Hitzeschäden mit Auswirkungen auf das gesamte Netz
Reinigungsarbeiten dauern noch - noch kein Normalbetrieb

Das Material wurde von den Bahnen "aufgenommen" und dann auch verteilt
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  • Das Material wurde von den Bahnen "aufgenommen" und dann auch verteilt
  • Foto: Thomas Riedel Bild-/Videojournalist Karlsruhe
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Region. Überraschend trudelten im Verlauf des Nachmittags jede Menge Meldungen der Verkehrsbetriebe ein - nachdem etliche Fahrgäste von einem Bahnausfall im Netz berichteten. Die punktuellen Störungen auf Streckenabschnitten im Karlsruher Westen hatten letztlich Auswirkungen auf das gesamte Netz der Verkehrsbetriebe.


Übersicht in chronologischer Reihenfolge

Am Dienstag hieß es um 17 Uhr: "Aufgrund eines Gleisschadens im Bereich Karlsruhe Städtisches Klinikum zwischen Karlsruhe Städtisches Klinikum Moltkestraße und Karlsruhe Yorckstraße müssen die Tram-Linie 2 sowie die AVG-Linien S1 und S11 derzeit umgeleitet werden. Zwischen Yorckstraße und Knieligen Nord wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet."

Um 17.25 Uhr: "Im Zuge der aktuell erforderlichen Umleitung der Tram-Linie 2 sowie der AVG-Linien S1 und S11 kann es momentan auf sämtlichen Linien im Karlsruher Stadtgebiet zu Verspätungen und Fahrtausfällen kommen."

Um 18.14 Uhr: "Aufgrund eines möglicherweise durch die sommerliche Hitze bedingten Schadens an mehreren Schienenstrecken muss bis auf weiteres der komplett VBK-Tram- und AVG-Stadtbahnbetrieb im Karlsruher Stadtgebiet eingestellt werden. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe arbeiten aktuell intensiv daran, die Ursache der Schäden zu analysieren und diese schnellstmöglich zu beheben."

Gegen 19 Uhr war auf der Homepage zu lesen, dass die Verkehrsbetriebe Karlsruhe einen Busnotverkehr auf der Ost-West-Achse eingerichtet haben. Die Busse verkehren zwischen Turmberg/Durlach und Lameyplatz, bedienen alle Haltestellen in diesem Streckenabschnitt - allerdings erfolgt der Zu- und Ausstieg mitunter am Fahrbahnrand!

Server überlastet? In der Folge kam es wohl zu einem massiven Zugriff auf www.kvv.de, denn ab etwa 19.30 Uhr ging auch da nichts mehr. "Der Server unter www.kvv.de braucht zu lange, um eine Antwort zu senden." Das hat sich auch bis 20.30 nicht gebessert, denn die Seite war da noch immer nicht erreichbar! Ab etwa 21.30 war dann wenigstens eine Notseite abrufbar!

Um 19.53 Uhr die nächste Info: "Derzeit ist der komplette Tram- und Stadtbahnverkehr der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtalverkehrs-Gesellschaft (AVG) im Stadtgebiet von Karlsruhe eingestellt. Grund hierfür sind Schäden auf mehreren Gleisabschnitten, die möglichweise durch die sommerliche Hitze verursacht wurden."

Noch steht nicht fest, ob es tatsächlich die Temperaturen waren, die ursächlich für den Komplettausfall im Karlsruher Schinennetz verantwortlich zeichnen, oder vielleicht doch eher ein Materialfehler - aber sicher in Verbindung mit der Temperatur. Schließlich gibt's im Rheingraben im Sommer regelmäßig Temperaturen um die 40 Grad, ist also deutlich wärmer als am Dienstag!

Durch den Ausfall sind auch die AVG-Stadtbahnlinien in der Region von der kompletten Einstellung des Bahnbetriebs in der Stadt betroffen. Es wurden Schienenersatzverkehre (SEV) auf folgenden Linien bzw. Streckenabschnitten eingerichtet:

  • Ein SEV für die Linie S51/S52 zwischen Knielingen Rheinbergstraße - Wörth Bf. - Germersheim
  • Ein SEV für die Linie S7/S8 zwischen Karlsruhe Hbf - Durmersheim Bf. - Rastatt Bf
  • Ein SEV für die Linie S4 zwischen Durlach Bf. - Bretten Bf ohne Halt in Grötzingen Bf und Berghausen Hummelberg

In ersten Berichten von den Untersuchenden vor Ort am Klinikum ist die Rede davon, dass die "Füllmasse" zwischen Schienen und Asphalt durch die heutigen Temperaturen flüssig wurde, daraufhin auch in Gleisbereiche floss. Aus Sicherheitsgründen wurden dann die Bahnen gestoppt. Diese "Füllmasse" sorgt für eine gewisse Beweglichkeit der Gleise, muss aber die enormen Belastungen der tonnenschweren Bahnen aufnehmen können, sorgen aber auch dafür, dass keine Feuchtigkeit in den Gleisoberbau eindringt und letztlich in der Folge Frost- und Korrosionsschäden entstehen.

Hitze?
Was viele in den Sozialen Medien ansprechen, ist das Thema Hitze. Immerhin sei am heutigen Dienstag, 15. Juni, ja nicht unbedingt von einer großen Hitze zu sprechen, bei einem Tagesverlauf der Temperaturen zwischen 17 und 32 Grad. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe habe es solche Hitzeschäden noch nicht in Karlsruhe gegeben.

Um 20.25 Uhr wird bekanntgegeben, dass nun eine Ringlinie zwischen Karlsruher Hauptbahnhof und der Innenstadt eingerichtet sei. Die Fehlersuche laufe auch Hochtouren, erste Reinigungsmaßnahmen laufen schon, doch nach Informationen werde kaum bis morgen, Mittwoch, alles wieder im Normalbetrieb laufen! Man bemühe sich, wenigstens Teilbereiche der Stadt wieder mit Bahnen versorgen zu können.

Um kurz nach 22 Uhr meldet die KVV, dass für fast alle Linien SEVs organisiert seien. "Es sind unglaublich viele Busse im Einsatz. Irgendwann haben auch die Subunternehmer keine Busse mehr zur Verfügung."

Meldung der Verkehrsbetriebe um 0.53 Uhr am Mittwoch: Sowohl in der Nacht als auch im Verlauf des Mittwoch sei es weiter erforderlich, die Verunreinigungen durch Vergussmaterial an Fahrzeugen und Gleisen in vielen Bereichen des Stadtgebiets zu beseitigen. "Im Zuge der Reinigungsarbeiten werden auch die möglichen Ursachen analysiert und wenn möglich behoben." Dafür seien auch in der Nacht zahlreiche Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe zusammen mit einer Fachfirma und auch Mitarbeitern des THW vor Ort im Einsatz. "Fußgänger und Radfahrer werden gebeten, im Bereich der Gleise im gesamten Stadtgebiet besonders vorsichtig zu sein, bis die Schäden und Verunreinigungen durch die VBK vollständig beseitigt sind."

Dazu sind Trupps der Verkehrsbetriebe in der gesamten Stadt unterwegs, versuchen das klebrige Material, das an manchen Stellen wir Kaugummi auch aus den Schienen gezogen wird, zu entfernen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Hochdruckreiniger, Spachtel und Geräte, die man von der Gartenarbeit kennt. Problem: Das Gussmaterial habe sich an etlichen Stellen so verflüssigt, dass es in die Schienen gelangte - und dann von den Rädern der Bahnen (auch an der Bahn) verteilt wurde.

Am Mittwoch läuft nur Notbetrieb
Aufgrund des großen Umfangs der zu bewältigenden Maßnahmen können die Verkehrsbetriebe am Mittwoch nur ein betriebliches Notkonzept anbieten, das für Fahrgäste Einschränkungen mit sich bringt: "Die Stadtbahnlinien der AVG verkehren je nach Fahrzeugverfügbarkeit am morgigen Mittwoch in der Region außerhalb von Karlsruhe, aber nicht durch die Karlsruher Innenstadt." Bei Bedarf werde auf allen betroffenen Linien ein Busnotverkehr eingesetzt.

Linien und Strecken

  • Die AVG-Linie S4 Eilzug endet aus dem Kraichgau kommend am Karlsruher Hauptbahnhof
  • andere Bahnen der S4 enden in Grötzingen Oberaustraße. Dort ist der Umstieg in die S5 möglich.
  • Die S5 aus Richtung Pfinztal verkehrt bis zur Tullastraße.
  • Die S5 aus westlicher Richtung verkehrt bis zum Rheinhafen.
  • Die von Süden aus Richtung Rastatt kommenden AVG-Linien S7 und S8, die sonst regulär über den Albtalbahnhof in die Stadt fahren, enden im Karlsruher Hauptbahnhof.
  • Die aus Richtung Wörth und Germersheim kommenden AVG-Stadtbahnlinien S51 und S52 umfahren die Stadt auf dem DB-Gleis über Karlsruhe-West in Richtung Karlsruhe Hauptbahnhof.
  • Für die beiden Linien S1 und S11 gilt ebenfalls, dass diese die Innenstadt nicht durchqueren.
  • In deren südlichem Abschnitt wird ein Schienenersatzverkehr zwischen Ettlingen Stadtbahnhof in Richtung Hauptbahnhof eingerichtet.
  • Im nördlichen Abschnitt verkehrt der Busersatzverkehr zwischen Hochstetten und Yorckstraße.
  • Für die AVG-Linien S31 und S32 wird je nach Verfügbarkeit ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
  • Mit Blick auf die AVG-Linien S41/S42 sowie die S4 zwischen Heilbronn und Öhringen kann es ebenfalls zu Fahrtausfällen kommen
  • Der Großteil der VBK-Tramlinien kann am Mittwoch, 16. Juni, aufgrund der genannten Verunreinigungen nicht im Karlsruher Stadtgebiet verkehren.

Folgende Verbindungen können am Mittwoch genutzt werden:

  • Die S2 verkehrt auf dem Streckenabschnitt von Spöck über die Tullastraße und weiter als Tram 1 nach Durlach, während die Tram 4 von der Waldstadt über die Tullastraße und von dort weiter als Tram 2 nach Wolfartsweier fährt.
  • Der Abschnitt bis Wolfartsweier kann eventuell erst gegen späteren Vormittag befahren werden, so lange fahren die Bahnen der Tram 2 nach Durlach.
  • Die S2 West fährt vom Rheinhafen über den Entenfang nach Rheinstetten, während die Tram 6 West von Knielingen über Entenfang nach Daxlanden genutzt werden kann.

Auf folgenden Streckenabschnitten wird ein SEV mit Bussen eingerichtet:

  • Tullastraße – Durlacher Tor – Marktplatz – Europaplatz – Mühlburger Tor – Entenfang sowie
  • Marktplatz – Europaplatz – Brauerstraße/ZKM – Ebertstraße – Hauptbahnhof – Tivoli – Kronenplatz – Marktplatz (Ringverkehr)
  • Knielingen Nord – Yorckstraße – Europaplatz
  • Heide – Mühlburger Tor – Europaplatz


Blick auf die Problematik

Wegen der Hitze sollen die Bitumenstreifen, die die Gleise letztlich bei Belastung auch flexibel (Bild) halten, geschmolzen sein. Einfach ausgedrückt, dehnt sich dann dieser Streifen aus, aus Platzmangel unter den Gleisen eben nach oben - und dann läuft das in die Gleise. In der Folge verkleben diese "Bitumenteile" Räder und Unterbau der Bahnen, verteilen so das "kaugummiartige" Material über weitere Streckenabschnitte in der Stadt. Dort werden sie von anderen Bahnen aufgenommen & weiterverteilt. Aber dadurch sind dann auch weitere Straßenbahnen betroffen. In der Waschanlage der Bahnen - unter anderem in der Gerwigstraße - ist das eine ordentliche Sache, dies wieder zu reinigen!

Die Empfehlungen der entsprechenden Hersteller, zum Beispiel "Sika", geben genaue Anweisungen zur Verarbeitung der beständigen, dichten Fugen vor - ob Untergrundvorbereitung, Haftung, Hinterfüllung, Haftvermittler, Mischung, Zugaben, Applikation oder Durchhärtung und Absanden. In Sachen Reparaturverfugung erklärten etliche Hersteller und Baufirmen, dass bei einer Reparaturverfugung  das beste Ergebnis erzielt werde, wenn der bestehende Dichtstoff komplett entfernt wird und eine neue, feste und reine Oberfläche für die neue Fuge hergestellt wird.

Ursachensuche: War es fehlerhaftes Material? Denn Temperaturen von 32 Grad sind nun wahrlich nichts besonderes in Karlsruhe - da gibt's im Sommer deutlich wärmere und länger anhaltende Hitzeperioden! Auffällig ist, dass auf den ersten Eindruck nur Streckenabschnitte betroffen sind, die unlängst "bearbeitet" wurden! Jetzt geht's primär um die Beseitigung der Reste an den Bahnen, das Ausbessern der Stellen mit neuem Material, wohl Ersatzmaterial, und der Freigabe für einen halbwegs normalen Betrieb. Dafür sind die Mitarbeiter die ganze Nacht hindurch beschäftigt gewesen - Material von den Gleisen entfernen, Bahnen reinigen.

Ausblick und Infos auf der Pressekonferenz
"Die umfangreichen Reinigungsarbeiten am Karlsruher Schienennetz gestalten sich weiterhin sehr aufwendig und konnten im Verlauf des Mittwochs deshalb noch nicht abgeschlossen werden", teilten die Verkehrsbetriebe mit. Noch ist unklar, was letztlich dafür verantwortlich war, dass sich an einigen Stellen im Stadtgebiet Fugenmasse aus dem Bereich der Gleise gelöst hatte - Materialfehler oder Fehler beim EInbau.

Als die ersten Meldungen am Dienstagnachmittag eintrafen, rückten Experten der Verkehrsbetriebe aus, schauten sich vor Ort die Situation an - und trafen schnell die Entscheidung, den Bahnbetrieb komplett einzustellen, denn das klebrige Material wurde aufgenommen von den Bahnen (Bild), diese nahmen es mit - und verteilten es in der Stadt, wo andere Bahnen es ebenfalls aufnahmen ... Teilweise waren ganze Streckenabschnitte komplett mit der klebrigen Schicht überzogen, informierten auf der Pressekonferenz Betriebsleiter Ralf Messerschmidt, Prokurist Christian Höglmeier, Geschäftsführer Alexander Pischon, Geschäftsführer Ascan Egerer und Oberbürgermeister Frank Mentrup.

Etliche Strecken nur mit ausgedünntem Angebot
In der Nacht waren rund 100 Personen in Sachen Reinigung unterwegs, auch mit Fremdfirmen und Unterstützung des THW Karlsruhe und THW Rastatt. Dabei kommt auch Trockeneis zu Einsatz, das das kleblige Material hart macht - und es so mit Aufwand auch wieder lösbar wird, zur Not mit Schleifmaschine, Spachtel und Hochdruckreiniger. Rund 50 Bahnen sind aktuell davon betroffen, die Bahn für Bahn jetzt in den Werkstätten gereinigt werden, denn das klebrige Zeug behindert mitunter Bremsen, Signalanlagen und auch Sicherheitseinrichtungen.

Auch am heutigen Donnerstag, 17. Juni, dem früheren "Tag der Deutschen Einheit", sind die Reinigungstrupps unterwegs, nehmen sich Strecke für Strecke vor, so kommt es aktuell noch zu weitreichenden Einschränkungen und Umleitungen. Nach Aussagen der Verantwortlichen wird es durch Reinigung und den Ausfall von einigen Bahnen noch ein paar Tage dauern, bis eine gewisse Normalität in den Abläufen eintritt, so lange wird es noch Ersatzverkehr geben auf etlichen Strecken.

Die Ost-West-Achse quer durch Karlsruhe über Kaiserstraße/Kaiserallee kann vorerst nicht für den Bahnbetrieb genutzt werden. Auf der Strecke durch die Stadt verkehrt somit auch am Donnerstag ein Busnotverkehr. "Aufgrund der beschränkten Fahrzeugverfügbarkeit kann es insbesondere auf den beiden SEV-Linien der Hauptstrecken bisweilen zu erheblichen Kapazitätsengpässen kommen", so die Verkehrsbetriebe.

Freitag, 18. Juni: Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe teilen mit, dass sie auch in den kommenden Tagen weiterhin mit etlichen Trupps intensiv mit der Reinigung verschmutzter Gleisstrecken und der Beseitigung der Ursachen in unterschiedlichen Bereichen des Karlsruher Stadtgebiets beschäftigt sind. „Wir sind rund um die Uhr mit einer sehr großen Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei, die klebriGen Verschmutzungen von den Schienen zu kratzen und die verursachenden Bereiche zu beseitigen – dies gestaltet sich aber als sehr mühsam und zeitaufwendig“, so Geschäftsführer Egerer auf Nachfrage. Des Weiteren laufe die Reinigung der beeinträchtigen Fahrzeuge in den Werkstätten. Daher gibt's auch das komplette Wochenende, 19. und 20. Juni, von Seiten der VBK und AVG nur ein betriebliches Notkonzept.

Reinigung
Parallel zur Arbeit „von Hand“ kommt auch weiterhin ein großes Spezialfahrzeug zum Einsatz, mit dem das Gleisnetz mit Hilfe von Hochdruck Schritt für Schritt von den Verschmutzungen gereinigt werden kann. Dieses kann pro Stunde circa einen Kilometer Gleis von den Verklebungen befreien. Dazu gibt's ein aktuelles Video unseres Partners Durlacher.de auf facebook dazu.

Ursachenforschung
Die Verkehrsbetriebe haben von einem Institut Proben der schadhaften Stellen ziehen lassen, diese würden nun untersucht. Denn dann könne geklärt werden, ob es am benutzten Material liege oder zum Beispiel am Einbau. Dass erst die Reinigungsarbeiten  abgeschlossen sein müssen, sei wichtig, damit es nicht erneut zu Verschmutzungen in der Stadt komme, schließlich könnten Bahnen aber auch andere Fahrzeuge beim Durchfahren der klebrigen Masse diese weiterverteilen - mit gravierenden Folgen.

Auch Ersatzverkehr eingeschränkt
Aufgrund der beschränkten Fahrzeugverfügbarkeit kann es insbesondere auf den beiden SEV-Linien der Hauptstrecken bisweilen zu erheblichen Kapazitätsengpässen kommen. Um die dafür notwendigen Busse einsetzen zu können, fahren zum Beispiel die Buslinien 10 und 50/51 nur im 20-Minuten- statt im 10-Minuten-Takt. Auf allen anderen Linien müssen einzelne Busse abgezogen werden und deshalb einige Umläufe entfallen, so dass es auch hier zu Fahrtausfällen kommen kann.

Hier das Video der Pressekonferenz von Durlacher.de:

Sonntag, 20. Juni
Die Verkehrsbetriebe haben das Wochenende intensiv genutzt, haben deutliche Fortschritte bei der Reinigung - mit Hilfe von Firmen, Tiefbauamt und Stadtwerke - der verschmutzten Gleisstrecken im Stadtgebiet und bei der Beseitigung der Schadstellen erzielt. Insbesondere in der Weststadt waren die Schienen besonders stark verklebt und die Arbeiten hier sehr aufwendig und zeitintensiv.

Ab Montag, 21. Juni, kann vor allem die wichtige Ost-West-Achse entlang der Kaiserstraße und Kaiserallee wieder für den Tram- und Stadtbahnverkehr genutzt werden.

Auch auf den Streckenabschnitten im Bereich der Schillerstraße sowie auf dem Abschnitt vom Mühlburger Tor nach Neureut-Heide können dann die Bahnen wieder rollen. Deshalb passen VBK und Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ihr Betriebskonzept erneut an und erweitern ihr Fahrplanangebot.

Allerdings: Die Schienenreinigung wird auf bestimmten Streckenabschnitten auch noch die nächsten Tage weiter andauern, bis auch hier wieder ein sicherer und regulärer Bahnbetrieb möglich ist. So steht beispielsweise mit der Rüppurrer Straße eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in der Innenstadt noch nicht für den Bahnverkehr zur Verfügung!

Reinigung der Bahnen
Nicht alle Verbindungen können angebunden werden: Einschränkungen gibt es auch weiterhin aufgrund der derzeit begrenzten Fahrzeugkapazitäten. Bei mehr als 40 Tram-und Stadtbahnen wurden die Radreifen und Drehgestelle ebenfalls durch die bitumenartige Fugenmasse verklebt (das "Wochenblatt" berichtete), so dass sie für den Fahrbetrieb aktuell noch nicht zur Verfügung stehen und nun im Betriebshof aufwendig gereinigt werden –unter anderem, wie berichtet, bestrahlt eine Spezialfirma die betroffenen Stellen mit Trockeneis und löst so die zähen Verklebungen.

Notverkehr
Linie S2: verkehrt auf dem regulären Linienweg nach dem Ferienfahrplan (ohne Schul-fahrten)
Linie 1: verkehrt regulär
Linie 2/6: Wolfartsweier –Tullastraße –Südostbahn –Philipp-Reis-Straße –Konzerthaus –Mathystraße –Schillerstraße –Yorckstraße –Entenfang –Daxlanden Waidweg bzw. Rappenwört
Linie 3/4: Waldstadt –Hirtenweg –Karl-Wilhelm-Platz –Durlacher Tor –Kronenplatz –Marktplatz –Mühlburger Tor –Heide (ohne zusätzliche Schulfahrten)
Linie 5: Rintheim –Tullastraße –Südostbahn –Philipp-Reis-Straße –Konzerthaus –Mathystraße –Kühler Krug –Entenfang –Rheinhafen (verkehrt ganztägig nur im 20-Minuten-Takt)
Linie NL1 (Nightliner): Durlach –Tullastraße –Kronenplatz –Marktplatz –Kaiserplatz
Linie NL2 (Nightliner): bleibt eingestellt

Auf folgenden Strecken wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet:
Ringverkehr in der Karlsruher Innenstadt (in beiden Fahrtrichtungen; Fahrtroute siehe Grafik ): Marktplatz –Europaplatz –Brauerstraße/ZKM –Ebertstraße –Hauptbahnhof –Tivoli –Kronenplatz –Marktplatz
Knielingen Nord –Yorckstraße

Auch bei den Stadtbahnen der AVG können ab Montag wieder mehr Bahnen rollen. Auf dem nördlichen Streckenabschnitt der Linie S1/S11 verkehren ab Montag wieder Bahnen im 20-Minuten-Takt bis/ab Mühlburger Tor. Der Schienenersatzverkehr im Bereich der Nordweststadt wird danneingestellt. Die Linien S5/S51 können wieder die Karlsruher Innenstadt auf ihrem regulären Fahrweg auf der Ost-West-Achse passieren und erhöhen so das Mobilitätsangebot in der City. Auf den anderen Linien verkehren die Stadtbahnen der AVG nach dem gleichen Betriebskonzept, das schon seit Freitag angewendet wird.

Dienstag, 22. Juni
Die Verkehrsbetriebe setzen bei ihrem ÖPNV-Angebot in Karlsruhe auch am morgigen Mittwoch, 23. Juni, auf das bestehende Not-Betriebskonzept der vergangenen zwei Tage. Verbesserungen gibt es beim Fahrplanangebot der Linien S1/S11. Die Reinigungsarbeiten entlang der Rüppurrer Straße dauern weiterhin an, so dass dieser Streckenabschnitt auch morgen, Mittwoch, nicht für den Bahnbetrieb zur Verfügung steht!

Infos zu den aktuellen Verbindungen, Linien und Zeiten unter www.kvv.de

Autor:

Jo Wagner

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