NANO: Was Spieltheorie mit Elfmeter, Klima und Alltag zu tun hat
- NANO: Die Doku und der Talk zeigen, wie Spieltheorie Strategien, Anreize und Kooperation verständlich macht.
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NANO. Ein Elfmeter dauert weniger als eine Sekunde, aber dahinter steckt oft ein strategisches Duell. Genau darum geht es in der „NANO Doku“ „Kann Spieltheorie die Welt retten?“, die zeigt, wie mathematische Modelle Entscheidungen erklärbar machen.
Die Doku läuft ab dem 6. September um 6 Uhr in der 3sat-Mediathek. Um 21 Uhr folgt der „NANO Talk“ „Neue Utopien – Erzählungen für eine bessere Zukunft“ mit Moderatorin Stephanie Rohde.
NANO Doku: Wenn das Verhalten anderer über den eigenen Erfolg entscheidet
Die Spieltheorie untersucht Situationen, in denen der eigene Erfolg davon abhängt, was andere tun, etwa beim Elfmeterschießen, bei Organspenden oder in Klimaverhandlungen. In der Doku begleitet das Team Forschende, die mit spieltheoretischen Modellen Konflikte analysieren.
Ein Beispiel kommt von der Frankfurter Dippemess: Der Wirtschaftswissenschaftler Christian Rieck demonstriert im Autoscooter das „Chicken Game“, bei dem Ausweichen zum Verlust führt. Im Alltag taucht das Prinzip als Gefangenendilemma auf, etwa in einer WG am Geschirrspüler, wenn Nichtstun für Einzelne bequem wirkt, für alle zusammen aber zum Problem wird.
Kooperation, Nierenspenden und die Grenzen der Theorie
Der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels erklärt, wie Kooperation bei Nierenspenden organisiert werden kann. Außerdem nimmt die Doku in den Blick, wie auf dem Fußballplatz Unberechenbarkeit zur Strategie wird und in der Weltpolitik Drohungen und Ultimaten als riskantes Machtspiel auftreten.
Besonders deutlich zeigt sich das Thema beim Klimaschutz: Forschende am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und am Institute of Science and Technology Austria untersuchen, wie Zusammenarbeit auch bei ungleichen Voraussetzungen beteiligter Länder gelingen kann. Die Doku stellt dabei auch Fragen nach den Grenzen der Theorie und danach, was passiert, wenn nicht mehr nur Menschen verhandeln, sondern Maschinen mitentscheiden.
Im Talk: Warum positive Zukunftsbilder Orientierung geben sollen
Im „NANO Talk“ diskutiert Stephanie Rohde ab 21 Uhr über „Neue Utopien – Erzählungen für eine bessere Zukunft“. Thema sind unter anderem KI und Robotik sowie die Klimakrise und das Artensterben, also Entwicklungen, die oft in Untergangsszenarien münden.
Auch die Kollapsologie-Bewegung kommt vor, die den Zusammenbruch für unausweichlich hält und sich auf das Ende der „thermo-industriellen Zivilisation“ vorbereitet. Als Gäste sind Theresa Hannig, Schriftstellerin und Kolumnistin zu Zukunftsfragen bei der taz, Petra Schaper Rinkel, Innovationsforscherin und Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung des digitalen Wandels an der Universität Graz, sowie Philipp Staab, Soziologe und Professor am Institut für Sozialwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität, angekündigt. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |