Fortschrittliche AVG: Karlsruher Betriebshof wird Testfeld für selbstständige Bahnen
- Der Betriebshof West in Karlsruhe wird zum Entwicklungs- und Testfeld für automatisierte Bahnen. Christian Höglmeier (Technischer Geschäftsführer VBK und AVG, links) und Prof. Dr. Alexander Pischon unterzeichnen eine Absichtserklärung für die Automatisierung des Betriebshofs in Karlsruhe. Foto: Stadler Signalling
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Karlsruhe. Auf dem Betriebshof West in der Karlsruher Wikingerstraße 36 sollen sich Straßenbahnen und Stadtbahnen künftig selbstständig bewegen, abgestellt und für ihren nächsten Einsatz bereitgestellt werden. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe, die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und Stadler Signalling Deutschland entwickeln dafür gemeinsam automatisierte Lösungen.
Die Partner wollen zunächst das Rangieren innerhalb des Betriebshofs automatisieren. Auf der Messe InnoTrans in Berlin unterzeichnen sie dazu einen gemeinsamen Letter of Intent. Später könnten die Fahrzeuge auch selbstständig bereitgestellt werden.
Automatisierung soll Beschäftigte entlasten
Die neuen Abläufe sollen Mitarbeitende von zeitintensiven Routinetätigkeiten entlasten. Dazu gehören das Rangieren und das Bereitstellen von Fahrzeugen in der Nacht, am Wochenende oder bei schwierigen Witterungsbedingungen.
Christian Höglmeier, Technischer Geschäftsführer der VBK und AVG, sagt: „Automatisierung bietet für den öffentlichen Nahverkehr großes Potenzial, gerade dort, wo heute viele Personalressourcen für wiederkehrende betriebliche Abläufe gebunden sind. Dieses Potenzial wollen wir gemeinsam mit Stadler unter realen Bedingungen erschließen. Unser Anspruch ist eine Lösung, die unsere Beschäftigten entlastet, mit der bestehenden Infrastruktur funktioniert und sich perspektivisch auch auf weitere Fahrzeuge und Betriebshöfe übertragen lässt“.
Die Partner wollen dabei möglichst die vorhandene Infrastruktur nutzen. Die notwendigen Funktionen sollen überwiegend im Fahrzeug stecken. Im Mittelpunkt stehen Software-Lösungen und passende Betriebskonzepte. Eine Grundlage bildet die neue VDV-TramTrain-Plattform.
- Michael Rüffer (Leiter Marktentwicklung), Christoph Poncelet (Abteilungsleiter Werkstatt Schienenfahrzeuge und KFZ bei VBK und AVG), Christian Höglmeier (Technischer Geschäftsführer VBK und AVG), Prof. Dr. Alexander Pischon (Vorsitzender der Geschäftsführung VBK und AVG), Albrecht Teich (CEO Stadler Signalling Deutschland GmbH), Marc Trippel (EVP Stadler Division Signalling) und Dennis Herrmann (Bereichsleiter Sales, von links nach rechts) freuen sich über die unterzeichnete Absichtserklärung.
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Betriebshof West wird Experimentierfläche für selbstfahrende Bahnen
Der Betriebshof West dient zunächst als Entwicklungs- und Anwendungsfeld. Dort testen die Partner die automatisierten Fahrzeuge in einem gewachsenen Betriebshof mit komplexen Abläufen. Perspektivisch könnte dort auch ein Mischbetrieb mit älteren, nicht automatisierten Fahrzeugen laufen.
Die VBK und die AVG bringen ihre betriebliche Erfahrung und den Betriebshof ein. Stadler Signalling Deutschland steuert Fachwissen in den Bereichen Automatisierung, Leit- und Sicherungstechnik sowie Fahrzeugintegration bei. Die Partner wollen die Lösungen später auf weitere Fahrzeugflotten und andere Betreiber übertragen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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