Hochwasser im Kreis Germersheim * Update
Höchstand am Pegel Maxau erreicht - das Wasser sinkt langsam wieder

Regen und Tauwetter sorgen für drohendes Hochwasser am Rhein | Foto: Heike Schwitalla
  • Regen und Tauwetter sorgen für drohendes Hochwasser am Rhein
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Landkreis Germersheim. Aufgrund des anhaltenden Regens und des für das Wochenende vorhergesagten Tauwetters werden die Wasserstände am Oberrhein im Landkreis Germersheim ab dem morgigen Samstag, 9. Dezember,  stark ansteigen. Am Pegel Maxau wird ein Überschreiten der Meldehöhe von 700 cm am späten Samstag oder frühen Sonntag erwartet. Im Verlauf der kommenden Woche kann es dort zu einem Anstieg bis in den Bereich eines 10- bis 20-jährlichen Hochwassers kommen. Am nördlichen Oberrhein liegen die derzeitigen Prognosen im Bereich eines 5- bis 10-jährlichen Hochwassers. Da diese Prognosen mehrere Tage in der Zukunft liegen sind sie jedoch noch sehr unsicher. Ab einem Wasserstand von 7,5 m bei Maxau muss auch die Schifffahrt zwischen Iffezheim und Germersheim eingestellt werden.
Aktuelle Infos gibt es hier: https://www.hochwasser.rlp.de/

Auch die Rheinfähren "Peter Pan" (Leimersheim – Leopoldshafen) und "Baden - Pfalz" (Neuburg - Neuburgweier )sind bereits aufgrund des Hochwassers vorübergehend außer Betrieb. Dies nun bis mindestens Sonntag, 17. Dezember. Und in Wörth meldet die Feuerwehr, dass die Durchfahren durch den Damm Freitagmorgen kurzfristig geschlossen werden mussten. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben die Dammscharten installiert - man macht sich bereit fürs Wasser.

Auch die Kreisverwaltung warnt die Bevölkerung am Freitagnachmittag

Bevölkerung soll Überschwemmungs- und Deichbereiche meiden - heißt es in einer Mitteilung. Die Pegel des Rheins steigen stark an. Am Pegel Maxau werden bereits am Wochenende Höchststände zwischen 7,95 und 8,05 Meter vorhergesagt. Die Tendenz bleibt dann zum Wochenbeginn, nach einer kurzen Plateauphase, weiter steigend. „Die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren sind bereits in der Vorbereitung für mögliche Einsätze. Sie haben erste Absperrungen vorgenommen und die Feuerwehren der Rheinanlieger werden ab Sonntag gegen Nachmittag bzw. Abend nach und nach mit Deichwachen beginnen“, berichtet Landrat Dr. Fritz Brechtel. Die Führungskräfte der Feuerwehren stehen sodann in einem ständigen Austausch.

Deichwachen ab Sonntagnachmittag - Bevölkerung soll Überschwemmungs- und Deichbereiche meiden

Ab einem Pegelstand von 7,80 Meter bei Maxau wird die Feuerwehreinsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehr Wörth besetzt. Sie fungiert als Bindeglied der Feuerwehren und zur Kreisverwaltung. Sollte der Pegel absehbar dauerhaft die Marke 8,80 Meter übersteigen, werden die Technische Einsatzleitung und der Katastrophenschutzstand des Landkreises die Einsatzleitung übernehmen. Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Schönlaub und Landrat Brechtel bitten die Bürgerinnen und Bürger, die gesamten Deich- und Überschwemmungsbereiche in den nächsten Tagen zu meiden, um sich nicht in Gefahr zu bringen und mögliche Einsätze nicht zu behindern.

Aktuelle Hinweise der Kreisverwaltung am Montag

Am Rhein-Pegel Maxau wird Montag ein Höchststand von 7,48 Metern erwartet. Danach wird das Wasser für kurze Zeit sinken, am Dienstag gegen Abend aber wieder stark ansteigen. So lautet die Prognose von heute, Montag 14 Uhr. „Die Feuerwehren, der Katastrophenschutz und der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur beobachten sehr aufmerksam die Entwicklung und kontrollieren insbesondere die Deiche. Unsere Wehren sind gut vorbereitet und können zu unser aller Schutz bei Bedarf schnell reagieren“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel.
Bereits seit Ende letzter Woche haben die Feuerwehren Wege in Überschwemmungsgebieten und Zufahrten zum Rhein abgesperrt. „Da sich die Prognosen und tatsächlichen Pegelstände in den letzten Tagen immer wieder verschoben haben, beginnen die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren nun ab Dienstag mit den Deichwachen. Das heißt, ab dann werden rund um die Uhr der Wasserstand und mögliche Auswirkungen des Wasserdrucks auf die Deiche beobachtete“, ergänzt Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Mike Schönlaub. Die Einsatzkräfte stehen im engen Austausch auch mit der Kreisverwaltung.
Voraussichtlich wird am Dienstag ein Pegelstand von 7,80 Meter bei Maxau erreicht, am Mittwoch soll er auf 8,30 Meter ansteigen. Daher wird am Dienstag die Feuerwehreinsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehr Wörth besetzt. Sie fungiert als Bindeglied der Feuerwehren und zur Kreisverwaltung. Erst wenn der Pegel absehbar dauerhaft die Marke 8,80 Meter übersteigt, werden die Technische Einsatzleitung und der Katastrophenschutzstand des Landkreises die Einsatzleitung übernehmen. Landrat Brechtel ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, nicht auf die Deiche und Überschwemmungsbereiche zu gehen: „Bringen Sie sich und andere bitte nicht in Gefahr!“

Update am Mittwoch, 13. Dezember

Wie die Feuerwehr Wörth gegen 15 Uhr mitteilt, wird seit einem Pegelstand von 810 cm der ungesteuerte Polder Wörth/Neupotz geflutet. Dabei handelt es sich um eine geplante Hochwasserschutzmaßnahme. Der Pegelstand in Maxau betrug 820 cm um 15 Uhr - Tendenz steigend.
Zum Video der Feuerwehr Wörth: 

Hochwasserbericht der Kreisverwaltung am Donnerstag, 14. Dezember

Der Höchststand am Rheinpegel Maxau wurde heute gegen Mittag erreicht. „Glücklicherweise sinkt er jetzt wieder und wir haben keine ernsthaften Probleme bekommen. Die Deiche haben gut standgehalten, es gab keine besonderen Einsatzstellen. Das zeigt, dass sich die Maßnahmen der letzten Jahre für einen verbesserten Hochwasserschutz wie zum Beispiel die Ertüchtigung des Rheinhauptdeichs bewährt haben. Die Wasserrückhalteflächen mussten glücklicherweise nicht in Anspruch genommen werden, jedoch ist der ungesteuerten Polder bei Jockgrim/Wörth/Neupotz vollgelaufen“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel. Er dankt den Einsatzkräften, die schon seit letzter Woche wachsam und tatkräftig für den Schutz der Einwohnerinnen und Einwohner unterwegs sind.
Zur Entlastung der Queich wurde routinemäßig die Flutmulde im Wald zwischen Westheim und Bellheim geöffnet. Das von der Queich abgeleitete Wasser fließt nun über einen Kanal zur Druslach, die auf natürlichem Gefälle südlich von Lingenfeld in den Altrhein mündet. Das Wasser, das weiter über die Queich Richtung Rhein strömt, wird vom Schöpfwerk Germersheim in den Rhein gepumpt.
Nach wechselnden Vorhersagen sind die Feuerwehren bereits seit Dienstagabend für Dammwachen unterwegs und kontrollieren gezielt entlang des Rheins. Am Mittwochmorgen wurde die Feuerwehreinsatzzentrale in Wörth besetzt und fungiert als Bindeglied der Feuerwehren und zur Kreisverwaltung. Kreis und die Feuerwehren besprechen sich regelmäßig auch in Videokonferenz. „Es ist wichtig, dass wir alle immer auf demselben Wissensstand sind und gemeinsam über mögliche Maßnahmen und die nächsten Schritte beraten. Insgesamt läuft der Einsatz ruhig und professionell ab. Durch die immer wiederkehrenden Rheinhochwasser sind wir gut vorbereitet“, erläutert Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Mike Schönlaub.
Wenn auch der Pegel aktuell fällt, gilt nach wie vor das Betretungsverbot für die Dämme. Landrat Brechtel ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, nicht auf die Deiche und Überschwemmungsbereiche zu gehen: „Bringen Sie sich und andere bitte nicht in Gefahr!“

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Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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