„Die Kinder sind so glücklich“ – Zahnärztin aus Kaiserslautern reist nach Nepal
- Franziska Becker aus Kaiserslautern reist für einen Hilfseinsatz nach Nepal, um dort Kinder und bedürftige Erwachsene zahnmedizinisch zu versorgen
- Foto: Monika Klein
- hochgeladen von Monika Klein
Kaiserslautern. Gänsehaut-Momente in Kambodscha – jetzt geht es weiter nach Nepal: Franziska Becker aus Kaiserslautern behandelt dort Kinder und mittellose Patienten. Sie arbeitet in provisorischen Praxen, hält Vorträge im Krankenhaus – und wagt anschließend ein Trekking im Himalaya bei minus 18 Grad. Warum sie sagt: „Jetzt ist die perfekte Zeit.“
Von Kaiserslautern nach Nepal: Soziales Engagement im Fokus
"Ich habe ein soziales Studium abgeschlossen und will diese Werte weitergeben", sagt Franziska Becker entschlossen. Die 29-jährige Zahnärztin aus Kaiserslautern reist Mitte März drei Wochen lang nach Nepal, um dort vorwiegend Kinder zu behandeln, aber auch erwachsene Patienten, die sich eine solche Behandlung nicht leisten können. Für die junge Frau steht eben dieser soziale Gedanke im Vordergrund, der sie nun schon zum zweiten Mal in die weite Welt führt.
Becker wusste schon in ihrer Schulzeit, dass sie Zahnärztin werden möchte. Nach dem Abitur hat sie zunächst eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte absolviert, dann von 2018 bis 2023 ein Studium an der Semmelweis-Universität in Budapest und in Heidelberg abgeschlossen. Im Juli ist ihre zweijährige Assistenzzeit als angestellte Zahnärztin in der Lautrer Praxis Dres. Heiduschka, Krull und Partner vorüber, die sie problemlos für den Projektzeitraum freigestellt haben.
Eindrückliche Erinnerungen hat sie von dem zahnärztlichen "Mini Molars"-Projekt im Jahr 2024 mitgenommen, das sie nach Kambodscha geführt hat. Dort hat sie bei Kindern Füllungen und Wurzelbehandlungen durchgeführt und Aufklärungsarbeit geleistet, etwa das Zähneputzen erklärt.
- In Kambodscha im Einsatz: Zahnärztin Franziska Becker nahm schon 2024 an einem Hilfsprojekt in Asien teil
- Foto: Becker/gratis
- hochgeladen von Monika Klein
"Die Kinder sind so glücklich, das ist einfach wunderbar. Sie bringen einem so viel Freundlichkeit entgegen, obwohl sie einen nicht kennen. Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Das kann man nicht mit Worten beschreiben", schildert sie ihre Erfahrungen.
Eben diese Erfahrungen sind es, die sie in diesem Jahr über den Verein Nepalmed mit Sitz in Leipzig nach Südasien führen. Da macht es ihr auch nichts aus, dass sie die Flugreise in Höhe von rund 1300 Euro aus eigener Tasche zahlen muss und nur die Übernachtungen in einfachen Unterkünften übernommen werden.
Einsätze in Phera und Bayalpata geplant
Nach der Ankunft auf dem Flughafen der Hauptstadt Kathmandu trifft sie nach einer siebenstündigen Fahrt mit dem Jeep in Phera im Osten des Landes ein. Dort wird sie vier Tage lang in einer provisorischen Zahnarztpraxis arbeiten. "Vorwiegend Schmerzbehandlungen werden es sein, zum Beispiel Wurzelkanalbehandlungen, Extraktionen und Aufklärung in Schulen", beschreibt sie das, was voraussichtlich auf sie zukommt.
Anschließend geht es zurück in die Hauptstadt und nach einer Übernachtung bei einer bis zu zehnständigen Autofahrt weiter nach Bayalpata in den ländlichen Westen des Landes. Im dortigen Krankenhaus wird sie als Dozentin moderne Technologien der Zahnmedizin und Dentaltechnik erläutern und praktische Tipps für die Versorgung geben.
- Zahnärztin Franziska Becker zeigt ein hochmodernes Gerät, mit dem Kronen gescannt und dann geschliffen werden. Die Handhabung wird sie auch in Nepal erläutern
- Foto: Monika Klein
- hochgeladen von Monika Klein
Unterstützung vom Vater bei der Mission
Bei dieser Reise hat die Zahnärztin ihren Vater Alfred Becker an ihrer Seite. Der 67-Jährige wird auf seine Aufgabe als zahnmedizinischer Fachangestellter vorbereitet, denn er wird bei den Behandlungen assistieren. Zudem soll er dort kleine handwerkliche Tätigkeiten übernehmen, beispielsweise Reparaturarbeiten.
Vorbereitung auf Himalaya-Trekking bei minus 18 Grad
Mit ihm wird Becker aber auch die letzten fünf Tage privat unterwegs sein, um im Himalaya-Gebirge bei einer Höhe von circa 4000 Metern und minus 18 Grad zu wandern. Geplant ist es, in einfachen Gästehäusern entlang der Route zu übernachten. Angesichts einer möglichen Höhenkrankheit bereitet sie sich mit Spinning-Training darauf vor, die Arktisausrüstung ist bereits gepackt.
Das Visum hat die Zahnärztin genauso wie die Malaria-Prophylaxe bereits in der Tasche und alle erforderlichen Impfungen sind durchgeführt. Ihr Englisch will sie noch auffrischen, damit sie die Vorträge flüssig halten kann, und beim Dentalfachhandel wegen Materialspenden anfragen.
"Ich bin schon aufgeregt", gesteht sie mit Blick auf die Reise ein. Sie sagt aber auch: "Jetzt ist die perfekte Zeit." Denn noch ist sie zwar liiert, aber ledig und kinderlos und kann ihre Wohnungstür einfach hinter sich zuziehen. Dazu kommen die Hoffnung, dass die neuen Erfahrungen genauso erfüllend sein werden und ein Quäntchen Abenteuerlust. Fürs nächste Jahr hat sie auch schon einen Plan. "Vielleicht geht es da nach Peru", meint sie lächelnd.
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.