Stadtbildpflege startet Pilotprojekt GumWall
Ein klebriges Ärgernis

Achtlos ausgespuckte Kaugummis: Ärgernis, Umweltverschmutzung und kostenintensiv in der Beseitigung  Foto: ps
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  • Achtlos ausgespuckte Kaugummis: Ärgernis, Umweltverschmutzung und kostenintensiv in der Beseitigung Foto: ps
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Kaiserslautern. Kaugummi - ein äußerst problematischer und recht ekliger Abfall, der Gehwege, Straßen, Unterseiten von Schul- und Parkbänken und vieles mehr verschmutzt. Das Problem hat nicht nur Kaiserslautern, sondern jede Kommune. Die Beseitigung ist schwierig und dementsprechend kostenaufwendig. Für Abhilfe soll in Kaiserslautern nun eine „Gumwall“ sorgen.

von Jens Vollmer

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass man über Kaugummiabfälle in Kaiserslautern diskutiert. Zuletzt hat man 2013 im Rahmen der Reihe „Bürger schafft Wissen“ versucht, unter dem Motto „Lautern klebt“ dem Problem Herr zu werden. Wissenschaftler haben sich mit den Eigenarten des festgetretenen und getrockneten Kaugummis auf Kaiserslauterer Asphalt auseinandergesetzt, aber damals in einer Art Knoff-Hoff-Show auch keine kostengünstige Lösung gefunden, die Stadt von der klebrigen Masse zu befreien. Am Ende stand ein kleiner Sammelbehälter, in den die Bürger den Kaugummi werfen sollten - damals wohl eher ein symbolischer Akt als eine praktikable Lösung.
Da man leider lange darauf warten kann, bis Passanten einsehen, dass es so nicht weiter gehen kann mit den ausgespuckten und angeklebten Kaugummis, ist das achtlose Wegwerfen von Abfällen wie Kaugummis, Zigarettenkippen oder To-Go-Verpackungen längst eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und kann mit einer Geldbuße belegt werden. Im Rahmen der Kampagne „Für ein sauberes KL“ wird die Stadtbildpflege Kaiserslautern (SK) in Kooperation mit dem Referat Recht und Ordnung diese Delikte thematisieren. Ziel soll es sein, den Verursachern bewusst zu machen, dass jegliches Wegwerfen von Abfall – und sei es nur von einem Kaugummi – als Bußgeldtatbestand gewertet werden kann. Deshalb werden Ordnungsamt und SK mit gemeinsamen Kontrollen insbesondere in der Innenstadt Präsenz zeigen.
Im Rahmen der diesjährigen Kampagne „Für ein sauberes KL“ will die Stadtbildpflege Kaiserslautern in den kommenden Wochen das Thema Kaugummi in den Fokus ihrer Öffentlichkeitsarbeit rücken. „Dabei geht es darum, die Verursacher der Kaugummi-Verunreinigungen für ihr Verhalten zu sensibilisieren und Prävention zu betreiben“, erläutert Rainer Grüner, Werkleiter der SK. Er verweist darauf, dass die Entfernung von Kaugummiresten sehr kostenintensiv sei und dem Gebührenzahler nicht zugemutet werden könne.
Im Zentrum der SK-Kampagne steht als neuer Ansatz das Pilotprojekt „GumWall“, dessen patentierte GumWall eine einfache Kaugummientsorgung im öffentlichen Raum anbietet. Sie besteht aus einem robusten Metallkasten, dessen Innenteil mit kreativ gestalteten Andrückplatten für Kaugummis versehen ist. Auf diesen soll der zu entsorgende Kaugummi aufgedrückt oder in den darunter befindlichen Kasten eingeworfen werden.
Mitte Oktober wird die SK drei dieser GumWalls an zentralen Stellen im Stadtgebiet aufhängen.
Begleitet wird die Maßnahme durch einem Kreativ-Wettbewerb für die GumWall-Plakate.
„Das Pilotprojekt läuft zunächst über drei Monate. Begleitend erfolgt eine Erfassung der Kaugummi-Verunreinigungen im Umkreis, um Auswirkungen und Akzeptanz nachvollziehen zu können“, erklärt Grüner weiter.
Stuttgart, Duisburg und Frankfurt sowie verschiedene Städte in Dänemark oder den Niederlanden setzten die GumWall bereits erfolgreich ein.
Dieser Tage feiert der Kaugummi seinen 150. Geburtstag. Er sorgt für frischen Atem und Entspannung und soll dabei helfen, sich besser konzentrieren zu können. Wurde früher auf Breiapfelbaumsaft oder Fichtenharz gekaut, so sind es heute künstliche Polymeren auf Erdölbasis, sprich Plastik. Genau diese Thermoplasten sind es, mit denen unsere Gehwege, Straßen und Pflaster verunstaltet werden und jeden verärgern, der mit seinen Schuhen in der klebrigen Masse hängen bleibt.
Außerdem kommt ein weiterer Fluch mit langfristigen Folgen für unsere Umwelt hinzu: Durch den enthaltenen Kunststoff beginnen die Kaugummis erst nach etwa fünf Jahren zu verrotten. Der mit Mikroplastik durchsetzte Abrieb wird durch den Regen in die Abwasserkanäle gespült und gelangt so in die Fließgewässer und dazugehörigen Ökosysteme.
jv/ps

Video aus der Reihe "Bürger schafft Wissen" aus dem Jahr 2013:

Achtlos ausgespuckte Kaugummis: Ärgernis, Umweltverschmutzung und kostenintensiv in der Beseitigung  Foto: ps
Die Gumwall soll präventiv für weniger weggeworfene Kaugummi im öffentlichen Raum sorgen  Foto: ps
Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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