Hitzewelle fordert Feuerwehr und Integrierte Leitstelle am Wochenende massiv
- Kurz nach 17 Uhr verhinderte die Feuerwehr nach Angaben der Feuerwehr Kaiserslautern, dass sich ein Waldbrand zwischen dem Vogelwoog und der Königsberger Straße weiter ausbreitete
- Foto: Feuerwehr Kaiserslautern
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Kaiserslautern. In Kaiserslautern haben die anhaltende Trockenheit und die Hitzewelle der Feuerwehr und der Integrierten Leitstelle ein außergewöhnlich arbeitsreiches Wochenende beschert. Die Integrierte Leitstelle Kaiserslautern ist für die Stadt und den Landkreis Kaiserslautern, den Donnersbergkreis sowie den Landkreis Kusel zuständig.
Weil mit Beginn der Wetterlage die Zahl der Notrufe und damit auch die Einsätze im Rettungsdienst sowie im Brand- und Katastrophenschutz stetig stieg, verstärkte die Leitstelle ihr Personal schon im Vorfeld. Das war nach Angaben der Feuerwehr Kaiserslautern auch nötig, weil sich mehrere Brände wegen der Wetterbedingungen sehr schnell entwickelten und ausbreiteten.
Schon am Freitag mehrere Brände und mehr als 1.000 Notrufe
Bereits am Freitag, 14. August, rückten die Einsatzkräfte im Stadtgebiet zu ersten Bränden aus. Um 16 Uhr brannte im Gewerbegebiet West Vegetation auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern. Um 19 Uhr folgte im Wald am Blechhammer ein Bodenfeuer auf etwa 400 Quadratmetern.
Auch in der Leitstelle machte sich die Lage deutlich bemerkbar. In der Dienstschicht von Freitag, 14. August, bis Samstag, 15. August, nahm das Personal mehr als 1.000 Notrufe entgegen. Außerdem disponierten die Mitarbeitenden mehr als 250 Einsätze im Rettungsdienst und lösten 50 Erst- und Nachalarmierungen für Feuerwehr und Katastrophenschutz aus. Besonders fordernd waren in diesem Zeitraum 14 Vegetationsbrände im gesamten Leitstellenbereich. Elf davon stufte die Leitstelle als groß und dynamisch ein.
70 Kräfte zur Unterstützung in anderen Landkreis geschickt
In den frühen Morgenstunden am Samstag, 15. August, forderte das Lagezentrum Bevölkerungsschutz des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz über die Integrierte Leitstelle Kaiserslautern zusätzliche Kräfte an. Sie sollten erschöpfte Einsatzkräfte bei einem großen Waldbrand im Landkreis Mayen-Koblenz ablösen. Die Leitstelle stellte dafür ein Kontingent zusammen. Insgesamt alarmierte und entsandte sie 70 Einsatzkräfte aus dem Leitstellenbereich. Die aus Kaiserslautern ausgerückten Kräfte blieben dort bis in die späten Abendstunden im Einsatz.
Mehrere Brände auch im Stadtgebiet von Kaiserslautern
Parallel zu dieser überörtlichen Hilfe musste die Feuerwehr am Samstag auch im eigenen Stadtgebiet mehrfach ausrücken. Um 13.30 Uhr brannte am Vogelwoog Wald auf rund 100 Quadratmetern. Um 15 Uhr folgte ein weiterer Brand in der Spicherer Straße. Dort standen Wiesen und Hecken auf etwa 150 Quadratmetern in den Gärten zweier Wohnhäuser in Flammen.
Kurz nach 17 Uhr verhinderte die Feuerwehr nach Angaben der Feuerwehr Kaiserslautern, dass sich ein Waldbrand zwischen dem Vogelwoog und der Königsberger Straße weiter ausbreitete. Das Feuer hatte bereits rund 1.000 Quadratmeter erfasst. Fast zeitgleich musste die Feuerwehr um 17.30 Uhr auf dem Einsiedlerhof den Brand einer elektrischen Schaltanlage in einem Industriebetrieb mit CO2-Löschern bekämpfen.
Rauch aus Belgien sorgte für Hunderte weitere Anrufe
Am frühen Samstagabend verschärfte sich die Lage in der Leitstelle erneut. Rauchschwaden mehrerer großer Waldbrände in Belgien und im Norden von Rheinland-Pfalz zogen bis in die Kreise Kusel und Kaiserslautern. Daraufhin schnellte die Zahl der Notrufe auf mehrere hundert Anrufe pro Stunde hoch. Die Leitstelle alarmierte deshalb dienstfreies Personal zur Unterstützung. Erst eine gezielte Bevölkerungswarnung über das Modulare Warnsystem MoWaS ließ die Zahl der Anrufe wieder sinken.
Der Sonntag, 16. August, verlief für die Feuerwehr bis zum Nachmittag vergleichsweise ruhig. An einer der Brandstellen vom Vortag führten die Einsatzkräfte nur Kontrollen und kleinere Nachlöscharbeiten durch. Die Integrierte Leitstelle blieb dagegen weiterhin mit hohen Notrufzahlen und vielen Einsätzen im Rettungsdienst sowie im Brand- und Katastrophenschutz im gesamten Leitstellenbereich beschäftigt.
Die Verantwortlichen dankten der diensthabenden Mannschaft der Integrierten Leitstelle, allen Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr in der Innenstadt und den Stadtteilen sowie den Hilfsorganisationen im Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Um diese Lagen zu bewältigen, gingen viele Einsatzkräfte laut Feuerwehr Kaiserslautern mehrfach an ihre Grenzen.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |