Kollektive Fassungslosigkeit beim FCK nach 0:4-Klatsche in Darmstadt
- Kann Torsten Lieberknecht sein Team wieder auf Kurs bringen oder neigt sich seine Trainerzeit beim FCK dem Ende zu?
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FCK. Da kam der 1. FC Kaiserslautern gegen Hannover und Schalke mit vier Punkten doch eigentlich so gut und solide aus der Winterpause, und zwei Spiele später ist irgendwie schon wieder vieles Makulatur.
Konnte man das 1:3 gegen Elversberg noch weitgehend mit der langen Unterzahl begründen, war die 0:4-Klatsche am Böllenfalltor gegen Darmstadt 98 ein übler Rückfall in die Zeiten, als es gegen Ende der Hinrunde bei Braunschweig und im Pokal bei der Hertha desaströse Auftritte gab. Mannschaft, Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer zeigten sich allesamt fassungslos bis stinksauer ob der gezeigten Leistung.
Weichen früh auf Pleite gestellt
Schon nach vier Minuten war klar, wo die Reise bei den Lilien hingehen würde. Das dämliche Foul im Strafraum des seit Monaten außer Form befindlichen Paul Joly stellte die Weichen früh auf Sieg für die Hausherren. Fraser Hornby verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:0 (6.). Die Roten Teufel spielten zwar danach recht gefällig mit, ohne jedoch nur einen Hauch von Torgefahr auszustrahlen.
Dem 2:0 für die Hessen in der 29. Minute durch Fynn Lakenmacher ging ein schlimmer Stellungsfehler von Neuzugang Jacob Rasmussen voraus. Das Pannenfestival in der in den letzten Tagen doch eigentlich frisch verstärkten FCK-Defensive ging munter weiter. Beim 3:0 (45.) fühlte sich nach einer Ecke keiner für den völlig frei einköpfenden Kai Klefisch zuständig. Der Deckel war zur Pause schon längst drauf.
Gnädige Lilien ersparen FCK noch schlimmere Packung
Die Darmstädter machten es gnädig mit den Pfälzern und ersparten ihnen durch das vergeben hochkarätiger weitere Chancen eine noch höhere Packung als das 0:4, das Luca Marseiler (90+2) am Ende noch draufsetzte. Die Gäste durften im zweiten Durchgang mitspielen. Trainer Torsten Lieberknecht brachte mit Berisha, Bassette und Redondo das komplette Offensivpersonal, das zuvor noch auf der Bank Platz nehmen musste.
Aber die Gelegenheiten für den Ehrentreffer vergaben die Lautrer genauso kläglich, wie sie hinten verteidigten. Lieberknecht konnte sich nicht erklären, warum seine Spieler durch die Bank nicht annähernd in der Lage waren, das zuvor Besprochene umzusetzen. Da stellt sich die ein oder andere Frage: Erreicht der Trainer sein Team noch uneingeschränkt oder sind zumindest einige Akteure nicht willens, den Extrameter für ihren Coach zu gehen? War es lediglich ein erneuter kollektiver Aussetzer?
Genug Qualität steckt nach den jüngsten sinnvollen Verstärkungen und Ausdünnungen durchaus im Kader, um das gesteckte Saisonziel Top 6 erreichen zu können. Doch warum bekommt der FCK seine PS vor allem auswärts und inzwischen hin und wieder auch zu Hause nicht auf die Straße?
Endspiel(e) für Lieberknecht?
Nach den guten Auftritten gegen Hannover und Schalke war die Trainerdiskussion vorerst verstummt. Dafür flammt sie nach den letzten beiden Enttäuschungen wieder umso kräftiger auf. Wie viel Kredit hat Lieberknecht noch? Die nächsten beiden Partien zu Hause gegen Greuther Fürth (14. Februar, 13 Uhr) und bei Preußen Münster (22. Februar, 13.30 Uhr) haben eigentlich schon Endspiel-Charakter für den Cheftrainer.
Holen die Roten Teufel gegen diese beiden Kellerkinder der 2. Liga nicht vier bis sechs Punkte, muss man kein Prophet sein, um in den Raum zu stellen, dass die Geduld mit dem Trainer in der Führungsetage des FCK dann ein Ende haben dürfte. Der Aufstiegszug scheint inzwischen längst abgefahren, es sei denn, die Mannschaft bekäme wie durch ein Wunder doch plötzlich wieder einen Lauf. Aber dafür klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit einfach zu weit auseinander. rav
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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