KSC gewinnt in Überzahl mit 3 zu 2 gegen Preußen Münster

Freude über den Treffer | Foto: abseits-ka/Anderer
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Karlsruhe. KSC. Heimspiel, fast volle Hütte (29.600 Zuschauer), stimmungsvolles Wildparkstadion, Saisonauftakt gegen Preußen Münster, sonnig mit Wolken, gutes Fußballwetter, die Fans geben gleich Gas - tolle Choreo unter der Überschrift "Was wir leben, werdet ihr niemals finden".
Die Teams kommen auf den Platz. KSC-Trainer Christian Eichner gibt heute zunächst folgender Elf das Vertrauen:
Bernat (Neuzugang) - Kobald, Franke, Rapp - Jung, Müller (Neuzugang), Herold, Egloff, Wanitzek - Ben Farhat, Simic (Neuzugang)
KSC-Fans müssen sich noch etwas auf die neuen Namen einstellen.

Keine Balljungen mehr um den Platz

Noch eine Neuerung: Es gibt keine "klassischen" Balljungen rund um den Platz mehr: Dafür gibt es 20 kleine Hütchen, auf denen Ersatzbälle liegen. Intention: Die Balljungen nahmen zuletzt zu großen Einfluss auf das Spiel, entweder machten sie das Spiel bei Rückstand für "Ihre" Mannschaft schneller oder "suchten" zufällig den Ball bei einem Vorsprung, sprich, unterstützten Zeitspiel! 

Spiel aus der Geschichte

KSC gegen Preußen Münster - übrigens eine Partie von der allerersten Saison der Fußballbundesliga. Damals, am 9. November 1963, gewann der KSC mit 4 zu 2, Torschützen waren Witlatschi, Stark, Marx und Kentschke. Insgesamt ist die Bilanz des KSC gegen die Gäste auch positiv: 7/4/1 (28 zu 10 Tore) in zwölf Partien; Bundesliga, Zweite Liga, DFB-Pokal und 3. Liga. Die einzige Niederlage bislang datiert von 2013. 

Der KSC presst früh, lässt Münster nicht das Spiel aufbauen, zwingt den Gegner zu Fehlern, kommt immer wieder in Ballbesitz!
6. Minute, toller Konter, der KSC spielt in den 16er, geklärt, zurückgelegt auf Wanitzek; der zieht aus 15 Metern ab, doch Verteidiger Preißinger kommt noch mit dem Kopf dran, Ecke - und der Münsteraner geht zu Boden. 
Erste KSC-Ecke, Herold von links, der Ball wird verlängert, am langen Eck steht Ben Farhat mutterseellenallein, schiebt das Ding über die Linie: Tor, 1 zu 0 - schon in der 7. Minute, ein Saisonauftakt nach Maß!
Schiri Robert Kampka (aus Mainz) ist aktuell etwas kleinlich: Bei auch kleinen Berührungen wird aktuell gleich gepfiffen. 
17. KSC-Torwart Bernat muss sich das erste Mal strecken - bei einem Klärungsversuch von Herold, der knapp am langen Pfosten aber zur Ecke geht!

23. Was für ein geiler Konter, was für ein geiles Tor: 2 zu 0! Ben Farhat wird geschickt, lässt seinen Gegenspieler stehen, zieht den nächsten Gegenspieler auf sich, steckt durch zu Wanitzek, der cool genug ist, auch den Keeper auszudribbeln - und die Kugel locker über die Linie laufen zu lassen! Der VAR Checkt, aber alles sauber!
25. Zusammenprall von Kobald und seinem Gegenspieler Preißinger, doch der KSC-Spieler kassiert Gelb
Komisch: Nach der Behandlung muss Kobald kurz vom Platz, aber Preißinger nicht?! Keine einheitliche Linie von Schiri Kampka.
31. KSC-Trainer Eichner ist engagiert an der Linie, fordert seine Jungs immer wieder auf, schnell draufzugehen, den Gegner unter Druck zu setzen.
32. Gegentor - aus der Kategorie "Tor des Monats": Amenyido wird geschickt, sein Gegenspieler ist nicht eng dran, am Strafraumeck tänzelt er dann zwei Gegenspieler aus - und zieht die Kugel hoch ins lange Eck! Der passt! 2 zu 1!
40. Falsche Einwürfe sieht man selten im Profifußball, doch der Münsteraner Hendrix zeigt ein Beispiel, steht dabei im Feld!
41. Wieder Freistoß KSC, wieder kommt die Kugel gefährlich in den Münsteraner Strafraum, doch die Abwehr ist wach, klärt den Ball vor Franke.
42. Gelbe Karte für Münsters Schulz für Behinderung beim Einwurf, denn der KSC will schnell machen, steht gut in der Spitze! Unterbunden, taktisches Foul: Gelbe!
Der KSC lässt sich aber zunehmend zurückdrängen und Münster macht das Spiel.
6 Minuten Nachspielzeit angezeigt.
Hoher Ball in den Münster-Strafraum, die Kugel kommt raus zu Herold, der aus 16 Metern, zentrale Position, volley abzieht, aber rechts vorbei
Der KSC schwimmt in der Nachspielzeit in der Abwehr. Drischt die Bälle in die Landschaft, doch Münster ist gleich wieder da! Da muss mehr aktiv der gegner angegangen werden!
Kurze Ecke Münster, Makridis kommt am 16er an den Ball, chipt die Kugel ins lange Eck, doch Bernat schnappt sich die Kugel!
Es regnert in Strömen im Wildpark
Konter KSC, Ben Farhat will im Mittelkreis an seinem Gegenspieler vorbei, doch der zieht ihn am Trikot zu Boden; Jaeckel kassiert zurecht die Gelbe Karte.

Halbzeit
Ein gutes Spiel, direkt aus dem Trainingslager mit Schwung. Der KSC ist gut gestartet, spielte zunächst sehr effektiv, doch nach dem zweiten Tor kam Münster, das sich nicht so einfach mit der Niederlage abfinden will - und Dampf macht! Da wird Trainer Eichner in der Kabine etwas aufrütteln müssen, denn die Fehlerquote hst sich beim KSC zum Ende der ersten 45 Minuten deutlich erhöht! Zudem war der KSC in den letzten 15 Minuten der Halbzeit eindeutg zu passiv, nicht "gallig" genug, wie es Eichner immer ausdrückt!

46. Keine Wechsel. Die KSC-Fans erinnern zur 2. Halbzeit mit einem großen Banner an den kürzlich verstorbenen Karlsruher Oberbürgermeister, KSC-Präsidenten und Ehrenbürger Prof. Dr. Gerhard Seiler.
Eckball KSC: Die Kugel kommt von links rein, doch Münster kann klären.
47. Freistoß, halbrechts, 25 Meter, Wanitzek, die Kugel kommt gut, doch Abseits
Sechste Ecke KSC, von links, bringt nichts ein.
Münster wieder mehr am Ball, ist den Tick konzentrierter, geht auch früher drauf!
Riskantes Spiel der KSC-Abwehr, die die Kugel ziemlich knapp vor den Münsteranern durch den Strafraum spielen.
Konter Münster, der gefährlich wird, weil sich Kobald völlig verschätzt
Eine Flanke von links wird von Münster schlecht geklärt, Egloff zieht ab, doch Jaeckel klärt auf der Linie im langen Eck!
Auf der Anzeigetafel schreibt der KSC jetzt die Anzahl der Zuschauer - schreibt dafür aber "Zuschauende?! Faktisch ja nicht ganz richtig; denn es sind Zuschauerinnen oder Zuschauer, Besucherinnen oder Besucher - aber nur im Moment des Zuschauens sind es Zuschauende! Ob sie also wirklich alle im selben Moment zuschauen?!
62. Rote Karte Münster. Koulis vertändelt die Kugel überflüssigerweise, Ben Farhat schnappt sich das Ding, ist vorbei, doch der Münsteraner zieht ihn zu Boden. Schiri Kampka kommt angelaufen, Hand an der Gesäßkarte. Keine Diskussion, das ist eine Notbremse, denn der Karlsruher Stürmer wäre 20 Meter vor der Hütte allein durchgewesen. Koulis weiß das, wirkt geknickt, diskutiert auch nicht.
Überzahl KSC: Mal schauen, wie die heute ganz in Blau gekleideten Karlsruher das Spiel aufziehen!
Münster wechselt, 3 neue Spieler sind nun drin.
Überraschender Blick auf die anderen Plätze heute: 
Elversberg - Nürnberg 0:0, Paderborn - Absteiger Kiel 1:0, Darmstadt - Absteiger Bochium 4:1
72. Der KSC lauert nun, steht aber höher, bringt Münster ein ums andere Mal in Bedrängnis.
Freistoß KSC, als 20 Meter halblinks Ben Farhat gelegt wird! Wanitzek spielt den Ball aber in die Mauer.
76. KSC wechselt; Simic und Müller gehen, Beifus und Schleusener kommen.
Unglückliche Aktion zwischen Egloff und seinem Gegenspieler Tikvié, der dann umknickt und auch ausgewechselt werden muss / Geld Egloff
Wechsel Münster
80. Der Ausgleich aus dem Nichts: Keine geht ran, langer Ball auf Lokotsch, der im 16er einen Tick vor Bernat an die Kugel kommt: Unter dem KSC-Keeper kullert die Kugel über die Linie! Ausgleich!
Wechsel KSC: Ersungur kommt für Kobald / Stürmer für Verteidiger
86. Der KSC erst geschockt, dann mit mehr Druck, aber nicht zwingend genug! Münster igelt sich ein, spielt auf Zeit!
88. Die Kugel kommt von links von Wanitzek, Zuspiel auf Schleusener, der legt auf für Egloff, der aus 14 Metern Maß nimmt und abzieht: Der Kracher schlägt hoch im langen Eck ein! Tor 3 zu 2!
Nachspielzeit: 7 Minuten!
90. Wechsel KSC, Egloff raus, Geller rein.
Münster drückt wieder.
Jetzt nimmt der KSC Zeit von der Uhr!
Konter Münster, die Kugel fliegt durch den Strafraum, geklärt, kommt aber nochmal lang zum Münsteraner ter Horst, der aus 5 Metern abzieht, aber die KSC-Hütte zum Glück verfehlt!
Abpfiff: Der KSC gewinnt verdient mit 3 zu 2!

Fazit
Ein unterm Strich schweres Stück Arbeit - aber mit einem verdienten Erfolg zum Saisonauftakt. In einigen Bereichen muss der KSC noch eine ordentliche Schippe drauflegen, doch der erste Schritt ist gemacht: 3 Punkte sind auf der Habenseite! Nach der Führung mitunter nicht konsquent genug, dann das Spiel zu leicht dem Gegner überlassen, in der Abwehr noch mit Abstimmungsfehlern, auch ab und zu nicht nah genug am Gegner, doch der Wille war da, das Ding final noch umzubiegen, das lässt positiv in die Saison blicken!

Blick auf die Tabelle: Erster Tabellenführer der neuen Spielzeit ist Darmstadt, das Erstliga-Absteiger Bochum mit einem Dreierpack von Stürmer Lidberg mit 4 zu 1 abkanzelt! Vorne noch dabei ist auch Paderborn, die in der 99. Minute den Siegtreffer zum 2 zu 1 über Erstliga-Absteiger Kiel macht.

Stimmen zum Spiel
"So ins Spiel zu kommen, ist optimal", so nach dem Spiel Louey Ben Farhat, der sich glücklich zeigte über Verlauf und Ergebnis des Auftaktspiels. Ausblick auf das Auswärtsspiel in Berlin: Jeder Gegner in der Liga ist schwierig zu spielen

"Nach den Höhen und Tiefen in der Vorbereitung kamen wir gut ins Spiel", so Kapitän Marvin Wanitzek: "Hatten gute 30 Minuten, standen hoch, gehen früh in Führung, setzen den Gegner unter Druck, nehmen den Flow mit, verlieren aber nach dem 2 zu 0 etwas den Faden, lassen dann dem Gegner die Kontrolle. Wir müssen aber in Überzahl mehr Chancen erarbeiten, auch wenn der Gegner mutig weitergespielt hat. Ich habe aber gespürt, dass wir das noch machen können, müssen aber mutig weiterspielen - und wir wollten zuletzt auch den Sieg!"

"Kurz vor Schluss hat sich der KSC das geholt, was wir gerne gehabt hätten", so Münster-Trainer Alexander Ende: "Wir hatten noch kurz vor Schluss die Chance, haben sie aber nicht genutzt!" Vor dem 0 zu 2 hätte Münster seinen Rythmus gefunden, "hüben wie drüben" war dann das Spiel, doch mit dem Platzverweis, kippte es. "Wir haben ein, zwei Fehler zuviel gemacht." Münster habe es trotz Unterzahl dann trotzdem gut gemacht, hätte ihr Spiel dann trotzdem durchgezogen. Kassieren aber das 2 zu 3. "In der Summe ein Scheiß-Ergebnis für uns, aber da können wir drauf aufbauen. Da geht künftig noch mehr. Leider aber heute mit einem schlechten Ende für uns."

Am ersten Spieltag sei es etwas schwierig, "gepaart mit durchwachsener Vorbereitung", so Christian Eichner: Die Mannschaft habe es aber beherzigt, es ergibt sich immer Chancen durch Fehler. "Die ersten 25 Minuten waren total in Ordnung, Tore im richtigen Moment." Das Gegentor sei klassisch gewesen; das Spiel mit Ball blieb in der ersten Hälfte beim KSC auf der Strecke. Die erste Halbzeit habe weh getan: Gegentor und viel Arbeit. Nach der roten Karte habe der Gegner weiter dagegengehalten; es war dann eher ein offenes Spiel. "Kriegen das 2 zu 2, "da passt die Abstimmung zwischen letzter Linie und Torwart überhaupt nicht." Großer Strich drunter: "Kompliment an die Mannschaft!" Egloffs Tor sei ein hochwertiges Tor. Aber es zeigt, dass es noch viel Arbeit gibt.

Nachfrage an Eichner zu den Neuzugängen: Müller habe ein gutes Spiel gemacht, vor der Abwehr stehen, Bälle holen, sei aber gelb-rot gefährdet, deshalb der Austausch. Bernat müsse noch richtig ankommen, Simic habe sein letztes Spiel zuvor im September gemacht. Da sei noch Luft nach oben, gerade im Bereich Selbstvertrauen.

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Autor:

Jo Wagner

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