Tigermücke breitet sich im Kreis Germersheim weiter aus: Experten warnen vor Risiken im Alltag
- Blick auf eine Asiatische Tigermücke
- Foto: von Arkaduisz Glowaczewski Werner/KV Ger/frei
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Kreis Germersheim. Im Landkreis Germersheim hat sich die Asiatische Tigermücke seit dem Jahr 2020 dauerhaft etabliert. Für Anwohner in der Südpfalz bedeutet das: Die invasive Stechmücke ist längst Teil des Alltags geworden – und das mit zunehmender Bedeutung für Gesundheit und Prävention im direkten Wohnumfeld.
Seit mehreren Jahren werden im Kreisgebiet immer wieder zahlreiche Funde gemeldet. Die Entwicklung zeigt nach Einschätzung von Fachstellen eine klare Tendenz: Die Tigermücke bleibt nicht mehr ein vereinzeltes Phänomen, sondern hat sich in mehreren Gemeinden festgesetzt.
Invasive Art mit besonderem Verhalten
Bei einem Strategiegespräch der Kreisverwaltung Germersheim wurde deutlich: Die Tigermücke unterscheidet sich deutlich von heimischen Stechmückenarten. Sie ist tagaktiv, sticht aggressiver und hält sich bevorzugt in direkter Nähe zum Menschen auf.
Ihr Flugradius beträgt nur rund 200 Meter. Gleichzeitig reichen bereits kleinste Wasseransammlungen aus, die wenige Tage bestehen, um Brutstätten zu schaffen. Genau das macht die Bekämpfung im Alltag besonders schwierig.
Keine Krankheitsfälle – aber steigendes Risiko
Bislang wurden im Landkreis Germersheim keine lokal übertragenen Erkrankungen wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber nachgewiesen. Fachleute halten das Auftreten solcher Fälle jedoch grundsätzlich für möglich. Auch Entwicklungen im benachbarten Ausland, etwa im Elsass, zeigen nach Einschätzung der Experten, dass sich das Risiko regional verlagern kann.
„Die Tigermücke ist längst bei uns angekommen“
Landrat Martin Brandl beschreibt die Lage deutlich: „Die Asiatische Tigermücke ist längst bei uns angekommen. Jetzt kommt es darauf an, frühzeitig und koordiniert zu handeln. Nur wenn wir Kommunen, Fachstellen und Bevölkerung zusammenbringen, können wir die Ausbreitung wirksam eindämmen.“
Ein zentrales Ergebnis der Fachgespräche: Klassische Bekämpfungsmethoden reichen allein nicht aus. Entscheidend ist das Verhalten im eigenen Umfeld. Kreisbeigeordnete Anette Kloos betont die Rolle der Bevölkerung: „Die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke beginnt im eigenen Garten, auf dem Balkon oder rund ums Haus. Jeder kann mit einfachen Mitteln dazu beitragen, Brutstätten zu vermeiden – und genau darauf wollen wir künftig noch stärker aufmerksam machen.“
Besonders kritisch sind kleine Wasserstellen im Alltag: Untersetzer von Blumentöpfen, Gießkannen, Eimer, Regentonnen ohne Abdeckung oder Wasserreste in Spielgeräten.
- zwei KABS Mitarbeiterinnen im Entree des Deutschen Straßenmuseums, wo die Strategiegespräche stattgefunden
- Foto: Arkaduisz Glowaczewski Werner/KV Ger/frei
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Aufklärung als Schlüssel
Auch die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) sieht Aufklärung als entscheidenden Faktor.
KABS-Vizepräsident Marcus Schaile erklärt: „Durch den geringen Flugradius entscheidet sich die Ausbreitung im direkten Umfeld. Wenn es gelingt, Brutplätze konsequent zu beseitigen, kann die Population wirksam reduziert werden. Aufklärung und Mitwirkung der Bevölkerung sind dabei der Schlüssel.“
Die Kreisverwaltung Germersheim daher plant, ihre Informationsarbeit in den kommenden Wochen deutlich zu verstärken – unter anderem über Pressearbeit, soziale Medien sowie gezielte Hinweise für Schulen und Kitas. Ziel ist es, mehr Menschen im Alltag zu erreichen und die Zahl potenzieller Brutstätten konsequent zu reduzieren.
Im Mittelpunkt steht dabei eine klare Botschaft: Die Eindämmung der Tigermücke gelingt nur gemeinsam im gesamten Landkreis.
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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