Offener Brief an Sparkasse: Ortsbeirat Morlautern schlägt Alarm nach Schließung der Filiale
- Die Sparkassen-Filiale in Kaiserslauterer Stadtteil Morlautern
- Foto: Alexander Lenz
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Kaiserslautern. Offener Brief des Ortsbeirats Morlautern an den Vorstand der Sparkasse Kaiserslautern bezüglich der Schließung der Kleinstfilialen und des Wegfalls der Überweisungsbriefkästen und des dringend gegebenen Handlungsbedarfs für die Bürgerinnen und Bürger:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Unverständnis und wachsender Sorge haben wir die jüngsten Entscheidungen der Sparkasse Kaiserslautern zur Kenntnis genommen, nach denen zahlreiche Kleinstfilialen in der Stadt und im Landkreis geschlossen wurden. Besonders schwerwiegend ist für viele Bürgerinnen und Bürger jedoch die damit verbundene Schließung oder der Abbau der bisherigen Überweisungsbriefkästen.
Diese Maßnahme führt in unseren Ortschaften zu erheblichen Problemen, insbesondere für ältere Menschen, die keine Onlinebanking-Kenntnisse besitzen oder schlichtweg keinen Zugang zu digitalen Angeboten haben. Der verbliebene Überweisungsautomat stellt für viele keine echte Alternative dar: Er ist für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen, eingeschränkter Motorik oder fehlender technischer Erfahrung schlicht nicht nutzbar.
In Morlautern berichten uns Bürgerinnen und Bürger, dass sie mittlerweile aus purer Verzweiflung ihre handschriftlich ausgefüllten Überweisungen unter die Glastür der ehemaligen Filiale durchschieben, in der Hoffnung, dass diese irgendwie ihren Weg zur Sparkasse finden. Es kann nicht sein, dass Menschen, die ihr Leben lang treue Kundinnen und Kunden der Sparkasse waren, auf solche Notlösungen zurückgreifen müssen.
Der Ortsbeirat Morlautern protestiert daher entschieden gegen diese Form der Serviceeinschränkung und fordert die Sparkasse Kaiserslautern auf, eine praktikable Lösung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.
Wir verstehen, dass wirtschaftliche Überlegungen und Modernisierungsprozesse notwendig sind. Dennoch darf die Digitalisierung nicht dazu führen, dass ganze Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen werden. Gerade ältere Menschen verdienen Respekt und Unterstützung, und sie sollten nicht gezwungen werden, ihre Bankgeschäfte mit Angst, Unsicherheit oder Improvisation zu erledigen.
Wir fordern die Sparkasse Kaiserslautern daher auf, zeitnah zu prüfen, wie ein barrierefreier und vertrauenswürdiger Überweisungsservice vor Ort wieder ermöglicht werden kann, sei es durch: die Wiederinbetriebnahme eines sicheren Überweisungsbriefkastens, regelmäßige Besuchszeiten eines mobilen Sparkassen-Services oder eine persönliche Unterstützungsmöglichkeit an bestimmten Tagen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie den Dialog mit uns und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern suchen, um gemeinsam eine Lösung zu finden, die dem Namen „Sparkasse“, also Kasse für alle, auch weiterhin gerecht wird.
Mit freundlichen Grüßen
Der Ortsbeirat Morlautern
im Namen der Bürgerinnen und Bürger
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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