Ständehaus soll wachsen: Kinder- und Jugendbibliothek zieht zur Zentrale
- Wer die Stadtbibliothek nutzt, soll Kinder- und Jugendbereich und Zentrale am Ständehaus künftig an einem Ort finden.
- Foto: | Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin
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Karlsruhe. Die Stadtbibliothek soll am Ständehaus künftig unter einem Dach arbeiten. Der Gemeinderat hat den geförderten Neubau neben dem Ständehaus beschlossen. Damit plant die Stadt, Kinder- und Jugendbibliothek und Zentrale zusammenzuführen.
Neben dem Ständehaus entstand durch ein Bauvorhaben der Katholischen Gesamtkirchengemeinde eine Baulücke. Diese Fläche will die Stadt nutzen, um die in den frühen 1990er Jahren errichteten Bibliotheksgebäude nicht nur zu sanieren, sondern durch einen Ergänzungsbau auf Teilen des Nachbargrundstücks zu erweitern.
Die Stadt will mit dem Ausbau auch das Angebot weiterentwickeln. Geplant ist eine programmatische Erweiterung im Sinne eines sogenannten Dritten Ortes. Das soll moderne Mediennutzung und eine gemeinsame Aufenthaltsmöglichkeit ohne Konsumzwang ermöglichen.
35,97 Millionen Euro Gesamtvolumen, Förderung von rund 21,5 Millionen Euro
Im Bestandsgebäude untersucht die Stadt dafür die technische Infrastruktur. Bei Bedarf saniert sie sie und passt sie an den Ergänzungsbau an. Wie die Stadtverwaltung darstellt, lässt sich die Sanierung des Bestands nicht vermeiden, obwohl der städtische Haushalt stark unter Druck steht.
Die Kostenschätzung beziffert die Bestandssanierung auf 17,25 Millionen Euro und den Anbau auf 18,72 Millionen Euro. Zusammen ergibt das 35,97 Millionen Euro. Das Ständehaus liegt im Sanierungsgebiet Kaiserstraße-West. Dadurch sieht die Stadt die Chance auf Städtebaufördermittel in Höhe von rund 21,5 Millionen Euro. Rund 12,9 Millionen Euro sollen Bund und Land bereitstellen. 40 Prozent der Fördersumme, rund 8,6 Millionen Euro, verbleiben als Komplementärfinanzierung bei der Kommune.
Die Verwaltung nennt außerdem den Zustand des Prinz-Max-Palais. Dort steht mittelfristig eine Sanierung an, die einen Auszug der Kinder- und Jugendbibliothek erforderlich macht. Zudem bewertet die Verwaltung die Baulücke an zentraler Stelle als schädlich für die Innenstadt. Jährlich besuchen laut Verwaltung über 350.000 Menschen die beiden Einrichtungen. Damit ist die Stadtbibliothek die besucherstärkste Kulturinstitution.
Der Gemeinderat nahm das Projekt mit 42 Ja-Stimmen an. Gegenstimmen kamen nur von der FDP. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup erklärte, man hätte als Alternative ohnehin neue Räumlichkeiten für die Kinder- und Jugendbibliothek anmieten müssen. Er sagte außerdem, es sei ein kleines Wunder gelungen, ein so großes Projekt nochmal in die Hand zu nehmen. Anfang 2028 plant die Stadt den Baubeginn. Bis 2031 soll die Fertigstellung folgen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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