Thrombose auf Reisen vermeiden: Bewegung hilft bei langen Fahrten
- Einer Reisethrombose kann man mit ein paar kleinen Übungen vorbeugen.
- Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Thrombose auf Reisen. Regelmäßige Beinbewegung kann auf Langstreckenflügen und langen Autofahrten helfen, das Thromboserisiko zu senken und Beschwerden früh einzuordnen.
Wer mehrere Stunden sitzt, muss als gesunder Reisender in der Regel keine Angst vor einer Thrombose haben, erklärt Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin. Sinnvoll bleibt Bewegung trotzdem, weil sie die Durchblutung in den Beinen unterstützt.
Ab vier bis sechs Stunden wird Sitzen relevant
Als relevant im Zusammenhang mit einer Reisethrombose gelten laut Jelinek vor allem ununterbrochene Sitzphasen von mehr als vier bis sechs Stunden. Das betrifft lange Flüge ebenso wie Bahnreisen oder Autofahrten ohne Pause.
Im Sitzen können einfache Bewegungen helfen. Dazu zählen kreisende Füße, das Anziehen und Strecken der Fußspitzen oder das bewusste Anspannen der Waden. Zwischendurch einige Schritte im Gang von Flugzeug oder Zug oder bei einer Rastpause bringen zusätzlich Bewegung in die Beine.
Bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Risiko
Ein erhöhtes reiseassoziiertes Thromboserisiko besteht laut CRM vor allem dann, wenn persönliche Risikofaktoren hinzukommen. Dazu gehören:
- eine frühere venöse Thromboembolie
- aktive Krebserkrankungen
- schwere Adipositas
- Schwangerschaft
- höheres Alter
- eingeschränkte Mobilität
- eine erhöhte Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln
- Thrombosen oder Lungenembolien bei nahen Angehörigen
Bei solchen Faktoren kann ärztlicher Rat vor längeren Reisen sinnvoll sein. Passende und korrekt getragene Kompressionsstrümpfe können Menschen mit erhöhtem Risiko helfen. Gerinnungshemmende Medikamente sind dagegen keine Standardlösung und kommen nur nach Rücksprache mit Arzt oder Ärztin infrage.
Warnzeichen können auch Wochen später auftreten
Aufmerksam machen sollten Beschwerden wie eine einseitige Beinschwellung, Wadenschmerz, Atemnot, Brustschmerz oder ein plötzlicher Leistungsabfall. Solche Symptome sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden.
Eine Reisethrombose kann auch mehrere Wochen nach der Fahrt oder dem Flug auftreten. Praktisch heißt das: Bewegung unterwegs ist für alle sinnvoll, besondere Vorsicht gilt aber vor allem bei bekannten Risikofaktoren. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |