Angespanntheit beim Karlsruher SC vor dem Spiel gegen Kiel
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Karlsruhe. KSC. Dass bei den Blau-Weißen aktuell Zunder unterm Dach herrscht, war bei der Pressekonferenz vor dem Kiel-Heimspiel - am Samstag, 21. Februar, 13 Uhr - deutlich zu sehen. Wo sonst KSC-Cheftrainer Christian Eichner seine Ansichten zum kommenden Spiel vorträgt, saß dieses Mal auch Sportgeschäftsführer Mario Eggimann.
Druck auf Eichner
Höchst erstaunlich, da sich die Leitung des Vereins weder bei der überraschenden (und nicht wirklich begründeten) Entlassung von Co-Trainer Zlatan Bajramović noch bei der verbalen Entgleisung des Vizepräsidenten Uwe Maisch in einem Selfie-Video aus dem Trainingslager des Vereins geäußert hat! Doch in diesem Fall wird offensichtlich dadurch auch Druck auf den Trainer ausgeübt. Dazu kam, dass der Verein - in einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung - alle Interviewfragen unter der Woche abgeblockt hat! Wie sehr aber die Hütte beim KSC brennt, war auch daran ablesbar, dass nicht der Trainer der Auftakt der Pressekonferenz machte, sondern der Sportgeschäftsführer.
Erwartet wird gegen Kiel - nicht unbedingt überraschend - keine ausverkaufte Hütte, denn in allen Bereichen sind die Tageskassen geöffnet. Für Eggimann war wichtig, dass der KSC "am Wochenende keine überstürzten Entscheidung" getroffen hat, wenngleich es der Sportgeschäftsführer unterlassen hat, dem Trainer das Vertrauen auszusprechen! Doch für Eggimann gehe es jedoch nicht unbedingt nur um Ergebnisse, sondern um die Leistung! "Die Mannschaft muss auch die Schlüsse ziehen aus dem Spiel. Wir waren überhaupt nicht zufrieden und sie musste es jetzt annehmen, die Situation und definitiv eine Reaktion zeigen." Das klang schon nach letzter Chance für den langjährigen KSC-Trainer!
Doch das wird nicht ganz so leicht werden, denn der Trainer hat nicht unbedingt eine Menge fertiger Spieler zur Saison bekommen, daher ist immer die Frage nach der Aufstellung ein Thema beim KSC 2026! Doch Eichner und sein Trainerteam werden "die Mannschaft schon darauf trimmen, dass sie am Samstag eine absolute Chance haben wird, weitere drei Punkte aufs Konto drauf zu packen, und einen weiteren Schritt zu tun in Richtung der nächsten Zehnerzahl!" Erwartet werde am Samstag schon eine deutliche Reaktion in den Bereichen, die die diese Liga einfordert, "da haben wir absoluten Nachholbedarf aus meiner Sicht."
Was denn jetzt? Bekenntnis zum Trainer oder "letzte Chance"?
Erst auf der Pressekonferenz kam ein öffentliches Bekenntnis zum Trainer: "Wir sind voll überzeugt, dass Christian für diese Situation der richtige Mann ist. Er hat auch in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er genau in diesen Situationen es schafft, die Mannschaft wieder zum Sieg zu führen." Das klang nach der Klatsche in Nürnberg jedoch völlig anders! "Ich wollte einfach ganz deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir nicht zufrieden waren mit dieser Leistung", so Eggimann, der auf ein folgendes Gepräch mit Eichner einging, da habe er festgestellt, dass der Trainer "Bock hat, er hat Energie". Doch es schwang auch auf der Pressekonferenz durchaus der Ton mit, dass Trainer Eichner kurz vor dem Rauswurf steht!
Die Mannschaft habe den Trainer in all den Jahren nie im Regen stehen lassen, doch es gehe auch Eichner "um den Verein, um die Leute", doch beim Kiel-Spiel erwarte das Trainerteam nun keine "unfassbaren Spielzüge", doch "einen deutlichen Schritt nach vorne"! Gesetzt der Fall, der KSC verliert auch gegen Kiel, spielt dazu nicht gut: Was dann? Ist Eichner dann noch Trainer beim KSC? Eggimann ging der Frage aus dem Weg: "Entscheidend ist, dass wir gemeinschaftlich alles dafür tun, um dieses Spiel erfolgreich für uns zu gestalten. Und erfolgreich bedeutet für mich auch, wie wir spielen in diesem Spiel." Dazu gab es sehr viele Gespräche diese Woche, viel Austausch. Die Jungs machen sich viel Gedanken drüber. Die sind auch nicht zufrieden."
KLare Ansage beim KSC: Die individuellen Fehler müssen abgestellt werden, die Mannschaft werde sich zerreißen. Warum sie das vorher nicht tat, blieb jedoch offen! Jeder sei dazu aufgefordert, am Samstag müsse die Mannschaft als Gruppe ein Schritt nach vorne machen, so der Trainer. Ob Einsatz, Engagement oder Leidenschaft: Jeder beschäftige sich damit und will eine Lösung finden. Ob es die Spieler sind, ob es der Trainer ist, so Eggimann. Bleibt die Frage nach der Aufstellung, die immer eine Art Geheminis beim KSC ist - auch mit Blick auf die verfügbaren Spieler. Da kommt zwangsläufig die Frage: Wer macht die Kisten, nachdem an sich alle Stürmer immer wieder abgegeben wurden ... Eichner ist aber optimistisch, "dass wir in dem Fall Luft nach oben haben. Wir haben Luft in der Woche nach oben, wir haben Luft am Samstag nach oben." Wichtig sei, "dass wir am Samstag elf Spieler auf dem Feld haben, die endlich mal wieder das entfachen, was so ein bisschen aus dem Wildpark ausgezogen ist!"
Autor:Jo Wagner |
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