Neue Gestaltungssatzung im Grübentälchen: Was beim Bauen künftig zählt
- Wer im Grübentälchen umbauen will, muss sich künftig an neue Gestaltungsregeln halten: Der Stadtrat hat eine Gestaltungssatzung für einen Teilbereich der Siedlung beschlossen.
- Foto: Monika Klein
- hochgeladen von Monika Klein
Kaiserslautern. Wer im Grübentälchen umbauen will, muss sich künftig an neue Gestaltungsregeln halten: Der Stadtrat hat eine Gestaltungssatzung für einen Teilbereich der Siedlung beschlossen.
Ziel ist, dass Modernisierungen weiter möglich bleiben, sich das gewachsene Erscheinungsbild der Siedlung aber nicht Schritt für Schritt verliert – vor allem bei Veränderungen an Dächern und Fassaden.
Worum es bei der Satzung konkret geht
Die Siedlung „Grübentälchen“ entstand in ihren wesentlichen Strukturen in den 1930er Jahren und ist bis heute in weiten Teilen erhalten geblieben. In den vergangenen Jahren zeigten sich allerdings zunehmend bauliche Veränderungen, unter anderem bei Dächern und Fassaden.
Die Stadt rechnet außerdem mit einer Verjüngung der Bewohnerschaft und damit verbundenen Veränderungen im Gebäudebestand. Mit der Satzung soll deshalb vermieden werden, dass sich das charakteristische Erscheinungsbild der Siedlung ohne gestalterische Vorgaben schrittweise verändert.
Regeln mit Spielräumen: Dächer, Fassaden und mehr
Die Gestaltungssatzung setzt laut Stadt bewusst nicht auf eine umfassende Regulierung, sondern auf ein Regelwerk, das auf das notwendige Maß beschränkt ist. Vorgaben gibt es unter anderem zur Gestaltung von Dächern und Dachaufbauten, Fassaden und Fassadenöffnungen sowie zu sonstigen Bauteilen, Nebenanlagen und Einfriedungen.
Gleichzeitig lässt die Satzung in verschiedenen Bereichen ausdrücklich Gestaltungsspielräume zu. Auf Grundlage der Anregungen, insbesondere der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, nahm die Stadt final nochmals klarstellende Regelungen auf und erweiterte bestehende Gestaltungsspielräume.
Vor dem Beschluss liefen mehrere umfangreiche Beteiligungsverfahren mit externer Moderationsunterstützung und unter intensiver Einbindung des Vereins der „Siedler und Eigenheimer im Grübentälchen e.V. Kaiserslautern“. Bis einschließlich 13. März 2026 fand eine erneute Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung statt; die eingegangenen Anregungen prüfte die Stadt und bezog sie in die weitere Überarbeitung des Satzungsentwurfs ein. Außerdem band die Stadt den Gestaltungsbeirat der Stadt Kaiserslautern in das Verfahren ein.
Die Diskussion um Gestaltungssatzungen im Stadtgebiet geht laut Stadt im Wesentlichen auf Debatten in den politischen Gremien ab dem Anfang der 2020er Jahre zurück: Das Referat Stadtentwicklung erhielt den Auftrag zu prüfen, in welchen Gebieten von Kaiserslautern ein Handlungsbedarf für eine Gestaltungssatzung bestehen könnte. [red]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.