"Vorwürfe glaubhaft" – HSV-Aufsichtsrat widerspricht Kuntz-Statement
- Stefan Kuntz in der FCK-Jahreshauptversammlung 2014
- Foto: Jens Vollmer
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Nach der Veröffentlichung von BILD-Recherchen in der Sonntagausgabe des Springer-Blattes und dem Widerspruch seitens Stefan Kuntz am Sonntagnachmittag auf dessen Instagram-Account wird der Aufsichtsrat des HSV am Montagmorgen deutlich und veröffentlicht nun ebenfalls eine Stellungnahme zu den Geschehnissen rund um den ehemaligen HSV-Funktionär. Der vorgeschobene Grund "aus familiären Gründen" ist mit dem Statement des Aufsichtsrates obsolet.
Im Dezember 2025 seien an den Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz herangetragen worden, erklärt der HSV in seiner Stellungnahme. Der Aufsichtsrat habe gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet. Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft seien, habe der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben. Aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen habe bei der Trennung der Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhalten würde.
Stefan Kuntz habe auf dieser Grundlage und insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Trennung zum 31.12.2025 zugestimmt. Er sei dabei anwaltlich vertreten gewesen. Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat habe Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt. Vor dem dargestellten Hintergrund seien die Vorwürfe einer „Verleumdungskampagne“ gegen Stefan Kuntz klar unzutreffend und irreführend.
Der HSV dulde unabhängig von der betroffenen Hierarchieebene kein Fehlverhalten der hier in Rede stehenden Art und bekenne sich nachhaltig zu den in der Satzung niedergelegten Werten der Toleranz und des Respekts und wende sich gegen Diskriminierung jeder Art. Dem Aufsichtsrat sei es wichtig, im vorliegenden Fall schnell und konsequent zu handeln. Der Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen stehe für den HSV – wie schon bisher – im Vordergrund.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |
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