Urteil in Kaiserslautern: Fünf Jahre Haft nach Razzia
- In den Verfahren wegen Steuerhinterziehung ging es um viel Geld (Symbolbild)
- Foto: Hendrik Schmidt/dpa
- hochgeladen von dpa content
Kaiserslautern. Ein mutmaßlich über Jahre betriebenes System zur Verschleierung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung hat strafrechtliche Folgen: Knapp ein Jahr nach einer großangelegten Razzia hat das Landgericht Kaiserslautern drei Männer verurteilt. Der Hauptbeschuldigte erhielt nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren.
Scheinrechnungen über 4,5 Millionen Euro
Der Mann soll als faktischer Geschäftsführer von drei Baufirmen Scheinrechnungen in deren Buchhaltungen eingebracht haben. Damit sollten Betriebsausgaben vorgetäuscht und Vorsteuerbeträge geltend gemacht werden. Die angesetzten Beträge beliefen sich demnach auf insgesamt 4,5 Millionen Euro.
Ein Mitarbeiter der Buchführung soll beim Erstellen und Verbuchen der Scheinrechnungen, bei unrichtigen Umsatzsteuererklärungen sowie bei gefälschten Barschecks geholfen haben. Das Gericht verhängte gegen ihn eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.
- Der Hauptbeschuldigte erhielt fünf Jahre Haft.
- Der Mitarbeiter der Buchführung wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.
- Ein „Strohmann“-Geschäftsführer erhielt zehn Monate Haft auf Bewährung.
Mehr als 80 Räume durchsucht
Bei der Razzia Mitte November durchsuchten Ermittler mehr als 80 Geschäfts- und Privaträume in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Betroffen waren unter anderem Orte wie Ludwigshafen, Mannheim, Frankenthal und Worms. Dem Einsatz waren monatelange Ermittlungen gegen eine mutmaßlich kriminelle Vereinigung vorausgegangen.
Gegenstand der gesamten Ermittlungen ist ein systematisches Vorgehen zur Verschleierung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung über mehrere Jahre bis zur Razzia. Die Ermittlungen dauern an. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |