Massentierhaltung schadet dem Klima
Mehr Klasse

Keine Massentierhaltung: Auf dem Bärenbrunnerhof in Schindhard haben die Schweine viel Platz
  • Keine Massentierhaltung: Auf dem Bärenbrunnerhof in Schindhard haben die Schweine viel Platz
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Massentierhaltung. Saftige, grüne Wiesen, weites Land und friedlich grasende Kühe – ein ländliches Idyll, das es so heute nur noch selten gibt. Um jedoch den Bedarf an Fleisch- und Milchprodukten zu decken, dazu reicht die klassische Landwirtschaft wie vor vielen Jahren heute nicht mehr aus. Dadurch ist die Massentierhaltung in den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen. Mit gravierenden Folgen für die Umwelt.

Viele Menschen unterschätzen, welchen Anteil Massentierhaltung am Klimawandel hat. „Das Umweltbundesamt hat eine Statistik veröffentlicht, die besagt, dass im letzten Jahr 8,2 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft stammen“, sagt Carmen Schauroth von der NABU-Regionalstelle Süd. Dabei spiele der CO2-Ausstoß eine untergeordnete Rolle. „Das Problem bei der Massentierhaltung sind die Emissionen von Methan und Lachgas“, erläutert Schauroth. Die beiden Gase hätten eine stärkere Relevanz für den Klimawandel, da sie eine stärkere Treibhauswirkung haben als CO2. „Methan hat eine 25-fache Wirkung, Lachgas sogar eine 300-fache“, ergänzt sie. Methan entsteht zum Beispiel bei den Verdauungsprozessen von Wiederkäuern, also Rindern und Milchkühen, Lachgas entsteht bei der Ausbringung von Düngemitteln auf landwirtschaftliche Böden.

Rinder sind die größte Klimasünder

Im Vergleich der Nutztiere liegen Kühe und Rinder übrigens auf einem traurigen ersten Platz, wie eine Studie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei) zeigt. 51,3 Prozent der Emissionen gehen auf das Konto von Milchkühen, einen Anteil von 33 Prozent verursachen die übrigen Rinder. Schweine verursachen 10,3 Prozent und 2,5 Prozent stoßen alle übrigen Tiere, wie zum Beispiel Hühner oder Schafe aus. „Das Problem ist die Massentierhaltung“, sagt Carmen Schauroth. Würden die Tiere auf einer Weide stehen entfielen Kraftfutter und andere Futtermittel, die durch Anbau und Transport ja ebenfalls für Emissionen sorgen. Gerade die Produktion von Soja in Südamerika ist ein großes Übel. „Regenwald wird abgeholzt oder brandgerodet, was für weitere CO2-Emissionen sorgt. Und das, obwohl der Wald selbst so viel CO2 speichern könnte“, sagt Schauroth.

60 Prozent der Ackerfläche für Futtermittel

Allerdings gilt dies auch für Deutschland: 60 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen wird hierzulande nur zum Futtermittelanbau genutzt. Würde man mehr Tiere auf der Weide halten, so entstünde mehr Dauergrünland oder bliebe erhalten. Dieses Dauergrünland würde nicht nur mehr CO2 speichern, sondern auch mehr Artenvielfalt bieten. „Das funktioniert aber nur dann, wenn deutlich weniger Tiere da sind.“
Es müsse ein Umdenken stattfinden und das Bewusstsein der Konsumenten gestärkt werden. Denn zu sagen, dass Nutztierhaltung per se „schlecht“ sei, wäre auch falsch, betont Carmen Schauroth. Verbraucher müssen sich aber fragen, ob sie all die Probleme, die mit der Massentierhaltung einhergehen, so unterstützen möchten. Auch, wenn wir hier in der Pfalz selbst keine größeren Mastbetriebe oder ähnliches haben. uck

Wald in Not
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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