Über 300 Jahre altes Naturdenkmal – Kranzeichen bedürfen ständiger Pflege

Die Position der Eichen ist auf einer Bestandskarte vermerkt, die jedes Jahr erneuert wird. Zu Beginn des Rundgangs zeigte Jens Heinz anhand der Karte die Position der Bäume, die man besichtigten wollte | Foto: Stadt Kaiserslautern
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  • Die Position der Eichen ist auf einer Bestandskarte vermerkt, die jedes Jahr erneuert wird. Zu Beginn des Rundgangs zeigte Jens Heinz anhand der Karte die Position der Bäume, die man besichtigten wollte
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Kaiserslautern. Sie sind zum Teil über 300 Jahre alt – die älteste 314 Jahre, um genau zu sein – und stehen seit 2007 im bis dato einzigen Biotopschutzwald in Rheinland-Pfalz. Rund 1.000 Traubeneichen bilden auf einer Fläche von etwa 22 Hektar ein einmaliges, „Kranzeichen“ genanntes Waldgebiet im südlichen Stadtwald. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Eichelmastfläche für die Schweine der Lautrer Bürgerschaft angelegt, hat sich das Gebiet dank besonderer Schutzmaßnahmen bis heute einen besonderen Charakter bewahrt.

Welche Schutzmaßnahmen das sind, das lernten die Mitglieder des Naturschutzbeirats und des Umweltausschusses der Stadt am Nachmittag des 23. September bei der alljährlichen Begehung der Kranzeichen unter Führung der städtischen Forstabteilung. Knapp zwei Stunden lang führte das Team um Jens Heinz, unterstützt von Kollegen der Landesforsten, durch den Wald. Mit dabei waren auch der Beigeordnete Manuel Steinbrenner sowie die Referatsleitung des zuständigen Referats Grünflächen mit Gerhard Prottung und Christian Hemmer. Gemeinsam begutachtete man zehn Eichen, von denen einige nach Einschätzung der Förster gefällt werden müssen. Baum für Baum erläuterten Heinz und seine Kollegen, wie es um die jeweilige Eiche steht.

Der Baumbestand unterliegt einem besonderen Schutz. Die Förster beobachten die Entwicklung des Baumbestandes regelmäßig und kümmern sich mit größter Sorgfalt um die Pflege und den Erhalt des Eichenbestands. So müssen etwa stabile Zäune gebaut werden, um die für die Nachzucht vorgesehenen Flächen frei von Wildverbiss zu halten. Auch gilt es, in mühevoller Handarbeit die Flächen von Buchen freizuhalten – diese sind resistenter und stärker als die jungen Eichen und würden diese in direkter Nachbarschaft einfach verdrängen.

Ob ein Baum gefällt werden muss, ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung, bei der es viele Faktoren abzuwägen gilt. Sicherheitsaspekte spielen hier etwa eine Rolle. Doch nicht immer ist eine Fällung die beste Lösung. Fällt durch die Entnahme eines Baumes mehr Licht ein, können an dieser Stelle neue Bäume wachsen. Gleichzeitig jedoch mag der Eichenprachtkäfer – ein Schädling, der die Hauptursache für das Absterben bereits geschwächter Eichen darstellt – Licht und Wärme besonders gerne. Die Bäume und somit ein geschlossenes Kronendach so lange wie möglich zu erhalten, ist daher erklärtes Ziel der städtischen Förster. Und zudem kann ein toter Baum, der an Ort und Stelle bleibt, selbst wiederum wertvoller Lebensraum sein.

„Wir greifen nur sehr behutsam in den Biotopschutzwald ein, mit hoher Akribie“, erläuterte Grünflächendezernent Manuel Steinbrenner den anwesenden Ausschuss- und Beiratsmitgliedern. Der Beigeordnete bedankte sich bei den Anwesenden für die Teilnahme und bei den Förstern für den informativen Rundgang. red

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Die Position der Eichen ist auf einer Bestandskarte vermerkt, die jedes Jahr erneuert wird. Zu Beginn des Rundgangs zeigte Jens Heinz anhand der Karte die Position der Bäume, die man besichtigten wollte | Foto: Stadt Kaiserslautern
Förster Jens Heinz demonstriert an einem absterbenden Baum, dass die Rinde leicht zu lösen ist | Foto: Stadt Kaiserslautern
Das Ausflugloch eines Eichenprachtkäfers misst nur wenige Millimeter im Durchmesser | Foto: Stadt Kaiserslautern
So soll es aussehen: In solchen umzäunten Bereichen können die jungen Eichen geschützt aufwachsen | Foto: Stadt Kaiserslautern
Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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