Neuer Studiengang in Karlsruhe: Quantencomputing startet
- Jana Pohl hat sich als Erste für den Studiengang Quantencomputing an der Hochschule Karlsruhe beworben.
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Karlsruhe. Wer sich für Zukunftstechnologien und neue Berufswege interessiert, kann an der Hochschule Karlsruhe erstmals einen deutschsprachigen Bachelor im Quantencomputing belegen. Zum Start des Wintersemesters stehen 30 Plätze bereit, Bewerbungen sind noch bis Montag, 15. September möglich.
Als erste Studentin hat sich die 20-jährige Karlsruherin Jana Pohl für den neuen Studiengang eingeschrieben. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru und begann danach an der Hochschule Karlsruhe ein BWL-Studium. Über Plakate auf dem Campus wurde sie auf das neue Angebot aufmerksam und wechselte nach eigenen Worten, weil es spannender und herausfordernder wirke.
Praxisnaher Einstieg in eine Schlüsseltechnologie
Im Studium stehen vor allem Elektrotechnik und Informatik im Mittelpunkt. Ab dem dritten Semester kommen Inhalte wie Quantenmechanik hinzu, später auch Quantensensorik. Die Hochschule Karlsruhe will sich mit dem neuen Angebot vor allem durch einen starken Praxisbezug von bestehenden Masterangeboten im Bereich Quantentechnologie abheben.
Quantencomputer arbeiten anders als herkömmliche Rechner und gelten als wichtige Zukunftstechnologie. Sie können komplexe Probleme in Simulationen schneller bearbeiten. Genannt werden etwa Anwendungen bei der Entwicklung neuer Medikamente, in der Künstlichen Intelligenz oder bei sehr großen Rechenprozessen in der Wirtschaft.
Studiengangsleiter Philipp Nenninger sagt, die Ausbildung richte sich eng an dem aus, was Unternehmen derzeit bräuchten. Auch aus Sicht des Digitalverbands Bitkom deckt der Studiengang einen Bedarf an anwendungsnah ausgebildeten Fachkräften. Für den Einstieg in Tätigkeiten wie die Entwicklung von Quantensoftware könne ein Bachelorabschluss ausreichen. Für hoch spezialisierte Aufgaben in Forschung und Entwicklung seien meist Master oder Promotion nötig.
Bewerbung ohne Zulassungsbeschränkung
Der neue Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt. Nach Angaben der Hochschule können auch Absolventen eines Berufskollegs ein Studium aufnehmen. Unterrichtssprache ist Deutsch. Nenninger begründet das auch mit den fachlichen Anforderungen in Mathematik.
Noch sammelt die Hochschule Spenden für einen Quantencomputer, der ab dem vierten Semester benötigt wird und mit Hilfe eines Diamanten arbeiten soll. Zudem müssen vier neue Professorenstellen besetzt werden.
Frau in einem Fach mit niedrigem Frauenanteil
Für Aufmerksamkeit sorgt auch, dass mit Jana Pohl eine Frau den neuen Studiengang mit eröffnet. Frauen sind in vielen MINT-Fächern weiter unterrepräsentiert. Nach Daten des Statistischen Bundesamts lag ihr Anteil im Studienjahr 2024/25 bundesweit bei knapp 33 Prozent. In Baden-Württemberg war die Lage ähnlich. In Elektrotechnik und Informationstechnik lag der Anteil noch deutlich darunter.
Pohl beschreibt die Atmosphäre in kleinen Lerngruppen als Vorteil. Dort falle es ihr leichter, Fragen zu stellen als in großen Hörsälen. Ob sie später in einem Unternehmen oder in der Forschung arbeiten will, ist noch offen. Die Herausforderung im neuen Fach nimmt sie nach eigenen Worten gelassen an. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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