Luchs Juri gestorben
Tier am Wochenende tot aufgefunden

Foto: Cornelia Arens/KlickFaszination/SNU RLP
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Pfälzerwald. Am Wochenende wurde das Luchsmännchen Juri aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald tot aufgefunden. Eine Sektion des Tieres am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab eine natürliche Todesursache.

Der tote Luchs wurde am vergangenen Samstag von einem Bürger bei Waldfischbach-Burgalben entdeckt. Über einen Förster ging die Meldung an das Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Der Tierkörper wurde geborgen und in Absprache mit dem zuständigen Jagdpächter an das IZW gesendet. Das Institut ist in Deutschland für die pathologische Untersuchung der heimischen Großkarnivoren Wolf und Luchs zuständig und ermittelt die Todesursache.

Die Sektion ergab einen fortgeschrittenen Entzündungsprozess in der rechten Vorderpfote mit nachfolgender Septikämie und Toxinämie als Todesursache. Eine offensichtlich sehr kleine Verletzung der Pfote führte zu einer schweren bakteriellen Infektion, die sich über den Blutkreislauf auf weitere Organe des Körpers unter anderem das Herz ausweitete und für den Luchs tödlich endete. Der Auslöser für die Pfotenverletzung konnte nicht mehr nachgewiesen werden.

Juri war im Frühjahr 2018 mit knapp zwei Jahren aus der Schweiz in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Die Deutsche Wildtier Stiftung hatte die Patenschaft für ihn übernommen. Nach seiner Ankunft erkundete der Kuder großräumig das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald - Nordvogesen, um sich dann im zentralen Pfälzerwald ein Revier zu suchen.

Solche Todesfälle gehören zur natürlichen Sterblichkeitsrate einer Luchspopulation. Meist können derartige Ereignisse jedoch nicht dokumentiert werden, da die Kadaver der Tiere - anders als bei Verkehrsunfällen – oft nicht gefunden werden. Umso wichtiger ist es für die wissenschaftliche Begleitung der Luchs-Wiederansiedlung, dass solche Beobachtungen und andere Hinweise zu Luchsen gemeldet werden (Großkarnivoren-Hotline 06306 – 911199 bzw. luchs@snu.rlp.de). Die Stiftung bedankt sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung. 

Hintergrund
Mithilfe des europäischen Förderprogramms LIFE-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz, SYCOPARC in Frankreich sowie dem WWF das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch. Das Vorkommen kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in wenigen Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist. Das Projekt ist im Januar 2015 gestartet und endet im September 2021. Naturschutzexperten der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) haben die Konzeption geprüft und sehr positiv bewertet. Die Wiederansiedlung der Luchse wird mit 50% durch das EU LIFE-Programm gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 2,75 Mio. €. Neben der Stiftung und ihren Projektpartnern beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz, die Deutsche Wildtier Stiftung, die Landesverbände von NABU und BUND, die HIT Umweltstiftung sowie weitere Förderer an der Finanzierung des Vorhabens. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unterhält ein Projektbüro in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt.

Mehr Informationen zum LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald der Stiftung und ihren Projektpartnern gibt es im Internet unter http://www.luchs-rlp.de. Speziell für Tierhalter ist hier auch ein Informationsfaltblatt im Bereich „Nutztiere & Luchs“ zu finden. ps

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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