Warum die Julius-Küchler-Straße jetzt zur Einbahnstraße wird
- Manuel Steinbrenner (links) im Gespräch mit den Fachleuten der Referate Stadtentwicklung, Tiefbau und Grünflächen sowie Henriette Lehmann vom Sachverständigenbüro Baum 4
- Foto: Stadt KL/gratis
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Kaiserslautern. In der Julius-Küchler-Straße verändert die aktuelle Straßensanierung den Verkehr und den Parkraum spürbar: Die Straße bekommt künftig nur noch eine Spur und wird zur Einbahnstraße, außerdem sinkt die Zahl der Parkplätze deutlich.
Betroffen ist das Teilstück auf Höhe der Kita Minimax und der Schillerschule, also zwischen dem Pfeifertälchen und der Feuerbachstraße. Dort stehen große, mehrere Jahrzehnte alte Platanen, die bei der Planung und beim Bauen eine zentrale Rolle spielen.
Baudezernent Manuel Steinbrenner sagt bei einem Ortstermin: „Wir versuchen alles im Rahmen einer Baumaßnahme, um bestehende Bäume zu schützen“.
Platanen: Mehr Platz für flache Wurzeln
Die Platanen in der Julius-Küchler-Straße haben wegen des felsigen Untergrunds ein flaches, weit ausgedehntes Wurzelwerk. Manuel Steinbrenner erklärt: „Daher haben wir früh in der Planung bereits die Entscheidung gefällt, den Bäumen mit ihrem Wurzelwerk mehr Raum zu geben.“
Konkret bedeutet das: Auf der westlichen Straßenseite, die von den Bäumen gesäumt ist, fällt der Gehweg weg. Parken ist nur noch in dafür vorgesehenen Parkbuchten möglich, wodurch die Zahl der Parkplätze von 33 auf 13 sinkt.
„Rund 800 Quadratmeter können so entsiegelt werden, womit wir den Platanen mehr Luft zum Atmen geben können“, sagt Steinbrenner.
Langsamer bauen, mehr bezahlen: Baumschutz kostet mit
Auch auf der Baustelle selbst ändert sich das Vorgehen: Statt die Erde mit grobem Gerät schnell abzutragen, entfernt das Team sie behutsam mit einem Saugbagger, um die flachen Wurzeln zu schonen. Das macht die Arbeiten langsamer.
Dass dieses Vorgehen zusätzlich Geld kostet, sagt die Stadt offen: Knapp zehn Prozent der Gesamtbaukosten von 720.000 Euro entfallen in der Julius-Küchler-Straße auf den Baumschutz. „Aber das ist es uns wert, wir kämpfen um jeden Baum!“, so Steinbrenner.
Stadtbäume: Nachpflanzungen und neue Standorte
In Kaiserslautern gibt es insgesamt 18.000 Stadtbäume. Wenn ein Baum gefällt werden muss, folgt laut Stadt mindestens eine Nachpflanzung: Auf 396 Fällungen (Zeitraum: 2017 bis Mai 2026) kommen 415 geplante Ersatzpflanzungen.
Zusätzlich dazu hat sich die Stadt laut Klimaanpassungskonzept 2020 verpflichtet, jährlich 20 Bäume neu zu setzen. Zwischen 2021 und 2025 pflanzte die Stadt knapp 200 Bäume neu, darunter 60 bei Straßensanierungen und Straßenausbaumaßnahmen sowie 80 auf Friedhöfen. Weitere größere Neupflanzungen gab es unter anderem beim Neubau der Schillerschule (28 zusätzliche Bäume) und bei der Neugestaltung des Schulhofs am Rittersberggymnasium (15 zusätzliche Bäume).
Gerade in der Innenstadt sind neue Baumstandorte laut Stadt oft schwer umzusetzen, weil Leitungen, Stadtbild sowie Straßen- und Parkraum gegeneinander abgewogen werden müssen. Bei Neupflanzungen achtet die Stadt nach eigenen Angaben auf klimaangepasste, stadtklimafeste und standortgerechte Arten, möglichst auch insektenfreundlich und biodiversitätsfördernd; zuletzt pflanzte sie unter anderem Silber- und Winterlinden sowie Hopfen- und Hainbuchen. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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