„NIEMANDSLAND“ in Kaiserslautern: Theaterstück erinnert an Deportation nach Gurs
- Tino Leo bringt mit dem Ein-Personen-Stück „NIEMANDSLAND“ die Deportation von Jüdinnen und Juden nach Gurs auf die Bühne.
- Foto: Tino Leo/gratis
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Kaiserslautern. Mehr als 6500 Jüdinnen und Juden wurden im Oktober 1940 aus Baden, der Pfalz und dem Saarland nach Gurs deportiert. Das Ein-Personen-Stück „NIEMANDSLAND – Die Deportationen von Juden nach GURS“ von und mit Tino Leo erzählt von diesem Kapitel der NS-Verfolgung. Am Sonntag, 8. November, ist es auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters Kaiserslautern zu sehen.
Nach der Premiere am Samstag, 7. November, um 20 Uhr ist das Stück am Sonntag, 8. November, um 18.30 Uhr auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters Kaiserslautern erneut zu sehen. Für die Aufführung am Sonntag gibt es noch kostenfreie Eintrittskarten. Weitere Vorstellungen an anderen Spielorten sind bereits fixiert.
„NIEMANDSLAND“ macht die Schicksale hinter den Zahlen sichtbar
Das Theaterstück erzählt die Deportation aus der Perspektive verschiedener Figuren und verbindet historische Fakten mit persönlichen Erlebnissen. Dadurch werden die Menschen hinter den Zahlen und die Folgen von Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung sichtbar.
Für viele der Deportierten war Gurs nur eine Zwischenstation. Von dort führte ihr Weg später weiter in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Das Stück macht diese Zusammenhänge erfahrbar und macht damit ein Kapitel der nationalsozialistischen Verfolgung erfahrbar, das eng mit der Geschichte der Pfalz verbunden ist.
„Im Stück geht es nicht allein darum, an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wirft zugleich Fragen auf, die auch für die Gegenwart von Bedeutung sind: Was geschieht, wenn Menschen ausgegrenzt und entrechtet werden? Wie können demokratische Werte und Menschenwürde geschützt werden?“, so Tino Leo.
Bezirksverband Pfalz unterstützt das Theaterprojekt
Mit „NIEMANDSLAND“ setzt der Bezirksverband Pfalz seine Gedenk- und Demokratiearbeit fort. Der Kommunalverband beauftragte Tino Leo, der als „Histotainer“ historische Themen auf die Bühne bringt, damit, dieses Kapitel regionaler Geschichte theatral aufzubereiten.
Für die Entwicklung des Stücks recherchierte Leo intensiv zur Deportation nach Gurs. Dabei arbeitete er unter anderem mit dem Zentralarchiv des Bezirksverbands Pfalz und dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (IPGV) zusammen. Historische Quellen und Forschungsergebnisse bildeten eine wichtige Grundlage.
„Das Theaterstück gibt den Menschen ein Gesicht, die aus ihrer Heimat gerissen, entrechtet und oft ermordet wurden. Es eröffnet einen persönlichen Zugang zu dieser Geschichte und hält die Erinnerung an die Opfer wach“, sagt Bezirkstagsvorsitzender Hans-Ulrich Ihlenfeld.
„NIEMANDSLAND – Die Deportationen von Juden nach GURS“ entstand im Auftrag des Bezirksverbands Pfalz und des Kuratoriums der Länder Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz zur Erinnerung an die Deportationen von Jüdinnen und Juden. Regie führt Götz Brandt. Zukünftig soll das Stück auf Theaterbühnen, an Schulen und an anderen Orten aufgeführt werden, um so die Geschichte der Jüdinnen und Juden zugänglicher zu machen.
Kostenfreie Karten für „NIEMANDSLAND“ im Pfalztheater
Für die Aufführung am Sonntag, 8. November, gibt es noch kostenfreie Karten unter https://pfalztheater.de/unsere-stuecke/camp-de-gurs/. red/lmo
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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