Geheimnisvolle Heimat
Auf den Spuren von Wildkatzen und Wilderern

Mit ein bisschen Glück kann man die Wildkatzen im Bienwald erleben
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  • Mit ein bisschen Glück kann man die Wildkatzen im Bienwald erleben
  • Foto: Hebi B./Pixabay
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Scheibenhardt. Rheinland-Pfalz ist ein Paradies für Wildkatzen: Im waldreichsten Bundesland lebt ein Großteil des gesamtdeutschen Bestandes der Europäischen Wildkatze. Wer die faszinierenden Tiere beobachten möchte, kann das auf dem Wildkatzenweg rund um Scheibenhardt. Er ist noch ein echter Geheimtipp, im Internet kann man sich den Verlauf des rund 21 km langen Wanderwegs jedoch auf Karten anschauen, ausdrucken oder herunterladen. Er führt sowohl durch historische Ortschaften, ursprüngliche Wälder und wildromantische Streuobstwiesen, die so typisch sind für die Region.

Der Weg geht vom Ort Scheibenhardt aus durch den südlichen Teil des Bienwalds. Hier im größten zusammenhängenden Waldgebiet in der Oberrheinischen Tiefebene leben rund 40 bis 60 Wildkatzen. Die Tiere sind extrem scheu und halten sich im Normalfall von den Menschen fern, aber mit ein bisschen Glück kann man während der Wanderung sogar einen Blick auf die seltenen Katzen erhaschen. Nach dem ersten Drittel der Wanderung kommt man zur Ortschaft Büchelberg, umgeben von romantischen Feldern und den typischen Streuobstwiesen. Dann geht es weiter auf einem Waldpfad entlang des Aschbaches durch den wilden, ursprünglichen Bienwald. An ein Drama aus dessen bewegter Geschichte erinnert eine weitere Station des Wildkatzenwegs.

Das Weiße Kreuz

Gegen Ende der Tour gelangt man zum „Weißen Kreuz“, das an ein Ereignis aus dem Jahre 1838 erinnert. Denn hier im Bienwald, an der deutsch-französischen Grenze, herrschten in der ersten Hälfte 19.Jahrhunderts chaotisch-anarchische Verhältnisse. Wilderer machten das Gebiet unsicher, eine damals noch ungesicherte Grenze machte es den Wilddieben recht einfach, von Deutschland nach Frankreich zu fliehen, wo sie vor den hiesigen Autoritäten sicher waren. Der Schaidter Revierförster Johann Wilhelm Alwens wurde hier - am so genannten „Jägerrondell“ - von Wilderern in eine Falle gelockt und überfallen. Sie drohten, ihn an einer Eiche aufzuhängen und nur auf sein inständiges Bitten hin ließen sie ihn auf wundersame Weise wieder frei. Aus Dankbarkeit schnitzte er ein Kreuz in die Rinde des Eichenstammes. Und als die Eiche dürr geworden war, ließ Alwens Nachfolger im Jahre 1848 den Baum fällen und aus seinem Holz das „Weiße Kreuz“ errichten. Und auch wenn das Kreuz mittlerweile bereits mehrmals von der Forstverwaltung erneuert werden musste, wohnt dem geheimnisvollen Ort immer noch ein ganz besonderer mystischer Charme inne.
Auf dem letzten Stück des Rundwegs geht es über gut ausgebaute Forstwege zurück zur Ortsmitte Scheibenhardt.
Der Wildkatzenweg ist ein 21,3 Kilometer langer Rundweg, der ohne größere Steigungen gut in fünf bis sechs Stunden zu bewältigen ist. Teilstücke sind, etwa mit Kindern oder Kinderwagen, auch gut zu laufen.

Info

Hier kann man sich den Wegverlauf anschauen
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Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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