Zugang und Teilhabe für Alle
Barrierescout hilft dabei, Barrieren abzubauen

Die Kaffeemaschine ist nicht barrierefrei
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Von Charlotte Basaric-Steinhübl

Ludwigshafen. Der Fahrstuhl ist mal wieder kaputt, die Rolltreppe fährt nicht, der Gang im Supermarkt ist zu eng ... Das alles ist ärgerlich. Doch wie muss es da erst Menschen gehen, die im Rollstuhl sitzen oder deren Sehkraft eingeschränkt ist? Was bedeutet das im Alltag für Betroffene konkret? Und vor allem - wie kann man es ändern? Die Wochenblatt-Redaktion im Gespräch mit Barriere-Scout Peter Fellmann.

???: Sie sind Barriere-Scout – was bedeutet das?
Peter Fellmann: Die Barriere-Scouts möchten Menschen, Institutionen und Unternehmen sensibilisieren, sich verstärkt mit den Themen Behinderung und Inklusion auseinanderzusetzen und sie nicht nur als „Wohltätigkeit“ zu betrachten. Wir möchten das Menschen mit Behinderungen verschiedenste Produkte und Dienstleistungen optimal nutzen können und als Zielgruppe wahrgenommen werden. Denn in den meisten Fällen werden Menschen durch Barrieren behindert und nicht durch ihren Rollstuhl oder die fehlende Sehkraft.

???: Würden Sie den Leser*innen einige Worte über sich erzählen, warum sind Sie Barriere-Scout geworden?
Fellmann:
Ich heiße Peter Fellmann, und engagiere mich ehrenamtlich für das Projekt Barriere-Scouts. Warum ich mich engagiere: Inklusion funktioniert ohne Barrierefreiheit nicht. Denn wo Orte, Räume oder Kommunikationsmittel nicht barrierefrei sind, bleibt Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, an der Arbeitswelt und in der Freizeit verwehrt. Ich möchte mit meinem Wissen und meiner Erfahrung dazu beitragen das Barrieren abgebaut werden. Zugang schaffen – Teilhabe garantieren

???: Was genau ist Ihre Aufgabe als Barriere-Scout?
Fellmann: Barriere-Scouts sind Expert*Innen in eigener Sache. Wir sind Menschen mit Behinderungen die alltäglich mit Barrieren zu tun haben. Ich habe an einem mehrteiligem Weiterbildungsprogramm der Sozialheld*innen teilgenommen. Wir bieten unser Wissen Ortsbetreiber*innen an die z.B. ihre Gaststätte, Eisdiele, Cafe oder ihren Friseursalon barrierefrei gestalten möchten. Mit dem erlernten Wissen und meinen eigenen Erfahrungen kann ich auf verschiedenste Barrieren aufmerksam machen. Sie erhalten so Hinweise darauf wie sie Barrieren abbauen können und dadurch Zugang und Teilhabe für alle schaffen können. Auch Privatpersonen unterstütze ich gerne bei der Wohnraumanpassung, also dem altersgerechten oder barrierefreien Umbau der Wohnung.

???: Welche Barrieren sind denn typischerweise vorhanden, auf die Sie aufmerksam machen möchten?
Fellmann: Typische Barrieren im Gebäude sind Türschwellen, Stufen, zu enge Türen, fehlende Behindertentoiletten, fehlende Blindenleitstreifen, schlechte Lichtverhältnisse, schlecht erreichbare Schalter oder Griffe und viele mehr.

???: Was würden Sie sich wünschen im Umgang mit Menschen mit Behinderungen?
Fellmann: Man sollte mit Menschen mit Behinderung genauso umgehen wie mit jedem anderen auch. Man sollte ihnen offen begegnen und Fragen wenn es Fragen gibt.

???: Was können Ortsbetreiber*innen tun?
Fellmann: Vereinbaren sie einen Termin und führen Sie zusammen mit dem Barriere- Scout eine Ortsbegehung durch um Probleme zu identifizieren und erste Lösungsansätze zu entwickeln. Damit ermöglichen sie einen ersten Einstieg in Richtung Barrierefreiheit. Eine Ortsbegehung ist kostenlos und unverbindlich.

???: Werden noch Mitstreiter gesucht?
Fellmann: Ja. Die Barriere-Scouts können noch Verstärkung gebrauchen mit oder ohne Behinderung. Einfach anrufen.

Vielen Dank für das Interview! bas

Kontakt:
Peter Fellmann
Telefon: 0621 67180298
Mobil: 0176 96245892
E-Mail: barrierescouts@gmail.com

Die Kaffeemaschine ist nicht barrierefrei
Rollifahrer vor einer Treppe
Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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