Landesweiter Ehrenamtstag: Kaiserslautern feiert und lässt das Ehrenamt hochleben

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder und die Kaiserslauterns Oberbürgermeisterin Beate Kimmel beginnen mit dem Marktrundgang nach der Eröffnung des landesweiten Tags des Ehrenamts | Foto: Ralf Vester
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Kaiserslautern. Rund 80 Organisationen, Einrichtungen und Initiativen, Tausende engagierte Menschen und ein deutliches Signal für die Zukunft des Ehrenamts: Kaiserslautern ist am Sonntag, 30. August, zum Treffpunkt für freiwilliges Engagement aus ganz Rheinland-Pfalz geworden. Ministerpräsident Gordon Schnieder eröffnete gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Beate Kimmel offiziell den 23. Landesweiten Ehrenamtstag.

Der Aktionstag bildete zugleich den Höhepunkt eines großen Ehrenamtswochenendes im Rahmen des 750-jährigen Stadtjubiläums von Kaiserslautern.

1,5 Millionen Menschen engagieren sich

Welche Bedeutung das Ehrenamt für Rheinland-Pfalz hat, verdeutlichte Ministerpräsident Gordon Schnieder mit eindrucksvollen Zahlen: „Mit rund 1,5 Millionen Ehrenamtlichen und über 38.000 Vereinen ist Rheinland-Pfalz ein Land des Engagements. Darauf sind wir stolz. Ob Sportverein, Feuerwehr, Nachbarschaftshilfe oder Demokratieprojekt – überall übernehmen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer Verantwortung. Sie engagieren sich und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für das Miteinander in unserem Land.“

Die neue Landesregierung will bestehende Angebote und Förderprogramme fortführen, gleichzeitig aber neue Akzente setzen: „Ehrenamt ist das Fundament einer lebendigen Demokratie. Dieses Engagement verdient Wertschätzung und Unterstützung. Die Landesregierung stärkt das Ehrenamt gezielt, um gute Rahmenbedingungen zu schaffen, Engagement zu erleichtern und Anerkennung sichtbarer zu machen. Deshalb haben in dieser Landesregierung Sport und Ehrenamt ihren festen Platz in der Staatskanzlei“, so Marcus Klein, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien.

Vereine sollen konkret entlastet werden

Dabei geht es auch um finanzielle und bürokratische Hürden. Durch einen Landesrahmenvertrag mit der GEMA sollen anfallende Gebühren künftig direkt vom Land übernommen und Vereine dadurch entlastet werden. Auch die Ehrenamtskarte soll attraktiver werden. Geplant sind weitere Partner sowie eine grenzüberschreitende Geltung der Karte.

Wie vielfältig freiwilliges Engagement in Rheinland-Pfalz ist, zeigte sich beim Landesweiten Ehrenamtstag unmittelbar: Auf dem „Marktplatz Ehrenamt“, der „Blaulichtmeile“ und den Aktionsflächen „Sport und Spiel“ präsentierten sich rund 80 Organisationen, Einrichtungen und Initiativen.

Das Spektrum reichte von Sport, Kultur, Bildung, Gesundheit und Selbsthilfe über Kirchen, Natur-, Umwelt- und Tierschutz bis zu sozialen Angeboten und Initiativen für Kinder, Jugendliche und Senioren.

„Hier in Kaiserslautern haben die Besucherinnen und Besucher die Chance, ehrenamtlich tätige Menschen aus dem ganzen Land zu treffen, sich auszutauschen und für die eigene Organisation zu werben. Unsere Botschaft ist klar: Rheinland-Pfalz lebt vom Mitmachen. Wer sich engagiert und Verantwortung übernimmt, stärkt unsere demokratische Gesellschaft“, sagte Torsten Welling, Bevollmächtigter des Landes beim Bund und für Europa, Sport, Ehrenamt und Medien.

Großes Ehrenamtswochenende zum Stadtjubiläum

Bereits am Samstag, 29. August, hatte Kaiserslautern mit dem „Tag der Vereine“ und mehreren Konzerten das Ehrenamtswochenende eingeläutet. Für Oberbürgermeisterin Beate Kimmel passte die Veranstaltung besonders zum 750-jährigen Stadtjubiläum:

„Das Ehrenamtswochenende hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig, engagiert und lebendig unsere Stadtgesellschaft ist. Mein herzlicher Dank gilt allen Vereinen, Initiativen, Organisationen und den vielen ehrenamtlich Aktiven, die mit ihrem Einsatz dieses besondere Wochenende möglich gemacht und unsere Stadt mit Leben gefüllt haben. Gerade in unserem 750. Jubiläumsjahr war es ein schönes und wichtiges Zeichen, dass wir in Kaiserslautern gemeinsam feiern, uns engagieren und füreinander einstehen. Der Landesweite Ehrenamtstag war ein würdiger Abschluss dieses Wochenendes und zugleich eine große Anerkennung für all jene, die sich Tag für Tag freiwillig für andere und für unsere Gemeinschaft einsetzen. Dieses Engagement ist unbezahlbar und macht Kaiserslautern zu einer Stadt, in der Zusammenhalt gelebt wird“, betonte Beate Kimmel, Oberbürgermeisterin der Stadt Kaiserslautern.

2027 übernimmt Zweibrücken

Im kommenden Jahr wandert die Großveranstaltung weiter: Der Landesweite Ehrenamtstag 2027 wird in Zweibrücken ausgerichtet – ebenfalls in einem Jubiläumsjahr.

„Ich freue mich sehr, dass der Ehrenamtstag Rheinland-Pfalz 2027 in Zweibrücken zu Gast sein wird – und das ausgerechnet in unserem Jubiläumsjahr, in dem wir 675 Jahre Stadtrechte feiern. Das Ehrenamt ist eine tragende Säule unseres Gemeinlebens. Es sind die Menschen, die sich mit Zeit, Ideen und Herzblut für andere und für unsere Stadt einsetzen, die es tragen. Gerade in unserem Jubiläumsjahr wollen wir dieses Engagement besonders sichtbar machen und gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft setzen. Ich bin überzeugt, dass Zweibrücken dem Ehrenamtstag einen würdigen Rahmen geben und zu einem besonderen Fest der Anerkennung, Begegnung und Wertschätzung machen wird“, betonte Dr. Marold Wosnitza, der Oberbürgermeister von Zweibrücken, der nächsten Ausrichterstadt.

Auszeichnung für besonderes Engagement

Traditioneller Abschluss des Landesweiten Ehrenamtstages ist am Sonntag die Live-Sendung „SWR Ehrensache 2026“ ab 18.15 Uhr auf der SWR-Fernsehbühne. Dort übergibt Ministerpräsident Gordon Schnieder den Sonderpreis zum Ehrenamtstag an Dr. med. Jonas Hofmann-Eifler aus Rheinzabern. Er ist Gründer und Initiator der SüdpfalzDOCS – Das Pfälzer Ärztenetz e.V.

Der Verein engagiert sich ehrenamtlich für die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in der Region und hat sich im Laufe der Jahre zu einem der größten regionalen Ärztenetze Deutschlands entwickelt. [red/rav]

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Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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