FCK-Express kommt ins Rollen: Rote Teufel fegen Preußen Münster vom Platz
- Semih Sahin erweist sich als echter Mittelfeldmotor und Taktgeber
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FCK. Zwölf Tore, zwölf Punkte, dritter Sieg in Folge und zumindest für eine Nacht Tabellenführer der 2. Bundesliga. Der FCK-Express ist zweifellos ins Rollen gekommen. Wer hätte das noch vor drei Spieltagen gedacht, als die Roten Teufel in Elversberg eine verdiente Niederlage quittierten und ein veritabler Fehlstart in die neue Saison drohte?
Die späten Tore beim Heimerfolg gegen Darmstadt 98 waren offenbar wie eine Initialzündung für die Pfälzer. Es folgten ein souveräner 3:0-Auswärtssieg gegen dezimierte Fürther und ein wahrer Sturmlauf beim 4:1 gegen Preußen Münster. Und schon ist das Gerede von Krise und den Schwächen im Offensivspiel Schnee von gestern.
Prtajin knipst und knipst
Ivan Prtajin steht sinnbildlich für den jüngsten Aufschwung des 1. FC Kaiserslautern. Bei dem Kroaten ist der Knopf in den letzten beiden Partien aber mal so richtig aufgegangen. Dem Doppelpack in Fürth ließ der Neuzugang gegen die Münsteraner gar einen Hattrick folgen. Der Mittelstürmer hat seine Leichtigkeit gefunden. Er sprüht vor Spielfreude, strahlt immense Torgefahr aus, steht in der Box da, wo ein Angreifer stehen muss, und vollstreckt derzeit eiskalt seine Chancen.
Trainer Torsten Lieberknecht hat seine Stammformation offenbar gefunden und scheute dabei nicht vor unbequemen Entscheidungen zurück. Mahir Emreli findet sich zum wiederholten Mal auf der Tribüne wieder, und Kapitän Marlon Ritter drückte nun zweimal zu Beginn die Bank, was wiederum Mittelfeldmotor Semih Sahin zu beflügeln scheint. Seit dem Spiel in Fürth erweist er sich inzwischen als der unermüdliche Takt- und Ideengeber, der er schon in Elversberg war.
Lieberknecht hat seine Startformation gefunden
Ihn ergänzt bestens der quirlige Neuzugang Nataan Skyttä, der in jedem der drei letzten Spiele knipste und immer Torgefahr ausstrahlt. Zudem hat sich der vor einigen Wochen noch viel gescholtene Faride Alidou mittlerweile auch in der Startelf festgespielt und sogar das Zeug, zu einem Publikumsliebling zu avancieren.
Die Flügelspieler Mika Haas und Paul Joly haben ihren Rhythmus gefunden. Ihre gefährlichen Flanken finden nun vermehrt dankbare Abnehmer im Strafraum. Felix Kunze erweist sich als bärenstarker, stets souveräner Sechser mit echten Abräumqualitäten. Und die Dreierkette aus Luca Sirch, Maxwell Gyamfi und Ji-soo Kim ist zu einem echten Bollwerk geworden. Dahinter ein Julian Krahl im Tor, der inzwischen kompromissloser hinten rausspielt und das Spiel auch mal schnell macht.
Harte Nuss in Ostwestfalen
Das gesamte Gebilde ist gerade sehr stimmig. Der FCK surft auf der Woge des Erfolges und hat sich in die Spitzengruppe der 2. Liga geschoben. Wie gefestigt das Ganze schon ist, wird sich zeigen, wenn die Pfälzer am kommenden Samstag, 27. September, 13 Uhr, mit dem SC Paderborn eine weitere harte Nuss zu knacken haben. In Ostwestfalen hängen die Trauben hoch – das spektakuläre 3:5 aus der Vorsaison lässt grüßen. Nehmen die Roten Teufel auch dort etwas Zählbares mit, entwickeln sie sich langsam, aber sicher tatsächlich zu einem ernsthaften Aufstiegsaspiranten. rav
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Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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