KIT-Studenten im Einsatz: Bau von vier Holzsperren um Wasser im Rastatter Bruch zu halten
- Vier Holzsperren sollen das Wasser im Rastatter Bruch länger im Moor halten. (Symbolfoto)
- Foto: alpegor/stock.adobe.com
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Rastatt. Im Naturschutzgebiet Rastatter Bruch beginnen vom 5. bis zum 9. Oktober Arbeiten für einen besseren Wasserhaushalt. Vier Holzsperren sollen Wasser länger im Niedermoor halten und damit dessen Austrocknung bremsen.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe baut die Sperren in bestehende Entwässerungsgräben ein. Rund 20 Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie übernehmen die Arbeiten im Rahmen eines Geländepraktikums. Fachleute des Aueninstituts begleiten das Team.
Die Arbeiten laufen kleinflächig und möglichst schonend ab. Die Studierenden bauen die Sperren von Hand aus Holz. Schwere Maschinen kommen nicht zum Einsatz. Die Maßnahme führt nicht zu einer dauerhaften Überstauung der Moorflächen.
Wasser länger im Moor halten
Das historische Grabensystem entwässert das Niedermoor seit langer Zeit. Die abgesenkten Wasserstände fördern die Zersetzung der organischen Moorböden. Zusätzlich belasten zunehmende sommerliche Trocken- und Hitzeperioden das Gebiet.
Die Sperren bremsen den Abfluss. Dadurch bleibt Niederschlags- und Grundwasser vor allem im Frühjahr länger im Moor. Das soll den weiteren Abbau des Moorbodens verlangsamen und die Lebensbedingungen für moortypische Tier- und Pflanzenarten verbessern.
Die Arbeiten bilden den ersten Schritt einer Reihe weiterer Maßnahmen im Naturschutzgebiet. Das Aueninstitut untersuchte unter Leitung von Prof. Dr. Christian Damm über mehrere Jahre die Wasserverhältnisse und entwickelte Möglichkeiten für Verbesserungen.
Auch für den Klimaschutz wichtig
Entwässerte Moorböden setzen Kohlenstoff als klimaschädliches Kohlendioxid frei. Sauerstoff gelangt dann in die zuvor wassergesättigten Torfschichten und zersetzt den organischen Boden. Intakte Moorböden können dagegen Kohlenstoff speichern.
Die Arbeiten gehören zum grenzüberschreitenden Interreg-Projekt „Zones Humides/Feuchtgebiete“. Das Projekt erhält und entwickelt wertvolle Feuchtgebiete und Moorlebensräume in der Oberrheinebene. Auch in weiteren Gebieten des Regierungsbezirks Karlsruhe plant das Projekt Maßnahmen für bessere Wasserverhältnisse.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
|
| Heike Schwitalla auf Facebook | |