Kreisverwaltung Germersheim plant Neuausrichtung ihrer Standorte
- Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes der Kreisverwaltung Germersheim aus dem Jahr 1907.
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Landkreis Germersheim. Die Kreisverwaltung Germersheim steht vor einer umfassenden strukturellen Neuausrichtung. Ziel des neuen Standortkonzepts ist es, Kosten zu optimieren, die Verwaltung zu modernisieren und den Bürgerservice nachhaltig zu verbessern. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zustimmung des Kreistags.
„Wir stehen vor einer notwendigen und umfassenden Modernisierung. Dazu gehören unter anderem die Digitalisierung sowie die Verbesserung unserer Gebäudesituation. Mit dem Kauf des ehemaligen Sparkassengebäudes in Kandel und dem geplanten Verkauf des maroden 1950er-Jahre-Gebäudes am Luitpoldplatz in Germersheim haben wir unser gesamtes Standortkonzept auf den Prüfstand gestellt“, erklärt Landrat Martin Brandl.
Im Rahmen einer detaillierten Analyse wurden sämtliche bestehenden und potenziellen Standorte nicht nur hinsichtlich ihrer Kosten, sondern auch nach Kriterien wie Erreichbarkeit (inklusive ÖPNV), Barrierefreiheit, Serviceorientierung und technischer Ausstattung bewertet. Dabei zeigte sich, dass das Gebäude in der 17er Straße – derzeit unter anderem Sitz von Jugendamt, Ordnungsbehörde und Zulassungsstelle – den zukünftigen Anforderungen in räumlicher und technischer Hinsicht nur eingeschränkt gerecht wird. Aus diesem Grund ist vorgesehen, das Objekt trotz der langjährigen guten Zusammenarbeit mit dem Vermieter aufzugeben. Ebenso soll der Standort Waldstraße mit seinen provisorischen Arbeitscontainern, entsprechend früherer Beschlüsse im Zusammenhang mit dem Umzug nach Kandel, entfallen.
Zeitgleich haben sich für den Landkreis zwei neue Mietperspektiven ergeben: Flächen im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Möbelherstellers Nolte sowie Räumlichkeiten in einem bislang von ITK-Engineering genutzten Gebäude in Rülzheim. „Dabei handelt es sich um zwei moderne Gebäude, in denen wir eine große Anzahl an Kolleginnen und Kollegen unterbringen können. Diese Chance haben wir ausgelotet, entsprechende Verhandlungen geführt und könnten beide Gebäude zunächst bis Ende 2029 anmieten“, so Brandl.
Kreistag entscheidet am 9. März
Bei einer Zustimmung des Kreistags am 9. März soll der Standort Luitpoldplatz bis zum Sommer geräumt und der Betrieb nach Rülzheim verlagert werden. Das Nolte-Gebäude ist perspektivisch bis Ende 2027 als zentraler „Sozialstandort“ vorgesehen. Der Standort Kandel soll nach notwendigen Umbauten ab Mitte 2027 ein breites Spektrum an Dienstleistungen aus nahezu allen Bereichen der Kreisverwaltung anbieten; insbesondere das Gesundheitsamt wird dort künftig angesiedelt sein.
Landrat Brandl macht zugleich deutlich, dass sich das Konzept noch in der Konkretisierungsphase befindet: „In diesen Planungen sind noch zahlreiche Details zu klären. Heute können wir noch nicht für alle Sachgebiete der Kreisverwaltung verbindlich sagen, wo sie wann genau angesiedelt sein werden. Ich kann jedoch zusichern, dass wir mit diesem Konzept die Weichen für eine moderne, konkurrenzfähige Verwaltung stellen, die ihre Aufgaben mit zeitgemäßen Mitteln und Angeboten für ihre Kundinnen und Kunden erfüllt.“
Hintergrund der zeitlichen Planung ist auch die Zukunft des Gebäudes am Luitpoldplatz: Die Sparkasse Südpfalz plant, das dortige Verwaltungsgebäude aus den 1950er-Jahren abzureißen und neu zu errichten. Während der Bauphase kann das benachbarte historische Festungsgebäude von der Kreisverwaltung aus technischen Gründen nicht genutzt werden. „Dieser Zeitraum wird voraussichtlich bis Ende 2029 dauern. Wir nutzen diese Zeit, um auch diesen Standort zu sanieren und bis 2029 ein finales, langfristiges Standortkonzept der Kreisverwaltung im Sinne der Menschen, unseren Kunden, im Landkreis zu erarbeiten“, so Brandl abschließend.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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