Brauchtumsfest am 5. Mai
Neupotz feiert das erste Korbmacherfest

Das Bild zeigt Korbmacher Erwin Heid, der leider 2000 schon gestorben ist, aber in seiner Zeit viel für die Kultur des Korbflechtens und des Gesangs in Neupotz getan hat.
  • Das Bild zeigt Korbmacher Erwin Heid, der leider 2000 schon gestorben ist, aber in seiner Zeit viel für die Kultur des Korbflechtens und des Gesangs in Neupotz getan hat.
  • Foto: EH
  • hochgeladen von Wochenblatt Archiv

Neupotz.  Neupotz galt in früheren Zeiten als Korbmacherdorf. Fast in jeder Familie, in der die Landwirtschaft gepflegt wurde, war auch die Verarbeitung von Weiden zu Körben üblich. Bereits im Jahre 1879 waren in der Korbwarenfabrik von Jakob Schwein 23 Personen ständig beschäftigt. Die Zahl derjenigen Personen, die damals zuhause Körbe angefertigt haben, wird auf über 100 geschätzt. Bis in die 1980er Jahre wurde dieses Gewebe in Neupotz betrieben. Zu dieser Zeit gab es noch viele Korbmacher, zwei Korbwarenbetriebe und noch einige Korbhändler im Dorf. Mit der Ansiedlung von Industrie in der Südpfalz ging die Korbwarenindustrie rasch zurück und so gibt es heute nur noch ganz wenige Personen, die dieses Handwerk beherrschen.

Eine Gruppe junger Männer kam auf die Idee, dieses Brauchtum im Dorf fortsetzen zu wollen. Die Gruppe um Initiator Florian Bellaire suchte sich einen Lehrmeister und fand ihn in Egon Hoffmann. Eine Werkstatt fand man im Anwesen des ehemaligen Korbhändlers Gustav Hammer und so begann eine einmalige Aktion. 11 junge Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren lernten in ihrer Freizeit einmal in der Woche Körbe zu flechten. Inzwischen sind sie soweit geschult, dass sie schon einiges vorweisen können. Einen Unterstützer fanden die jungen Männer auch in Markus Heid, der das Arbeitsmaterial, die „Bann“, wie die Weiden in Neupotz genannt werden, großflächig anbaut. Er ist der Initiator des „1. Neupotzer Korbmacherfestes“, das am Sonntag, 5. Mai, von 11 bis 18 Uhr auf seinem Anwesen am Otterbach 21 durchgeführt wird. Es steht unter dem Motto „Menschlich naturverflochten, alles rund um die Bann“. 15 Korbflechter aus ganz Deutschland und sogar aus Frankreich haben ihre Teilnahme zugesagt. Sie wollen das traditionelle Handwerk der Flechtkunst präsentieren, den Bürgern vermitteln und damit neu beleben. Am Nachmittag gibt es Weiden-Workshops zum Mitmachen für Jung und Alt, angefangen von dekorativer Flechtkunst für Haus, Hof und Garten bis zum Kinderspielplatz mit dem „Bann-Tipi-Zelt“. Auch die jungen Korbmacher sind dabei und bieten in einer Aktion's Beschte aus Bann“. Bei einem Gewinnspiel kann mit etwas Glück ein handgeflochtener Weidenkorb gewonnen werden. Nähere Informationen gibt es unter www.weidenart-heid.de eh

Autor:

Wochenblatt Archiv aus Germersheim

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

26 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.