Das Ich-Zeitalter: Wenn Optimierung plötzlich zum Alltag wird
- Das Ich-Zeitalter: Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung: Die Dokumentation begleitet Biohacking-Routinen und fragt nach den Grenzen des Optimierungsdrucks.
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Das Ich-Zeitalter: Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung. Gesünder, fokussierter, erfolgreicher: In sozialen Medien versprechen viele Methoden ein besseres Leben, oft inklusive klarer Anleitungen für Körper, Psyche und Karriere. Die Dokumentation von Isabella Purkart fragt, wohin der Wunsch nach Perfektion führt.
In 3sat läuft „Das Ich-Zeitalter: Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung“ am 9. September um 20.15 Uhr. Danach steht die Sendung für 90 Tage in der 3satMediathek bereit, zu finden unter 3sat.de .
Longevity, Einfrieren nach dem Tod und der Blick in die Zukunft
Ein Begriff taucht in der Szene immer wieder auf: „Longevity“. In Frankfurt am Main trifft Reporterin Lena Hager den 26-jährigen Vimal Kamaraj, der entschieden hat, sich nach seinem Tod einfrieren zu lassen.
Seine Hoffnung: Die Medizin der Zukunft belebt ihn eines Tages wieder. Schon heute richtet er seinen Alltag konsequent auf Langlebigkeit aus.
Wenn das „perfekte Ich“ den Alltag enger macht
Die Doku zeigt auch, dass Selbstoptimierung nicht nur nach Leistungsplus klingt, sondern Grenzen verschieben kann. „Ich war irgendwann so weit, dass ich es als unproduktiv angesehen habe, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen“, sagt die 25-jährige Influencerin Julia Barabasch.
Heute warnt sie vor dem Streben nach dem „perfekten Ich“, das in sozialen Medien vielfach propagiert wird. Auch Stefan Röpke, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Oberbergklinik Berlin-Brandenburg, ordnet ein, wann Selbstoptimierung zur Gefahr wird.
Auf der Suche nach Zugang zu Emotionen
Einen anderen Weg beschreibt Jakob Horvat, der in seinen „Männerkreisen“ Teilnehmer unterstützt, neue Seiten an sich zu entdecken und einen besseren Zugang zu Emotionen zu finden. „Viele Menschen, die zu mir kommen, haben viel erreicht und oft klassische Karrieren gemacht. Sie stellen sich plötzlich neue Fragen, was eigentlich noch gelebt werden will“, sagt der Coach.
Nach einer Weltreise richtete er sein eigenes Leben neu aus. Die Wintermonate verbringt er heute in einem ausgebauten Van in Spanien.
Biohacking, Leistungswerte und Microdosing
In Amsterdam begleitet Isabella Purkart den „Biohacker“ Jorn Kirkels, der seinen Alltag kompromisslos auf Leistungsfähigkeit ausrichtet. Sein Tag beginnt mit Infrarotlicht, einer eiskalten Dusche, Kettlebell-Training sowie Atem- und Dehnungsübungen.
Schlaf, Bewegung und Ernährung erfasst und wertet er aus. Gleichzeitig beschreibt die Dokumentation einen weiteren Trend in den Niederlanden: „Microdosing“, von dem sich Befürworter mehr Konzentration und Kreativität versprechen. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |