Hotel- und Gaststätten in schwieriger Situation / Interview mit Michael Kant, Geschäftsführer DEHOGA Karlsruhe
„Die Lage ist desaströs“

Im Gespräch (v.l.): Waldemar Fretz, Kreisvorsitzender DEHOGA Karlsruhe, Daniel Caspary, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Michael Kant, Geschäftsführer DEHOGA Karlsruhe
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  • Im Gespräch (v.l.): Waldemar Fretz, Kreisvorsitzender DEHOGA Karlsruhe, Daniel Caspary, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Michael Kant, Geschäftsführer DEHOGA Karlsruhe
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Karlsruhe. Deutschland steht wegen des Coronavirus so gut wie still. Viele Branchen leiden unter der aktuellen Situation – ganz besonders auch Gastronomie und Hotellerie. Zu den Einschränkungen, welche die Bewältigung der Corona-Krise mit sich bringt, äußert sich Michael Kant, Geschäftsführer "DEHOGA Karlsruhe", dem Verband für das Gastgewerbe. Der promovierte Jurist vertritt rund 1.000 Unternehmen in Karlsruhe und Bruchsal. "Wochenblatt"-Reporter Volker Knopf fragte nach.

???: Wie stellt sich die die aktuelle Situation für die Betriebe im Stadt- und Landkreis Karlsruhe dar?
Michael Kant: Die Lage ist desaströs. Es gab schon im Vorlauf der Krise zahlreiche Einschnitte, beispielsweise durch Stornierungen von Kongressen und Messen in Karlsruhe. Das Tagesgeschäft brach ein, ad-hoc-Gäste blieben weg. Wir vertreten viele familiengeführte Hotels und Gastro-Betriebe. Da ist oft keine große Liquiditätsreserve da. Nach ein, zwei Wochen ohne Einnahmen kann es da schon problematisch werden.

???: Wie groß ist denn die Verunsicherung bei den Betrieben?
Kant: Immens. Es ist eine Situation, wie es sie noch nie gab. Entsprechend ist auch die Verunsicherung. Ich erhalte Hunderte von Anrufen. Da geht es zunächst um die Frage: Wie kann mein Betrieb überleben? Was gibt es für Hilfeleistungen? Es geht um Arbeitsrecht. Wie gehe ich mit Stornierungen um, ohne Stammgäste zu verlieren? Es ist neu für eine Branche, die vom Fachkräftemangel geprägt ist und jetzt in dieser Krise Kurzarbeit anordnet.

???: Was sind Ihre Forderungen an die Politik?
Kant: Die Politik ist auf die Problematik zweifellos aufmerksam geworden. Von einem Notfallfonds ist ja oft die Rede. Nötig sind vor allem Soforthilfen, um Liquidität bereitzustellen. Es geht um Kurzarbeit, zinslose Kredite. Aber vor allem auch um Gelder, die in der aktuellen Krise sofort ausbezahlt werden.

???: Dennoch: In Anbetracht der Krise, haben Sie Verständnis für die Maßnahmen?
Kant: Selbstverständlich. Gesundheitsschutz hat absolute Priorität. Das akzeptieren wir. Die Menschen müssen geschützt werden. Auch unsere Branche wünscht sich gesunde Gäste. Aber wir wünschen uns ebenso ein Handeln mit Augenmaß und einheitlichen Verordnungen statt einem unübersichtlichen Regulierungsteppich.

„Das geht uns alle an“ ist eine Initiative des „Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter“. Auch die „Wochenblätter“ möchten die Corona-Krise sachlich und unaufgeregt begleiten. Wichtige Infos über den Virus, über Schließungen und Absagen in unserer Region – aber auch darüber, welche Auswirkungen die Krise auf Menschen, Vereine und Unternehmen hat, sind Bestandteil unserer Berichterstattung. Aktuelles gibt's auf www.wochenblatt-reporter.de/coronavirus

Autor:

Jo Wagner

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