Waldhof-Trainer Patrick Glöckner im Interview
„Die Spieler müssen sich in ihrem Verein wohlfühlen“

Trainer Patrick Glöckner im Gespräch mit seinem verlängerten Arm, dem Waldhof-Kapitän Marcel Seegert.  fotos (3): pix
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  • Trainer Patrick Glöckner im Gespräch mit seinem verlängerten Arm, dem Waldhof-Kapitän Marcel Seegert. fotos (3): pix
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von Peter Engelhardt

Fußball. Seit Juli 2020 steht Patrick Glöckner als Trainer bei den Blau-Schwarzen in der sportlichen Verantwortung. Nach einer aufgrund der Corona-Pandemie schwierigen Saison 2020/21 ist die Handschrift des 44-jährigen Fußball-Lehrers beim SV Waldhof immer besser zu erkennen. Das Wochenblatt Mannheim unterhielt sich mit dem gebürtigen Bonner über seinen Verein, seine Ideen und seine neue Heimat.

???: Wie wohlfühlen Sie sich in der Rhein-Neckar-Region? Wie gut gefällt Ihnen Mannheim?
Patrick Glöckner: Ich lebe ja in Frankfurt, aber hier kann man sich sehr wohlfühlen. Die Umgebung und der Menschenschlag sind nach meinem Geschmack. Die Kurpfälzer sind bodenständig, zuvorkommend und freundlich. Das gefällt mir.
???: Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Glöckner: Ich denke, die Entwicklung hat bislang ein gutes Niveau. Den ein oder anderen Punkt hätte man sicherlich noch mitnehmen können, ja müssen. Aber wir sind im DFB-Pokal eine Runde weiter, im Landespokal ebenfalls und haben eine ausgeglichene Bilanz. Wir setzen unsere Grundtugenden auf dem Platz gut um und erarbeiten uns viele gute Torchancen.
???: Welche bisherige Partie kommt Ihren Idealvorstellungen am nächsten?
Glöckner: Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt, die 1. Halbzeit gegen Viktoria Köln, das Spiel gegen Meppen. Da haben wir unsere Offensivwucht gezeigt und waren defensiv sehr stabil. Wir haben dem Druck der Meppener in den ersten 15 bis 20 Minuten gut standgehalten, dann in unser Spiel gefunden und nichts mehr zugelassen. Das hat mir natürlich sehr gut gefallen.
???: Was speziell gefällt Ihnen am allermeisten an Ihrer Mannschaft und was muss auf alle Fälle besser werden?
Glöckner: Die Aufopferungsbereitschaft, der Mut und der unbedingte Wille, die Spiele gewinnen zu wollen. Wir sind in der Lage, offensiv kreativ zu sein und haben zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen eine gute Balance. Wir gleichen als Team individuelle Fehler aus. Einer für alle, alle für einen. Besser werden muss unsere Chancenverwertung, wir lassen noch zu viel liegen. Auch die individuellen Fehler müssen wir minimieren.
???: Sie sind nun etwas mehr als ein Jahr beim SV Waldhof - hatten Sie es sich so oder ähnlich vorgestellt?
Glöckner: Es war von Anfang an ein Riesenberg an Arbeit. Wir haben in dieser Zeit die Professionalisierung vorangetrieben und die Gegebenheiten verbessert. Das war in vielen Bereichen auch wirklich nötig. Die Spieler müssen sich auch in ihrem Umfeld wohlfühlen und mein Mitarbeiter-Staff ebenfalls. Wir haben uns da gut entwickelt und es war mir auch ein persönliches Anliegen, das voranzutreiben. Der Verein und speziell Jochen Kientz, haben mich da sehr unterstützt. Sportlich bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Der SV Waldhof hat zum ersten Mal seit 23 Jahren sowohl 2020 wie auch 2021 den Länderpokal gewonnen, wir stehen zum ersten Mal seit 19 Jahren in der zweiten Runde des DFB-Pokals und haben trotz eines Umbruchs und diverser Verletzungsthematiken und einer sehr jungen Mannschaft, mit Platz 8 noch einen Platz besser abgeschnitten als im Vorjahr . Ich bin mit der Entwicklung des Spiels und der Spieler zufrieden. Man muss diese Bewertungen auch immer realistisch sehen.
???: Was sagen Sie zu den kühnen Zielen Ihrer Vorgesetzten?
Glöckner: Dazu möchte ich mich eigentlich nicht näher äußern ... jeder möchte oben mitspielen, jeder möchte gerne aufsteigen. Ich bleibe lieber demütig und versuche das Maximale aus der Mannschaft rauszuholen. Spieltag für Spieltag.
???: Warum wurde Rafael Garcia abgegeben? Oder wollte er weg?
Glöckner: Er ist aktiv auf uns zugekommen. Er wollte einfach mehr Spielzeit, in seiner Rolle als Joker war er nicht glücklich. Aber man muss eben auch mit der Situation umgehen können. Für die Stammelf kann sich ja über die Leistung jeder empfehlen.
???: Wie beurteilen Sie Ihre bisherigen Neuzugänge?
Glöckner: Marc Schnatterer ist ein absoluter Vorzeigeprofi, genauso haben wir uns ihn vorgestellt. Adrien Lebeau zeigt sehr gute Ansätze, er ist ein frecher Spieler mit Torgefahr und er ist noch jung. Alexander Rossipal hat es auf unterschiedlichen Positionen sowohl gegen Frankfurt wie auch gegen Meppen sehr gut gemacht. Ein echt netter Kerl, wir sind sehr zufrieden mit ihm. Marco Höger gibt viel Erfahrung und wichtige Impulse. Ich hoffe und denke, dass er noch stärker wird, um seinen Führungsanspruch zu festigen.
???: Ein Wort zu Ihrem Kapitän Marcel Seegert?
Glöckner: Er ist ein großartiger Kapitän, er lebt seine Rolle, er ist klar im Kopf. Er ist sich für nichts zu schade und lebt diese Einstellung seiner Mannschaft vor. Sowohl auf dem Spielfeld wie auch in der Kabine.
???: Wie zufrieden sind Sie mit dem Pokalgegner Union Berlin?
Glöckner: Sehr zufrieden. Es ist ein Traditionsverein, es ist Erste Liga, das ist schon ein gutes Los. Und wir haben die Möglichkeit, uns bei guter Tagesform und mit etwas Glück gut zu präsentieren. Wir messen uns mit einem Erstligisten, ich finde das total gut.
???: Wo muss der SV Waldhof noch besser werden, um dauerhaft oben mitspielen zu können?
Glöckner: Wir müssen uns weiterhin in allen Bereichen verbessern. Die Gegebenheiten optimieren, der Zusammenhalt innerhalb des Vereins muss wachsen. Jeder sollte jedem alles gönnen. Jeder will doch am Ende des Tages das Beste für den Club, also müssen auch alle gemeinsam an dem berühmten Strang ziehen. Die Spieler können so gut sein wie sie wollen, sie müssen sich im Verein wohlfühlen. Man muss den unbedingten Willen haben, sich zu verbessern. pete

Autor:

Peter Engelhardt aus Mannheim

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