Wald soll fit für den Klimawandel gemacht werden
Entwicklung des "Zukunftswaldes Kleinsteinhausen"

Revierförsterin Maria Jäger präsentierte die Ergebnisse nach fünf Jahren Entwicklungszeit  | Foto: Frank Schäfer
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Von Frank Schäfer

Kleinsteinhausen. Wie schaffen wir es, den Wald für zukünftige Generationen zu erhalten? Und wie muss der Wald entwickelt werden, damit er mit den klimatischen Veränderungen zurechtkommt? Um diesen Fragen nachzugehen, ist vor einigen Jahren im Gemeindewald Kleinsteinhausen der "Zukunftswald" entstanden. Er umfasst insgesamt 1,5 Hektar und besteht aus zwei Teilflächen, die 2019 und 2020 begründet wurden. Ziel war es, auf durch Borkenkäferbefall entstandenen Kahlflächen zukunftsweisende Mischbestände mit wärmetoleranten Baumarten zu entwickeln. Das Projekt wurde von der Daniel-Theysohn-Stiftung unterstützt und vom Forstamt Westrich umgesetzt.

Am 25. April, dem internationalen Tag des Baumes, hat der Forst erste Ergebnisse präsentiert. Im Rahmen einer gemeinsamen Waldbegehung mit Vertretern von Forst, Ortsgemeinde und Daniel-Theysohn-Stiftung hat Revierförsterin Maria Jäger die gepflanzten Baumarten vorgestellt und nach fünf Jahren Entwicklungszeit eine erste Bilanz gezogen.
Auf der ersten Fläche, die im Winter 2019/2020 begründet wurde, wurden Laubbäume wie Esskastanie, Robinie, Flatterulme, Traubeneiche, Roteiche und Winterlinde gepflanzt. "Nach der Begründung gab es spürbare Ausfälle bei Roteichen und Robinien", berichtet Maria Jäger. "Daraufhin erfolgte eine Nachbesserung dieser Baumarten. Seitdem haben sich alle Baumarten trotz erheblicher Konkurrenzvegetation durch Ginster und Brombeere erfreulich gut etabliert. Auch Fichten sind in geringem Anteil mit dabei. Entsprechend ihrer Wuchsdynamik variieren die Oberhöhen deutlich. Von 1,5 Meter bis vier Meter ist alles dabei. Auch die im Waldrandbereich gepflanzten Baumarten wie Feldahorn, Elsbeere und Mehlbeere sind vorhanden; zudem hat sich auf ganzer Fläche die Pionierbaumart Birke angesiedelt. Grundsätzlich sind wir mit der Entwicklung dieser Fläche sehr zufrieden", so die Revierförsterin. "Es ist viel Pflege notwendig und wir sind noch lange nicht am Ziel. Die Versuchsfläche muss weiter beobachtet werden. Das ist eine Daueraufgabe und aus forstwirtschaftlicher Sicht mühsam, aber auch sehr wichtig."

Starke Konkurrenzvegetation

Anders sieht es auf der zweiten Teilfläche aus: Hier wurden im Winter 2020/2021 Nadelbäume wie Eibe, Türkische Tanne, Atlaszeder, Libanonzeder und Korsische Kiefer gepflanzt. Doch die meisten der gepflanzten Baumarten konnten sich nicht gegen den starken Bewuchs von Ginster und Brombeere durchsetzen. "Aufgrund ihrer hohen Schattentoleranz ist es hauptsächlich der Eibe gelungen, sich inmitten der Konkurrenzvegetation zu halten. Andere Baumarten haben sich nur als Einzelexemplare in den Lücken ohne Konkurrenzvegetation gut entwickelt. Und trotz umstehender Samenbäume haben sich hier bisher kaum Pionierbaumarten auf der Fläche etabliert", berichtet Maria Jäger.

Martina Wagner, Ortsbürgermeisterin von Kleinsteinhausen. dankte sowohl der Daniel-Theyson-Stiftung als auch den Vertretern von Forst und Gemeinderat für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. "Der Wald war uns schon immer ein Anliegen in der Gemeinde. Uns ging es im Gemeinderat nicht um die wirtschaftlichen Aspekte und um große Holzerträge, sondern um die Frage: Wie kann man diese Flächen mit Blick auf die Zukunft sinnvoll bepflanzen?", so Martina Wagner.
Welche Baumart mit den klimatischen Veränderungen am besten zurecht kommt, ist allerdings noch ein Blick in die Glaskugel. "Wir können noch nicht sagen, welche Bäume das sein werden. Was wir aber jetzt schon sagen können: Die Fichte wird es nicht sein. Daher ist es unser Ziel, den Wald breit aufzustellen mit möglichst vielen Baumarten auf der Fläche", erklärt Forstamtsleiter Florian Kemkes.

Gezielte Waldentwicklung

"Wir gehen nicht in den Wald, um einfach nur Bäume zu fällen, sondern jede Maßnahme verfolgt das Ziel, den Wald zu entwickeln, damit er für die Zukunft bestmöglich aufgestellt ist", erklärt Florian Kemkes. "Es kann beispielsweise sein, dass gezielt einzelne Bäume entnommen werden, damit junge Bäume mehr Licht bekommen. Die Holzernte ist dabei aber immer nur ein Nebenprodukt der Waldentwicklung. Wir folgen dem Nachhaltigkeitsprinzip und entnehmen generell weniger, als das, was nachwächst", betont Kemkes.

Der Tag des Baumes

Der internationale Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Politikers Julius Sterling Morton zurück und wird jedes Jahr im April mit Feierstunden begangen. Der Tag soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. In Deutschland wurde der „Tag des Baumes“ erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. In Deutschland wirbt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Tag des Waldes für seine Aktion „Wald-Pate“, um die Urwälder bzw. urwaldnahen Relikte zu schützen.

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Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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