Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch erzählt von Familie und NS-Zeit

Marianne Koch: In „Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch - Mehr als ein Leben“ blickt sie auf ihre Familiengeschichte in der NS-Zeit zurück. | Foto: BR Bayerischer Rundfunk, Foto: Michael Maylandt
  • Marianne Koch: In „Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch - Mehr als ein Leben“ blickt sie auf ihre Familiengeschichte in der NS-Zeit zurück.
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Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch - Mehr als ein Leben. Dr. Marianne Koch steht kurz vor ihrem 95. Geburtstag im Mittelpunkt eines Zeitzeugenporträts, das sie in einer Rolle zeigt, die viele so kaum kennen. Der Film läuft ab 14. August in der ARD Mediathek und am 16. August um 20.15 Uhr in ARD alpha.

Koch drehte als Schauspielerin mit Hollywoodgrößen wie Clint Eastwood und Gregory Peck, später wurde sie als Ärztin bekannt. In „Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch - Mehr als ein Leben“ blickt sie vor allem auf ihre Kindheit und Jugend in München während der NS-Diktatur.

Kindheit in München und ein gefährliches Familiengeheimnis

Marianne Koch wurde 1931 in München geboren und wuchs in der Zeit des Nationalsozialismus auf. Ihr jüdischer Vater, ein international bekannter Münchner Mediziner, emigrierte früh, seine Herkunft wurde für die Familie zum gefährlichen Geheimnis.

Besonders schmerzhaft ist ein weiterer Teil der Familiengeschichte: Kochs Onkel wurde Opfer des systematischen Massenmords an Menschen mit Behinderungen, über den lange geschwiegen wurde. Ihre Erinnerungen lenken den Blick damit auch auf dieses lange wenig beachtete Verbrechen der Nationalsozialisten.

Zeugin der Zeit: Dr. Marianne Koch - Mehr als ein Leben erzählt auch vom Danach

Nach Kriegsende steht Koch mit 14 Jahren in einer zerstörten Stadt und einem verunsicherten Land. Die Jahre des Wiederaufbaus, die Sehnsucht nach Normalität und das Schweigen über die Vergangenheit begleiten sie laut Film in die Zeit, in der sie in den 1950er-Jahren als Filmstar arbeitet.

Später folgt die zweite große Lebensentscheidung: Mit über 40 kehrt sie der Filmwelt den Rücken und wird Internistin. Regisseurin und Autorin Michaela Wilhelm-Fischer zeichnet damit den Weg einer Frau nach, die als Schauspielerin und Ärztin in Deutschland bekannt wurde. [red]

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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