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„Tag ein Tag aus“ Vernissage in der Galerie Lauth
- Werner Lauth neben dem Künstler Hermann Reimer und seinen Gemälden
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen. Am 30. Oktober füllte sich die Galerie Lauth in der Mundenheimer Straße 252 ab 18 Uhr zusehends mit Gästen, die an der Vernissage „tag ein tag aus“ des Künstlers Hermann Reimer teilnehmen wollten. Der „Stamm-Künstler“ von Werner Lauth, mit dem er seit 2014 zusammenarbeitet, hatte schon zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und zeigte heute was er drinnen gemalt hat und was draußen.
In der Galerie war alles für die Gäste vorbereitet worden; ein wundervoller Blumenstrauß und ein atemberaubender Duft durchströmte die Galerie. Neben Brezeln wartete ein Sektempfang auf die Ankömmlinge. Die ganze Familie Lauth hatte heute ein Stelldichein.
Als charmanter Dialog zwischen Werner Lauth und dem „Riesen“ Hermann Reimer wurde die Ausstellung eröffnet. Werner Lauth ließ wissen, dass Hermann Reimer noch nie eine Einzelausstellung mit Interieur gemacht hat, obwohl er schon oft ausgestellt hat; das sei heute eine Premiere. Hermann Reimer hat bei seinem „Lehrmeister“ Klaus Fußmann studiert. Es sei ein langer Prozess bis so ein Gemälde fertig ist und immer Zweifel lässt; es muss immer wieder nachkorrigiert werden. Ganz wichtig sei immer die Perspektive. Nach dem Abitur wusste er noch gar nicht, was er eigentlich machen sollte und entschied sich dann später für die Kunst. Er beschäftigte sich mit Picasso und dem Kubismus. Werner Lauth zitierte Klaus Fußmann „Hermann Reimer weiß heute, was er tut. Er ist sicher geworden – soweit man davon in der Kunst überhaupt sprechen kann.“ Auf die Frage von Lauth, wie es zu dem Titel „tag ein tag aus“ kam, antwortete Hermann Reimer „Drinnen male ich drinnen und draußen male ich draußen Tag ein Tag aus.“ Wie er dazu kam, diese Art Bilder zu malen, beantwortete er damit, dass er einmal etwas anderes machen wollte. Im Internet suchte er nach Fotos von Wolle und Haaren und blieb letztendlich an Ausschnitten von Interieur hängen. Er malte das gegenständlich Banale, wie zum Beispiel ein Badezimmer. Es war eine lockere Unterhaltung, die mehr als einmal für Lacher sorgte.
Hermann Reimer (geb. 1959 in Münster) studierte Malerei an der Hochschule der Künste Berlin. Zuerst studierte er von 1977 bis 1983 Physik mit Diplom und war 1990 Meisterschüler von Klaus Fußmann. Hermann Reimer lebt und arbeitet er in Berlin. Ihm geht es um das Einfangen der Stimmung, um Licht und Schatten, um die Luft zwischen Maler und Objekt. Diese Faszination führt ihn in die Natur, wo direkt vor dem Motiv atmosphärisch anmutende Stimmungsbilder entstehen. Es interessieren ihn in dieser Ausstellung nicht die spektakulären Landschaften, sondern die stillen, unauffälligen Flecken und Ausschnitte wie eine versteckte Lichtung im Wald. Reimer konzentriert sich auf wenige Motive, die er mit einem pastosen Farbauftrag auf die Leinwand bannt. Dabei wagt er sich neuerdings an ein für diese Motive gewaltiges Format von 2 mal 1 Meter. Gerade das Unscheinbare in überzeugende Bilder zu transformieren ist eine Aufgabe, die Hermann Reimer reizt. Dabei zeichnen sich seine Bilder durch eine hohe technische Fertigkeit aus; die Farben in Reimers Gemälden sind intensiver als in der Realität, was eine gewisse Magie ausstrahlt.
Neugierig geworden? Die Ausstellung kann noch bis 21. November zu den üblichen Öffnungszeiten der Galerie besucht werden. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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