MDR: Intendant warnt, Austritt Sachsen-Anhalts könnte teuer werden

Ralf Ludwig: Der MDR-Intendant warnt vor möglichen Zusatzkosten, falls Sachsen-Anhalt aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk aussteigt. | Foto:  Sophia Emmerich/stock.adobe.com
  • Ralf Ludwig: Der MDR-Intendant warnt vor möglichen Zusatzkosten, falls Sachsen-Anhalt aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk aussteigt.
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Nachrichten. Ein möglicher Ausstieg Sachsen-Anhalts aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk könnte das Land am Ende mehr kosten als gedacht. MDR-Intendant Ralf Ludwig warnt davor, dass das Bundesland dann ein eigenes Angebot aufbauen müsste, das weit über reine Nachrichten hinausgeht.

Ludwig verweist darauf, dass auch eine AfD-geführte Landesregierung einen verfassungsmäßigen Auftrag hätte. „Auch eine AfD-geführte Regierung hätte die verfassungsgemäße Verpflichtung, ein Konzept für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorzulegen", sagte er der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung.

Was Sachsen-Anhalt im Zweifel selbst stemmen müsste

Auf die Frage, ob eine AfD-geführte Landesregierung dann einen Ersatz für den MDR aufbauen müsste, antwortet Ludwig klar: „Ja, und zwar ein Angebot für Information, Bildung, Kultur, Beratung und auch Unterhaltung, einschließlich Sportberichterstattung", sagte er der Mitteldeutschen Zeitung.

Für internationale Berichterstattung sieht Ludwig zusätzlich ein Problem: Sachsen-Anhalt bräuchte aus seiner Sicht ein eigenes größeres Korrespondentennetz. „Da stellt sich schnell die Frage, wie das alles finanziert werden soll", so Ludwig.

MDR: Juristischer Schritt bei Kündigung angekündigt

Sollte es tatsächlich zu einer Kündigung kommen, kündigt Ludwig juristische Schritte an. Der MDR werde dann dagegen vorgehen.

Hintergrund ist die Ankündigung der AfD, die Rundfunkstaatsverträge als erste Handlung einer von ihr geführten Regierung zu kündigen.

Was die AfD plant und wo sie sparen will

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund deutete an, dass Teile des MDR fortbestehen könnten. „In welchem Umfang die bestehenden Strukturen des MDR auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt , finanziert durch Zwangsbeiträge auch aus Sachsen-Anhalt , in den neuen Grundfunk übergehen können, wird geprüft", sagte Siegmund der Mitteldeutschen Zeitung.

Beim Thema Einsparungen nennt Siegmund eine deutliche Spanne: „Bei konsequenter Einführung eines Grundfunks schätzt die AfD Sachsen-Anhalt das Einsparpotenzial beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt auf mindestens 50 bis 80 Prozent ein." Den MDR treffe das weniger, da dieser „historisch gar nicht die Zeit hatte, einen so ausufernden Apparat hervorzubringen wie die ARD und das ZDF", sagte Siegmund. [red]

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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