"Tassenwunder": Landessieg für IGS Kandel bei „Jugend forscht junior 2026“
- Julian Ellenberger (12, Freckenfeld) und Zoe Wingerter (11, Erlenbach)
- Foto: Helmut Biernoth/frei
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Kandel. Die IGS Kandel hat beim Wettbewerb „Jugend forscht junior“ 2026 erstmals einen Landessieg im Fach Physik erzielt. Die Schülerinnen und Schüler Julian Ellenberger (12, Freckenfeld) und Zoe Wingerter (11, Erlenbach) aus der Talent-AG überzeugten die Jury mit ihrem Projekt „Das Tassenwunder“.
Das Tassenwunder
Ausgangspunkt war ein physikalisches Experiment, bei dem eine Tasse über eine Schnur und Unterlegscheiben an einer Stange hängen bleibt, anstatt herunterzufallen. Die beiden untersuchten in zahlreichen Versuchsreihen unter anderem Gewichtsverhältnisse, Startwinkel und optimale Bedingungen für das „Umwickeln“ der Schnur.
Im Kern ging es den Schülern nicht nur um die Tasse als Demonstrationsobjekt, sondern um die Frage, ob sich der beobachtete physikalische Effekt grundsätzlich auch auf einen Menschen übertragen ließe. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass eine an einer Schnur befestigte Tasse durch das kontrollierte Umwickeln der Schnur um eine Stange nicht sofort zu Boden fällt, sondern kurzzeitig gehalten wird. Daraus entstand die weitergehende Forschungsfrage, ob ein ähnliches Prinzip theoretisch auch das Gewicht eines Menschen abbremsen oder halten könnte und unter welchen Bedingungen dies physikalisch überhaupt möglich wäre.
Die Schüler untersuchten daher systematisch, wie sich Gewichtsverhältnisse, Winkel und Startbedingungen verändern müssen, damit die Umwicklung zuverlässig funktioniert und genügend Haltekraft entsteht. Dabei wurde deutlich, dass die auftretenden Kräfte zwar prinzipiell skalierbar sind, die Umsetzung im menschlichen Maßstab jedoch erhebliche Sicherheitsrisiken birgt. Aus diesem Grund wurde der Versuch nicht direkt mit einer Person durchgeführt, sondern mit einem gesicherten Ersatzsystem (Boxsack mit Kletterausrüstung), das das Gewicht eines Menschen simulieren sollte. So konnten sie das Szenario unter realitätsnahen, aber kontrollierten Bedingungen testen. Damit verschob sich der Fokus des Experiments von einem einfachen Demonstrationsaufbau hin zu einer grundsätzlichen Fragestellung: ob und unter welchen physikalischen Voraussetzungen ein solches Umwicklungsprinzip überhaupt auf menschliche Lasten übertragbar wäre – und wo klare Sicherheitsgrenzen liegen.
Jury-Lob
Die Jury lobte insbesondere die strukturierte Vorgehensweise, die große Experimentierfreude sowie das gute physikalische Verständnis. Auch der Einsatz von Internetrecherche und KI-gestützten Erklärungen wurde positiv bewertet.
Als Ergebnis erhielten die beiden den Landessieg in Rheinland-Pfalz sowie einen Sonderpreis für Kreativität in der Physik, verbunden mit einer Teilnahme am Forscher-Camp in Louisenlund.
Das Projekt soll nun weiterentwickelt werden – die beiden Schüler haben zudem die Idee, das Experiment künftig unter professioneller Aufsicht auch mit menschlicher Beteiligung zu testen.
- Julian Ellenberger (12, Freckenfeld) und Zoe Wingerter (11, Erlenbach)
- Foto: Helmut Biernoth/frei
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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