Veterinäramt rettet 49 teils erkrankte Tiere aus vermüllter Wohnung
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Rhein-Pfalz-Kreis. Fäkalien am Boden, gestapelter Müll und verwahrloste Tiere: Das Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises hat gemeinsam mit der Kriminalpolizei, dem Ordnungsamt und der Tierrettung insgesamt 49 Tiere aus einer privaten Haltung befreit. Gerettet wurden 26 Hunde, 17 Katzen und sechs Kaninchen aus der vermüllten Wohnung eines Tierhalters.
Auslöser des Einsatzes war eine anonyme Anzeige bei der Polizei. Dadurch geriet der Halter in Verdacht, illegal mit stark missgebildeten Chihuahua-Welpen zu handeln. Bei einer ersten Kontrolle verweigerte der Mann zunächst den Zutritt zu seinem Grundstück und bestritt, Welpen zu besitzen.
Erst nach längeren Gesprächen und nachdem aus dem Inneren des Hauses Hundegebell zu hören gewesen war, zeigte der Halter den Einsatzkräften einige Tiere. Darunter befanden sich ein Chihuahua, eine Französische Bulldogge und drei Chihuahua-Welpen. Nach Angaben des Veterinäramts waren die Tiere stark von Flöhen befallen, hatten kahle Stellen im Fell sowie überlange, teils mit Kot verkrustete Krallen. Die Hunde wirkten apathisch und verängstigt.
Das Veterinäramt forderte den Mann daraufhin auf, die Welpen tierärztlich behandeln zu lassen und entsprechende Nachweise vorzulegen. Weil dies ausblieb und sich Hinweise auf weitere Tiere im Haus verdichteten, erwirkte die Behörde einen Durchsuchungsbeschluss.
Bei der anschließenden Durchsuchung bot sich den Einsatzkräften ein erschütterndes Bild. Nach Angaben des Veterinäramts waren die Räume stark vermüllt, Müll und Unrat hätten sich teilweise bis unter die Decke gestapelt. Der Boden sei kaum noch sichtbar gewesen, da er mit Kot und Schmutz bedeckt war. In der Wohnung habe ein „erdrückender Gestank“ nach Fäkalien, Müll und Tieren geherrscht.
Ausgezehrte und verletzte Tiere
Im Hausflur fanden die Einsatzkräfte drei stark abgemagerte Zwergkaninchen sowie eine ebenfalls unterernährte Katze. In einem mit Müll gefüllten Badezimmer entdeckten sie einen extrem ausgezehrten Continental Bulldog mit einer handtellergroßen Kopfverletzung. Im Kinderzimmer saßen ein weiteres Kaninchen in einer verschmutzten Katzentoilette sowie eine weitere abgemagerte Katze.
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Tierhändler hielt viel Tiere
Die meisten Tiere befanden sich im Wohnzimmer. Dort wurden 25 Hunde und 15 Katzen entdeckt. Unter den Hunden waren zahlreiche Chihuahuas und Chihuahua-Mischlinge, aber auch Französische Bulldoggen, Pomeranians, ein Husky, ein Malteser und ein Malinois. Vier Welpen waren erst wenige Tage alt und hatten die Augen noch geschlossen. Zwei weitere Chihuahua-Welpen im Alter von sechs bis acht Wochen saßen laut Behörde in einem stark verschmutzten Käfig.
Die Katzen litten sämtlich an Katzenschnupfen und zeigten Symptome wie Augen- und Nasenausfluss sowie Niesen. Nach Angaben des Veterinäramts waren nahezu alle Tiere abgemagert, gesundheitlich angeschlagen und sowohl innerlich als auch äußerlich von Parasiten befallen. Zwei Katzen waren trächtig.
Die Tiere wurden auf mehrere Tierheime und Tierschutzvereine verteilt und dort medizinisch versorgt. Laut Veterinäramt haben sich viele der Tiere inzwischen stabilisiert. Einige sollen bereits Interessenten für eine spätere Vermittlung haben.
Gegen den Tierhalter wird nun wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Zudem droht ihm ein Tierhalte- und Betreuungsverbot. jg
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Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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