Stadt Germersheim erweitert Friedhof um muslimisches Grabfeld
- muslimisches Gräberfeld (Symbolbild)
- Foto: Godong Photo/stock.adobe.com
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Germersheim. Auf dem Germersheimer Friedhof entstehen derzeit 25 neue Grabstätten für die muslimische Gemeinde. Nachdem im Herbst des vergangenen Jahres die ersten Rodungsarbeiten begonnen hatten, sind die landschaftsbaulichen Maßnahmen jetzt in vollem Gange. Das Grabfeld, das auf Initiative des städtischen Beirats für Migration und Integration (BMI) angelegt wird, ist im gesamten Landkreis einzigartig. Fertigstellung ist für den Sommer geplant.
Fortschritt vor Ort - Arbeiten laufen
Bürgermeister Marcus Schaile, Marco Eßwein (Leiter der Finanzabteilung) und Katharina Keller (stellvertretende Leiterin der Finanzabteilung) überzeugten sich bei einem Vor-Ort-Termin vom Stand der Arbeiten. Ein Weg wird derzeit gepflastert, zudem wurde das Grabfeld bereits mit einer Hainbuchschnitthecke umrahmt. Nach Angaben der Landschaftsarchitektin Bettina Krell aus Oberotterbach folgen in den kommenden Monaten weitere Arbeiten: Anlegen einer Rasenfläche, Pflanzen von Bäumen, Lavendel und Rosen. „Ich stelle fest, wir sind sehr gut im Zeitplan“, freut sich Bürgermeister Marcus Schaile. Weiter betont er, wie wichtig und richtig es war, dem Wunsch der muslimischen Gemeinde nach einem eigenen Grabfeld zu entsprechen: „Immer mehr muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereits in der 4. Generation hier leben, möchten sich in der Stadt beerdigen lassen, in der auch ihre Kinder leben. Das kann ich sehr gut verstehen. Germersheim ist ihre Heimat.“
Wahlfreiheit für muslimische Bestattungen
Muslimische Verstorbene konnten bisher schon auf dem Friedhof bestattet werden. Künftig haben sie die Wahl, ob sie im neuen muslimischen Grabfeld oder an anderer Stelle auf dem Friedhof beigesetzt werden möchten.
Die Stadt hatte die Voraussetzungen für eine Beisetzung nach muslimischem Ritus bereits geschaffen: Im Zuge der Sanierung des Friedhofsgebäudes wurde ein Waschraum für die rituelle Reinigung eingerichtet, eine sarglose Bestattung mit Leintuch laut Satzungsänderung genehmigt und die Möglichkeit geschaffen, die Grabstätte in Richtung Mekka auszurichten.
„Es war daher folgerichtig, einen weiteren Schritt zu gehen und auf dem Germersheimer Friedhof zusätzlich ein ausschließlich muslimisches Grabfeld einzurichten. Mit dessen Bau setzen wir ein deutliches Zeichen für religiöse Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Friedhöfe sind Orte des Gedenkens für all unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, unabhängig von Herkunft und Religion“, betont Bürgermeister Marcus Schaile.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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