Neue Mobilitätsdaten: So sind die Menschen im Kreis unterwegs
- Neue Daten zeigen, welche Verkehrsmittel die Menschen im Rhein-Neckar-Kreis im Alltag nutzen.
- Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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Rhein-Neckar-Kreis. Auto, Fahrrad, zu Fuß oder mit Bus und Bahn: Neue Auswertungen zeigen, wie sich die Menschen im Rhein-Neckar-Kreis im Alltag tatsächlich fortbewegen. Für den Landkreis sind die Daten vor allem wichtig, weil sie künftige Entscheidungen zu Radwegen, ÖPNV und Verkehrsplanung stützen sollen.
Wie der Rhein-Neckar-Kreis mitteilt, liefert der Regionalbericht zur Studie Mobilität in Deutschland erstmals besonders detaillierte Daten für den Landkreis. Zwischen April und Juli wurden dafür 5.617 Personen aus 2.873 Haushalten befragt.
An einem durchschnittlichen Tag sind 82 Prozent der Bevölkerung unterwegs. Pro Person kommen im Schnitt 3,1 Wege, rund 33 Kilometer und etwa 77 Minuten zusammen. Das Auto bleibt mit 51 Prozent aller Wege das wichtigste Verkehrsmittel. 25 Prozent der Wege legen die Menschen zu Fuß zurück, 15 Prozent mit dem Fahrrad und 9 Prozent mit Bus und Bahn.
Fahrradnutzung liegt über dem Bundesdurchschnitt
Besonders auffällig ist der hohe Radanteil im Kreis. Während bundesweit 11 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, sind es im Rhein-Neckar-Kreis 15 Prozent. Fast jede vierte Person nutzt das Fahrrad täglich oder nahezu täglich. 78 Prozent der Menschen ab 14 Jahren verfügen über ein eigenes Fahrrad oder Pedelec.
Auch mehrere Verkehrsmittel im Alltag zu kombinieren, ist im Kreis verbreitet. 42 Prozent der Bevölkerung nutzen regelmäßig mehr als ein Verkehrsmittel. Bundesweit liegt dieser Wert bei 34 Prozent. Am häufigsten kombinieren die Menschen Auto und Fahrrad. 39 Prozent setzen im üblichen Wochenverlauf aber nur auf das Auto.
Die Verkehrssituation bewerten die Befragten insgesamt positiv. Das Zufußgehen erhält die Note 2,0, der Autoverkehr die Note 2,1. Auch der Radverkehr schneidet mit 2,5 besser ab als im Bundesdurchschnitt. Am schlechtesten bewerten die Befragten den öffentlichen Nahverkehr mit der Schulnote 3,1. Als wichtigste Kritikpunkte nennen sie unzureichende Verbindungen, mangelnde Zuverlässigkeit und lange Reisezeiten.
Landrat Manuel Just sagt: „Zukunftsorientierte Mobilitätsplanung muss immer auch das individuelle Mobilitätsbedürfnis der Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigen“. Er ergänzt: „Mit dem Regionalbericht bekommen wir für den Rhein-Neckar-Kreis verlässliche und repräsentative Planungsgrundlagen und können diese zukünftig bei der Erstellung von Mobilitätsstrategien und Verkehrsmodellen einbinden. Gleichzeitig zeigt uns diese Positionsbestimmung auch, dass die bereits eingeschlagenen Wege des Kreises wie beispielsweise zur strategischen Radverkehrsförderung oder dem Kreisstraßendeckenprogramm sich auszahlen und auch in der Wahrnehmung bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.“
Für die weitere Planung im Kreis sollen die Daten unter anderem beim Radverkehrsnetz, beim ÖPNV-Angebot, bei Mobilstationen und bei Mobilitäts- und Klimaschutzkonzepten helfen. Patrick Fierhauser, Leiter der Stabsstelle Nachhaltige Mobilität, sagt: „Besonders wertvoll ist dabei, dass die Daten nicht nur für den gesamten Landkreis vorliegen, sondern auch differenzierte Aussagen zu verschiedenen Altersgruppen, Haushaltsformen oder Einkommensgruppen ermöglichen. Dadurch kann in der Zusammenarbeit mit den Kreiskommunen künftig noch gezielter geplant werden. Für den Landkreis bietet die MiD damit eine wertvolle Datengrundlage, um die Mobilität der Zukunft bedarfsgerecht, nachhaltig und klimafreundlich weiterzuentwickeln“.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |