche: Verlauf bei Kaninchen tödlich
- Zwergkaninchen und weitere Hauskaninchen, Zuchtkaninchen sowie freilaufende Kaninchen sind betroffen.
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Ludwigshafen. In Ludwigshafen ist Ende Juni die gefährliche Chinaseuche bei einem Kaninchen nachgewiesen worden. Das Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises ruft Halter und Züchter jetzt zu besonderer Vorsicht auf, weil die Krankheit extrem ansteckend ist und für viele Tiere tödlich endet.
Amtlich bestätigt wurde die sogenannte Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD) vom Erregertyp 2. Die Viruserkrankung befällt ausschließlich Haus- und Wildkaninchen, breitet sich aber oft rasend schnell aus.
Das Veterinäramt warnt vor schweren Krankheitsverläufen und plötzlichen Todesfällen. In betroffenen Beständen können innerhalb kurzer Zeit bis zu 90 Prozent der Tiere sterben.
Damit sich das Virus nicht weiter verbreitet, sollen Kaninchenhalter jetzt strenge Schutzmaßnahmen einhalten:
• Kontakte zwischen verschiedenen Kaninchenbeständen und deren Besitzern möglichst vermeiden
• Kein Futter, keine Einstreu, keine Transportboxen, Käfige oder Geräte zwischen Haltungen austauschen
• Kein Grünfutter, Heu oder Pflanzen von Flächen verfüttern, auf denen Wildkaninchen unterwegs gewesen sein könnten
• Hände, Schuhe und benutzte Geräte nach jedem Tierkontakt gründlich reinigen und desinfizieren
• Neu aufgenommene Kaninchen zunächst strikt vom vorhandenen Bestand trennen
• Bei plötzlichen Todesfällen oder Krankheitsanzeichen sofort Tierarzt oder Veterinäramt informieren
Nach Angaben der Behörde reicht der Schutz älterer Impfstoffe gegen das klassische RHDV vom Typ 1 bei der neuen Virusvariante nur eingeschränkt aus. Für einen möglichst sicheren Schutz empfehlen Experten deshalb Impfungen gegen beide Serotypen.
Inzwischen gibt es einen sogenannten bivalenten Impfstoff, der nach einer einzigen Impfung ein Jahr lang gegen beide derzeit kursierenden Virusvarianten schützen soll.
Die Chinaseuche gehört zu den meldepflichtigen Tierseuchen und wird durch ein Calicivirus der Gattung Lagovirus ausgelöst. Das Virus kann sowohl bei Innen- als auch bei Außenhaltung übertragen werden, außerdem können Wildkaninchen Hauskaninchen anstecken.
Besonders tückisch ist die indirekte Verbreitung des Erregers. Das Virus kann auch über Futter, Dünger, Kleidung, Schuhe, Transportkisten, Geräte oder sogar Fluginsekten weitergetragen werden. Deshalb betont das Veterinäramt die große Bedeutung konsequenter Hygienemaßnahmen. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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