Festungsnetz Grenzenlos: Ein weiterer Schritt für die deutsch-französische Zusammenarbeit
- Festungsnetz grenzenlos in der Pamina Region - Geschichte hautnah erleben
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Pamina. Seit 2018 arbeitet die grenzüberschreitende Arbeitsgruppe „Befestigungsanlagen und historische Verteidigungslinien“ an einem Netzwerk zur Aufwertung von 33 bedeutenden Festungsanlagen, Verteidigungslinien und militärhistorischen Museen im Oberrheingebiet. Ein wichtiger Meilenstein wurde am 17. Dezember 2025 erreicht, als der neu gegründete Verein „Fortification sans frontières” / „Festungsnetz Grenzenlos“ seine konstituierende Generalversammlung im Europäischen Verbund für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eurodistrict PAMINA abhielt. Dabei wurde Frauke Vos-Firnkes von der Stadtverwaltung Germersheim zur Präsidentin des Vereins gewählt, wodurch die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich des militärischen Kulturerbes weiter gestärkt wird.
Ein strukturiertes Netzwerk zur Aufwertung von 350 Jahren Geschichte am Oberrhein
Die Region Oberrhein zählt zu den historisch und militärisch bedeutendsten Gebieten Europas. Besonders die erhaltenen Befestigungsanlagen und Verteidigungslinien aus den letzten 350 Jahren – von der Zeit Vaubans bis zum Kalten Krieg – bieten ein außergewöhnliches Zeugnis der Kultur- und Architekturgeschichte Mitteleuropas. Diese historischen Stätten sind nicht nur bedeutend für die Region, sondern auch für ganz Europa.
„Unser Ziel ist es, dieses einzigartige Kulturerbe zu bewahren, es besser zugänglich zu machen und es als kulturelles Freizeitangebot für die Bewohner und Besucher der Oberrheinregion zu entwickeln“, erklärte Frauke Vos-Firnkes, die Präsidentin des Vereins. Im Zuge dieser Bemühungen wurde 2018 die grenzüberschreitende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die mittlerweile 33 Partner umfasst – 14 in Frankreich und 19 in Deutschland. Zu den Partnern zählen Festungsanlagen, historische Verteidigungsanlagen, militärhistorische Museen, Burgen und Fördervereine.
Die Arbeit dieser Gruppe wird seit Beginn von der Projektleiterin für Tourismus des EVTZ Eurodistrikt PAMINA im Rahmen des Aktionsplans Tourismus PAMINA begleitet. Neben dem Schutz des Kulturerbes trägt die Zusammenarbeit zur Förderung des kulturellen Austauschs bei, stärkt die gemeinsame Erinnerung und fördert das Verständnis der Geschichte der Region aus einer Perspektive des Friedens.
Gefestigte Zusammenarbeit: Die Arbeitsgruppe wird zum Verein
Mit der konstituierenden Generalversammlung am 17. Dezember 2025 hat die Arbeitsgruppe nun einen entscheidenden Schritt unternommen und sich als Verein „Fortifications sans frontières” / „Festungsnetz Grenzenlos“ offiziell organisiert. Die Gründung des Vereins soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit langfristig sichern und den Austausch unter den Partnern weiter intensivieren.
Im Rahmen der Generalversammlung wurde Frauke Vos-Firnkes (Stadtverwaltung Germersheim) zur Präsidentin und Pierre Mammosser (Vizepräsident des Office de tourisme de l’Alsace Verte) zum Vizepräsidenten des Vereins gewählt. Gemeinsam werden sie die Strategie des Vereins vorantreiben und die Aktivitäten koordinieren.
Der Sitz des Vereins befindet sich beim Tourismusverband „Office de Tourisme intercommunautaire de l’Alsace Verte“ in Niederbronn-les-Bains. Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen es zulassen, wird der Verein die Rechtsform eines Europäischen Grenzüberschreitenden Vereins (EGV) anstreben. Die Aufgaben des Vereins umfassen neben der Erhaltung und Pflege der Festungsanlagen auch die Förderung von grenzüberschreitenden Projekten, die Organisation von kulturellen Veranstaltungen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung des militärischen Kulturerbes der Region.
- Festungsanlage Germersheim - Frauke Vos-Firnkes (Stadtverwaltung Germersheim) wurde zur Präsidentin des Vereins "Festungsnetz Grenzenlos" gewählt
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Rückblick auf die Tätigkeiten der Arbeitsgruppe
Seit der Gründung hat die Arbeitsgruppe bereits zahlreiche wichtige Maßnahmen umgesetzt, um das Bewusstsein für das Kulturerbe der Region zu stärken und den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern:
Werbematerialien und Projekte:
- Entwicklung einer grenzüberschreitenden Karte, die die Befestigungsanlagen und Verteidigungslinien sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch darstellt.
- Einführung eines Stempelpasses, mit dem Besucher mehrere Partnerstätten entdecken und Preise gewinnen können.
- Konzeption einer Wanderausstellung, die seit 2021 an verschiedenen Standorten beiderseits des Rheins gezeigt wird – darunter in Städten wie Landau, Hatten, Wissembourg, Rastatt und Bitche, sowie im Europäischen Parlament.
Konferenzen und wissenschaftliche Veranstaltungen:
- Organisation von thematischen Konferenzen, z.B. zur „Geschichte der Befestigungsanlagen am Oberrhein“ oder zur „Entwicklung und Förderung von Festungsanlagen“.
- Durchführung von Vorträgen und Präsentationen, etwa zu den Geheimnissen des Zweiten Weltkriegs oder zu den Erfahrungen der ersten Panzerdivision.
Teilnahme an regionalen Veranstaltungen:
- Aktive Teilnahme an Messen und öffentlichen Veranstaltungen wie den Bellheimer Gartentagen oder den Wochenenden der Fährfeste in Drusenheim und Neuburg.
- Teilnahme an wissenschaftlichen Kolloquien, wie der 4. Internationalen Konferenz der Biehler-Forts in Kehl und dem Kolloquium Burgen am Oberrhein.
Mit diesen Aktivitäten hat die Arbeitsgruppe erfolgreich dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Festungsanlagen und historischen Stätten zu erhöhen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den deutschen und französischen Partnern zu stärken.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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