Wie geht es weiter? Kinder- und Jugendarbeit in Maximiliansau wird nicht fortgeführt
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Maximiliansau. Die geplante Fortführung der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Ortsbezirk Maximiliansau ist nach der jüngsten Stadtratssitzung nicht realisiert worden. Damit wird Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 13 Jahren vorerst kein Anlaufpunkt in Maximiliansau angeboten; stattdessen wird auf bestehende Angebote in Wörth verwiesen.
Die Initiative für eine Fortsetzung der offenen Kinder- und Jugendarbeit zielte darauf ab, Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen, pädagogisch begleiteten Treffpunkt im Ort bereitzustellen – unabhängig von einem festen Gebäude. Unterstützt wurde der Vorschlag von mehreren Fraktionen im Stadtrat. Am Ende scheiterte er jedoch an einer Stimmengleichheit.
Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein zentraler Bestandteil präventiver, pädagogischer Sozialarbeit. Sie richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die durch Vereine oder schulische Angebote nicht erreicht werden, und bietet einen wichtigen Raum für Begegnung, Unterstützung und persönliche Entwicklung.
Perspektive: Neue Angebote schaffen
Die Entscheidung gegen das Angebot hat nun zur Folge, dass in Maximiliansau ein solcher pädagogischer Treffpunkt nicht zur Verfügung steht. Stadtverwaltung und Politik werden in den kommenden Planungen weiterhin gefordert sein, bedarfsorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche in allen Ortsbezirken sicherzustellen.
Das sagt der Bürgermeister dazu
Inzwischen hat sich auch Steffen Weiß, der Bürgermeister der Stadt Wörth, zu der Thematik geäußert. Er schreibt: "Tatsächlich läuft der Prozess der Neuordnung der Jugend- und Sozialarbeit seit mehreren Monaten.
Basierend auf unserer Haushaltskonsolidierungsliste und Anregungen des Landesrechnungshofes. In Verhandlungen mit dem Internationalen Bund, in Sitzungen des Kuratoriums Mehrgenerationenhaus, dem Fachausschuss für Kultur, Soziales, Jugend und Vereine, wegen der Situation um den Jugendtreff in Maximiliansau auch im dortigen Ortsbeirat und nicht zuletzt im Stadtrat wurde das Thema mehrfach erörtert.
Nach den einschlägigen Vorberatungen hat dann die SPD-Fraktion zur Sitzung des Stadtrates drei Änderungsanträge gestellt. In den Vorberatungen hatten die SPD-Mitglieder in den Gremien jeweils keine Anträge gestellt, sondern gegen das gesamte Vertragswerk gestimmt. Damit auch gegen die noch am 1.7. von ihr heftig geforderte Fortführung der aufsuchenden Jugendsozialarbeit.
In der Stadtratssitzung war auch auf mehrfache Nachfrage nicht allen klar, ob der Antrag der Fraktion den Erhalt des Jugendtreffs in Maximiliansau als Gebäude oder in der Funktion fordere.
Dass bei Schließung des Gebäudes der Vertragspartner Internationaler Bund selbstverständlich ein Angebot in einem anderen städtischen Gebäude schaffen könne, hatte der zuständige Beigeordnete Tim Walter erläutert.
Aber ein großes Gebäude vorzuhalten, um es - wie von der SPD gefordert – an einem Tag pro Woche für wenige Stunden offen zu halten, ist angesichts der städtischen Haushaltslage nicht darstellbar und wirtschaftlicher Unsinn. Wie die Auswertung der letzten Jahre gezeigt hat, hat der Jugendtreff Maximiliansau an Spitzentagen bis zu 8% (in Worten: acht!) der Jugendlichen in der Zielgruppe erreicht. Im Schnitt dürften es 3 bis 5% gewesen sein.
Angesichts der Tatsache, dass es in Maximiliansau ein Ganztagsangebot an der Grundschule gibt, das sehr gut angenommen wird und es auch zunehmend an den weiterführenden Schulen Ganztagesangebote gibt, Vereine tolle Arbeit leisten, war ein Bedarf im ausreichenden Umfang nicht mehr erkennbar."
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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