ÖPNV in der Südpfalz: Pflegeschulen drängen auf bessere Verbindungen für Schichtdienste
- Wenn der Schichtdienst früh startet, entscheidet oft die erste Busverbindung darüber, ob man pünktlich am Einsatzort ankommt.
- Foto: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße
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Landau. Wer im Pflegebereich eine Ausbildung macht, muss oft sehr früh oder spät zum Einsatzort kommen. Genau dann fehlen in der Südpfalz nach Einschätzung der Pflegeschulen aber häufig passende Busverbindungen. Verwaltungsspitzen aus der Region wollen jetzt prüfen, wie sich der ÖPNV schichtdiensttauglicher machen lässt.
Im Kreishaus Südliche Weinstraße in Landau trafen sich Landrat Dietmar Seefeldt (Landkreis Südliche Weinstraße), Landrat Martin Brandl (Landkreis Germersheim), Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler und Bürgermeisterin Kathrin Flory (Verbandsgemeinde Bad Bergzabern) mit den Leitungen der Pflegeschulen der Region. Auslöser war ein Schreiben von Monika Vogler (Nardini Pflegeschule), Dr. Marvin Milius (Pflegeschule Klinikum Landau-SÜW) und Sebastian Löhlein (Bildungszentrum Pfalzklinikum). Darüber berichtet eine gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Südliche Weinstraße, des Landkreises Germersheim und der Stadt Landau.
Mehr als 260 Azubis, Einsatzorte in der ganzen Südpfalz
Die Pflegeschulleitungen schildern, dass an ihren Einrichtungen derzeit mehr als 260 Auszubildende lernen. Die Theorie-Standorte liegen in Landau, Klingenmünster sowie Gleiszellen-Gleishorbach. Die praktischen Einsatzorte verteilen sich über die gesamte Südpfalz.
Viele Auszubildende sind nach Angaben der Schulen auf den ÖPNV angewiesen. Das wird im Schichtdienst zum Problem, weil der Dienstbeginn oft in den frühen Morgenstunden liegt und dann keine oder nicht ausreichend Busverbindungen fahren. Die Folge: Auszubildende kommen verspätet oder Teams müssen umplanen.
Die Verantwortlichen vor Ort wollen nun konkreter werden. Als ersten Schritt brauchen die Verwaltungen anonymisierte Daten, etwa woher die Auszubildenden kommen und welche Dienstorte sie zu welchen Zeiten erreichen müssen. Die Pflegeschulleitungen tragen diese Informationen zusammen und stellen sie den Verwaltungen anonymisiert zur Verfügung. ÖPNV-Fachleute wollen die Bedarfe danach analysieren und ins bestehende Netz aus Buslinien, Ruf-Taxis und On-Demand-Verkehren übertragen oder Angebote erweitern.
Seefeldt, Brandl und Geißler wollen das Thema nach eigenen Angaben nicht nur für Auszubildende prüfen, sondern auch für Mitarbeitende der südpfälzischen Kliniken. Wie die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die Stadt Landau in einer gemeinsamen Mitteilung erklären, gab es in der Vergangenheit bereits Verbesserungen, die von Betrieben für ihre Auszubildenden angestoßen wurden. Als Beispiel nennen sie die Landauer Gewerbelinie 534, die etwa von 5 bis 23 Uhr fährt und damit alle Schichtzeiten abdeckt. Außerdem entstand an der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor bei Ilbesheim vor einigen Jahren wegen Bedarfs unter Auszubildenden eine neue Haltestelle, die inzwischen auch Einheimische und Gäste nutzen. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |